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Veröffentlicht von Redaktion "Frankfurter Börsenbrief" am 22.04.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 22.04.2010:

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CURT L. SCHMITT Informationsdienste - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1954

Im historischen Vergleich hat der Dow Jones durchaus noch Spielraum nach oben

In den letzten 110 Jahren hat der amerikanische Leitindex 27 „mayor rallies“ gestartet. Also ca. alle vier Jahre eine, die im Durchschnitt zwischen einem und vier Jahren währten. 73 % der Rallies brachten einen Gewinn zwischen 30 und 150 % (vgl. im Chart das getönte Kästchen).

Aus dieser Perspektive bewegen wir uns derzeit im normalen Rahmen. Der Dow weist noch Potenzial nach oben auf. Das Problem an solchen ex post-Betrachtun- gen ist natürlich: Handelt es sich derzeit überhaupt um eine „mayor rally“? Im Nachhinein lässt sich das immer sicher sagen. Dem Anleger hilft es aber nur, wenn er im Vorfeld informiert wird. Wir hatten in diesen Briefen im März letz- ten Jahres die Trendwende richtig prognostiziert, zwischenzeitlich aber mit stärkeren Rücksetzern gerechnet als mit denen, die dann tatsächlich eintraten. Schauen wir auf die fundamentals: ◆ Die Gewinnentwicklung der US-Unternehmen steht vor einer Bewährungsprobe. Wir erinnern uns: Im 4. Quartal des vergangenen Jahres haben die im S&P 500 enthaltenen Unternehmen ihren Gewinn zum Vorjahr verdreifacht. 72 % der Jahresabschlüsse haben die Progno- sen übertroffen. Ein solches Tempo weiter durchzuhalten ist kaum mög- lich, denn jede Konjunkturwende hat nur einen Punkt, an dem eine solch dynamische Erholung möglich ist. Befindet sich die Wirtschaft dagegen schon wieder auf dem aufsteigenden Ast, muß die Erholungsdynamik zwangsläufig nachlassen. Auch wenn die Gewinndynamik im 1. Quartal 2010 deutlich gerin- ger sein wird als im Schlussquartal 2009, sind die Erwartungen nicht gerade niedrig. Die Analysten rechnen für alle S&P 500-Unter- nehmen insgesamt mit einem Gewinn von 160 Mrd. US-Dollar. Das entspräche einer Steigerung von 37 % zum Vorjahresquartal. Klammert man den Finanzsektor aus (allein hier wird ein Gewinnplus von 205 % erwartet), liegt das prognostizierte Gewinnplus laut der jüngsten Erhebung von Thomson Reuters bei 27 %. Um ein nachhaltiges Gewinnwachstum zu bewerkstel- ligen, sind nun vor allem steigende Umsätze vonnöten. Wir hatten in den vergangenen Wochen wiederholt darauf hingewiesen, dass der Umsatzentwicklung in der nächsten Zukunft eine entscheidende Bedeutung zukommt. Bisher re- sultierte das Gewinnwachstum der Unternehmen vor al- lem auf rigiden Sparmaßnahmen. Das Sparpotenzial ist mittlerweile aber größtenteils ausgeschöpft. Nun entschei- det also echtes Umsatzwachstum darüber, ob sich ein Unternehmen ertragsmäßig weiter steigern kann. Hier tun sich derzeit vor allem Rohstoff- und Technologieunter- nehmen hervor. Auf diesen Bereich hatten wir in den letz- ten Monaten unsere Empfehlungsschwerpunkte gesetzt. Wie geht es hier weiter? Der Optimismus steigt. Wie BNP Paribas dieser Tage zeigte, vor allem für Europa (vgl. nebenstehenden Chart). Während in 2009 die Prognosen in der Regel nach unten revidiert wurden, sahen wir für das erste Quartal erstmals seit acht Quartalen wieder mehr Prognoseanhebungen. Mit 6,2 % nicht besonders stark, aber immerhin ein Richtungs- wechsel. Diese Rückkehr zur Normalität macht es natür- lich für Unternehmen noch schwieriger, die Prognosen zu übertreffen. Und wenn Gewinn- und Umsatz dann die Markt- erwartung schlagen, die Manager zusätzlich noch den Ausblick anheben, wie zuletzt bei IBM geschehen, ist das noch immer keine Garantie für Kurssteigerungen. Der Kurs von IBM gab nach überaus positiven Quartalsdaten zu- letzt nach. Was bedeutet das auf die heimische Industrie heruntergebrochen?

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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