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Veröffentlicht von Redaktion "Actien-Börse" am 22.07.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 22.07.2010:

Börsenbrief Actien-Börse
Actien-Börse

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1963

Im MDAX und SDAX müssen wir nachlegen

Eine Reihe von Aktien waren seit Konsolidierungsbeginn über Stop-Kurs aus der Favoritenliste ausgeschieden. Auch auf das Risiko hin, dass es kleine Schreck-Sekunden gibt, wenn in der Berichtssaison die Halbjahreszahlen enttäuschen. Umso besser, denn das sind Chancen.

DÜRR gilt als Hauptgewinner der Investitionspläne der deutschen Autobauer in China, USA und Mexiko. Vor allem von VW und DAIMLER. Schwerpunkt liegt in den Lackieranlagen, wo DÜRR absolut führend ist. Der wichtigste US-Kunde ist GENERAL MOTORS. Darüber hinaus beliefert Dürr die Flugzeugindustrie, den Maschinenbau sowie die Chemie- und Pharmaindustrie mit innovativer Produktions- und Umwelttechnik. Über die Potenziale will man sich in Stuttgart noch nicht äußern. Die zwei neuen Großaktionäre mit 25,5 % (Familie) und 8 % Finanzinvestor geben keinen Aufschluss, aber: Der Auftragseingang in den ersten 3 Monaten stieg bereits von 208 auf 362 Mio € und wird per 30.06. wohl annähernd 1,4 Mrd € erreichen. Eine Hochrechnung der Umsätze ergibt dann eine Größe von 1,35 bis 1,4 Mrd € (je nach Abrechnung) und ein Zielpotenzial bis 1,8 Mrd € per 2012. Bei einer Marktkapitalisierung von derzeit rd. 311 Mio € ist das eine spannende Relation. Für DÜRR spielt die Durchlaufzeit solcher Aufträge eine wichtige Rolle, so dass man in weiten Zeiträumen denken muss. Wir beziehen hier unlimitiert Position und legen das 2-Jahres-Kursziel auf 33 €. Das sind dann immerhin 80 % Kurspotenzial. AURUBIS ist mit der neuen Tochter (CUMERIO) seit 2008 eine Weltnummer. Die Ergebnisse 2009 sind zu ignorieren. Das schwankungsanfällige Umsatzpotenzial der Gruppe reicht bis 8,5 und 9 Mrd €, wobei die Schwankungen des Kupferpreises in dieser Zahl eine große Rolle spielt. Dafür ist die Lohnquote extrem niedrig: 4,0 %. AURUBIS lebt sowohl von Neu- als auch von Altkupfer und ist der größte integrierte Kupferproduzent Europas sowie weltgrößter Kupferrecycler. SALZGITTER hält 25,3 %, wagte aber bisher keine Übernahme. Börsenwert von AURUBIS jedoch nur 1,4 Mrd € oder weniger als 20 % des augenblicklichen annualisierten Jahresumsatzes. Das kann man als lächerlich bezeichnen. KGV ohnehin nur rd. 8 für die Schätzung 2011. Hier gilt das Gleiche: Wir gehen in „Stellung“. WINCOR NIXDORF ist schwieriger einzuordnen. Der deutsch-amerikanische Anbieter von IT-Lösungen wie Geldautomaten, Kontoauszugs- und Kassensysteme hängt stark vom den Investitionen der Banken und des Einzelhandels ab. Hier besteht zwar eine anerkannte Investitionslücke, aber wann dieser Zyklus einsetzt, ist umstritten. Damit ist eine zuverlässige Gewinnschätzung kaum möglich. Der US-Anteil dürfte zudem bei gut 40 % liegen. Dennoch: Wir möchten bei WINCOR NIXDORF einfach dabei sein, analog zu NCR in New York als den größten Konkurrenten. Beginnt der Investitionszyklus zu greifen, geht es in diesem Sektor sehr schnell, weil einer den anderen anstößt. Dem möchten wir vorgreifen. HOMAG ist Weltmarktführer für Holzbearbeitungsmaschinen. Von der Qualität genau so zu beurteilen wie die Maschinenproduzenten im MDAX. Zwei Großaktionäre begleiten HOMAG, DT. BETEILIGUNGS AG 33 % und die Familie Schuler/Klessmann mit 44,4 %. Auch hier ignorieren wir alle Daten für 2009. Im 1. Quartal verdoppelte sich bereits der Auftragseingang von 166 Mio € und der Umsatz sprang um rd. 25 %. Das sind Zwischengrößen. Die Umsätze von 2007/2008 in der Größenordnung 850 Mio € dürften schon in 2011/2012 wieder erreicht werden. Wahrscheinlich ist jedoch, dass eine Kapitalerhöhung notwendig werden dürfte, um eine bessere Finanzgrundlage zu finden. Jedenfalls: Die sehr niedrige Kapitalisierung ist der wichtigste Grund für neue Investments, wie dies auch bei anderen Maschinenwerten der Fall war, bevor es richtig losging. Die Wettbewerbsstellung von HOMAG gilt als unanfechtbar mit 24 % Weltmarktanteil in zusammen 60 Ländern. HEIDELBERGER DRUCK überzeugt indes mit positiven Impulsen bei den Aufträgen. Gegenüber dem Vorjahr wurde 43 % mehr Volumen akquiriert (das bedeutet 786 Mio €). Auch der Umsatz konnte bei Vorlage der Zahlen am Freitagabend bestechen. Ebenso blieb der Cash-flow über den optimistischsten Schätzungen. Man sieht vor allem das Wachstum in China als ursächlich für die starke Entwicklung an. Die Branchenmessen IPEX in Großbritannien und ExpoPrint in Brasilien verliefen sehr erfreulich. Im Ausblick geht man nun von einem freien Cash-flow von 50 - 60 Mio € aus. Das nennt man Trendwende.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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