Vertrauen ist nicht in Zahlen messbar, sondern im Verhalten derjenigen, die es noch besitzen, aber demnächst verlieren können.

Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 01.06.2011
Dies ist eine exklusive Leseprobe von:

Actien-Börse

Gäbe es die D-Mark noch, so würde sie eine ähnliche Rolle spielen wie zurzeit der Franken. Sowohl als Flucht- als auch als Währungsreserve. Bis 1999 erreichte sie immerhin 23 % aller Währungsreserven der Welt. Diese Rolle spielt im Moment nur der Franken als härteste Flucht-Währung der Welt.


 

Der Dollar ist nicht von heute auf morgen als Währungsreserve zu ersetzen, doch er verliert an Boden. Damit ist die Anlage aller Notenbanken der Welt im Dollar, also in T-Bonds, begrenzt oder rückläufig. Gleiches gilt für den Dollar als Portfolioinvestment, also den Kauf von Aktien als Kapitalanlage. Internationale Investoren müssen zwangsläufig nach Alternativen suchen, um dem Dollar-Risiko zu entgehen. Im Gegensatz dazu:

Direktinvestitionen im $ werden interessanter. Wenn BMW, VW und THYSSEN Werke in den USA errichten und so werden diese Produkte sogar zu Exportprodukten „Made in USA“.

Das schamlose Geschacher um den Euro macht ihn als Währungsreserve obsolet. Ob er als Investmentwährung interessant bleibt, hängt nicht vom Euro ab, sondern von dem Land, wo investiert wird. Kein vernünftiger Mensch/Unternehmer wird in Griechenland, Portugal, Spanien oder Italien investieren, weil die Verzinsung des eingesetzten Kapitals so gut wie unmöglich ist. Aus gutem Grund veröffentlichen diese Länder keine eigenen Handelsund Zahlungsbilanz mehr, sondern nur die gemeinsame für die Euro-Zone. Das Defizit der anderen wird dabei von Deutschland beglichen/finanziert. So entsteht der Eindruck einer relativ soliden Außenhandelsbilanz, die im Detail längst nicht mehr stimmt. 

 

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