Weg frei zur Inflation!

Veröffentlicht am 12.11.2010

Also Goldbug reibt man sich immer öfter die Augen – was dringt hier langsam in die Öffentlichkeit? Allen Ernstes wird der Goldstandard diskutiert, vor kurzem noch völlig undenkbar! Den Anfang machte Robert Zoellick, Chef der Weltbank. Gold solle als Anker bei der Fixierung der Wechselkurse dienen. Dass Gold zur Zeit als ernsthafte Alternativwährung wahrgenommen wird, ist eine Tatsache, sämtliche Zettelwährungen werten weiter gegen Gold ab. Zhang Yansheng, Leiter des Instituts für Internat. Wirtschaftsforschung und Entwicklung, gilt als einer der führenden Ökonomen Chinas und er sprach die Sorge Chinas aus, die neue Dollarflut könne sich auch in sein Land ergießen und neue Blasen anheizen. Zoellicks Vorschlag unterstützt er und weist darauf hin, dass die Phasen des Goldstandards von 1870 bis 1913 und von 1950 bis 1973 mit gutem Wirtschaftswachstum zusammenhingen.


Auch Malaysias ehemaliger Premier Mahathir Mohamad, schon früher aufgefallen durch provokante Aussagen, sieht im Goldstandard eine ernsthafte Alternative. Im Handelsblatt vom Donnerstag äußerte er, dass Wohlstand nicht durch das Drucken von Geld entsteht bzw. erhalten wird. Bankrotte Institutionen im Westen sollte man auch pleite gehen lassen und akzeptieren, dass der Wohlstand des Westens nicht zu halten sei. Wenn sich diese Erkenntnis im Westen durchgesetzt habe, solle man sich mit den aufstrebenden Ländern zusammensetzen und ein neues, auf Gold basiertes Währungssystem schaffen. Eigentlich alles Selbstverständlichkeiten, in diesen verrückten Zeiten sind es aber revolutionäre Aussagen. Was spielt sich jetzt vor unseren Augen ab? Werden hier Test-Ballons hochgelassen, um die Reaktionen zu sondieren? Ist das Papiergeldsystem dermaßen am Ende, dass man einige Freunde noch rechtzeitig warnen will? Die Frage ist jetzt, wann wird man das Papiergeldsystem aufgeben und ein solides Währungs- und Handelssystem etablieren? Von soliden Währungen profitieren die Länder mit Handelsüberschüssen, solider Ausgabenpolitik und auch jene mit Goldminen. Exportnationen wie Deutschland, Japan, Brasilien und China wären unter den großen Nationen die Haupt-Nutznießer. Mit dem Euro und der jetzt so gut wie beschlossenen Transferunion hat man immerhin Deutschland weiter unter der Knute und kann es permanent schwächen. Mehr dazu weiter unten. Japan leidet zunehmend unter dem weiter starken Yen und hier bedarf es nur eines Funkens, um das Kartenhaus der Staatsverschuldung zum Einsturz zu bringen. Verbleiben China und Brasilien. Brasilien hat gerade Maßnahmen ergriffen, um den Kapitalzufluss abzuschrekken. China ist noch immer vom Export in die USA abhängig und die Bindung seines Geldes an den US-Dollar macht aus chinesischer Sicht Sinn. Jetzt wurde aber gerade das neue 600 Mrd. USD Ankaufprogramm für Staatsanleihen verkündet und die Chinesen sehen nicht nur eine Entwertung ihrer Dollarbestände, sondern auch noch eine Geldschwemme auf sich zukommen, die nicht nur bei ihnen die Blasen weiter aufbläst, sondern die dann auch die Gefahr des Absturzes analog zur Asienkrise 1997 exorbitant ansteigen lässt. Besonders hinterhältig – dieses Geld wird frisch gedruckt, es handelt sich nicht um verdiente Gewinne von Firmen, die in einen Blasenmarkt „nur“ investieren wollen. China wird also früher oder später die Bindung seiner Währung aufgeben müssen und/oder spekulative Kapitalzuflüsse in sein Land reglementieren wie Brasilien. Die USA haben jetzt frei und offen den Weg der Inflation gewählt und damit die Voraussetzungen für chaotische Währungsschwankungen geschaffen. Über dem Euro als möglicher Fluchtwährung hängt weiter das Damoklesschwert Irlands und des Club Med. Deutschlands Stärke vermag aber noch immer die Schwächen des Club Med aufzufangen, so dass sich der Euro länger als der Dollar halten sollte. (!) Stellen Sie sich nebenbei die Frage, wo die Mark und unser Volkseinkommen jetzt stünden, wenn die Junta aus Undemokraten in Berlin und Brüssel das Volk befragt hätte! Deutschlands Stärke spielt eine zentrale Rolle beim Aufrechterhalten des Papiergeld-Experiments! Von daher sollten Sie die „Misstöne“ zwischen Deutschland und den USA, versinnbildlicht durch Merkel und Obama mit versteinerten Minen, nicht überbewerten. Merkel lässt sich hier als neue „Eiserne Lady“ preisen, während man, das Gezeter als Ablenkung geschickt ausnutzend, im Geheimen eine permanente Transferunion vorbereitet und das eigene Wahlvieh weiter schädigt. Lesen Sie bitte in diesem Zusammenhang folgenden Beitrag von Michael Mross nebst Interview. Aber Vorsicht, nichts für schwache Mägen! http://tinyurl. com/2u44nmo In der Überschrift schrieb ich von umgelegten Schaltern. Die Testballons zum Goldstandard deuten in die Richtung, dass man sich auf ein Ende des Papiergeldexperiments vorbereitet. Die Welt wird danach eine andere sein, nicht unbedingt schlechter! Blasen wird es kaum noch geben, der Welthandel wird durch Wegfall kreditgetriebener Nachfrage deutlich abnehmen, die Länder werden sich mehr um sich selbst kümmern und Lokalität wird Vorrang gewinnen. Das Wachstum wird sich wesentlich verlangsamen und der „Wohlstand“ des Westens wird sinken. Für Ottonormalverbraucher gemischte Aussichten, die dennoch besser als der heutige Zustand sind. Umso wahrscheinlicher ist es aber, dass die Herren im Hintergrund das zusammenbrechende Papiergeldsystem bis zur letzten Sekunde ausreizen und so viel Vermögen wie möglich in ihre Hände zu bringen versuchen werden. Uns allen bleibt zu Gold und Silber weiter keine Alternative.

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