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Veröffentlicht von Steffen Boller am 22.01.2014

Girokonto, Depot und Kreditkarte – wirklich alles kostenlos?

Girokonto, Depot und Kreditkarte – wirklich alles kostenlos?

Eigentlich gibt es ja schon seit vielen Jahren, insbesondere bei den Direktbanken, diverse Angebote bei denen Konto und Depot komplett kostenlos geführt werden. Dennoch wird das Ganze immer wieder thematisiert und als „neu“ beworben, speziell von den großen Banken. Wir geben einen kurzen Überblick über tatsächlichen Angebote.

Fidor
 
Gleich an erster Stelle möchte ich die Fidor Bank AG aus München nennen, auch im Zuge einer persönlichen Empfehlung. Die noch recht junge Bank verschreibt sich dem Fokus auf modernes e-Banking, mit Anbindung an diverse andere Dienstleister und e-Commerce. Und wie es bei einer modernen Infrastruktur sein soll, zahle ich natürlich für Konto und Karte keine Gebühren und erhalte auch noch eine durchschnittliche Verzinsung mit aktuell rund 1,20 %.
In der Fidor Community beraten sich Kunden gegenseitig über Geldanlage, da hält sich die Bank selbst nämlich raus und beschränkt sich auf die wesentlichen Funktionen: Zahlungsdienstleister anstatt Provisionskassierer.
Ein Depot gibt es leider noch nicht.
 
1822 direkt
 
Die 1822 direkt ist die Direktbank der Frankfurter Sparkasse. Dementsprechend kann man mit seiner Karte auch an allen Sparkassen-Geldautomaten kostenlos Geldabheben, ebenso wie in REWE Märkten. Das Girokonto ist bei einer Gutschrift (egal in welcher Höhe) pro Monat kostenlos, sonst 3,90 EUR. Das ist in Ordnung – allerdings kann ich nicht ganz nachvollziehen wieso man solch eine doch unnötig komplizierte Regelung wählt, da kann man das Konto doch auch komplett kostenlos machen. Eine ähnliche Regelung gibt es beim Depot der 1822 direkt.
Wenn man das Konto als Gehaltskonto nutzt gibt es 50 EUR geschenkt und von Sparwelt noch einmal 50 EUR on top wie ihr dort nachlesen könnt.
 
Cortal Consors
 
Die Direktbank von BNP Paribas ist mein persönlicher Favorit für Trader, insbesondere da mir Oberfläche und Handhabung sehr gut gefallen. Girokonto, VISA-Karte, Wertpapierdepot, alles komplett kostenlos bei Cortal Consors ohne irgendwelche Haken. Darüber hinaus sind die Transaktionsgebühren beim Trading im Durchschnitt (es gibt günstigere spezialisierte Broker) und der Support nach meiner Erfahrung wirklich sehr ordentlich.
 
DKB
 
Die Deutsche Kreditbank AG ist bei den Kunden insbesondere für die Kreditkarte bekannt, mit der man überall im Ausland kostenlos Geld abheben kann. Nahezu jeder in meinem Umfeld hat zuhauhause eine DKB Visa-Karte die vor Reisen entsprechend mit Prepaid ordentlich aufgefüllt wird um dann kostenlos abzuheben.
Kostenlos heißt hier übrigens wirklich kostenlos: Selbst wenn die ausländischen Banken Gebühren verlangen für die die DKB nichts kann (in Thailand der Fall) erhält man diese Gebühren auf Anfrage zurück – ein hervorragendes Beispiel wie sich mal wirklich an das Produktversprechen gehalten wird.
Darüberhinaus ist die Kontoführung und die VISA-Card komplett kostenlos, ebenso wie das DKB Depot. Wer Miles & More Kunde ist kann bei Kontoeröffnung schnell 10-20.000 Meilen sammeln!
 
Commerzbank
 
Aus gutem Grunde zuletzt kommt die Commerzbank. Wir alle kennen den netten TV-Sport mit der jungen Joggerin, oder die immer wieder erscheinende Werbung „Kostenloses Girokonto, 50 EUR wenn Sie uns mögen, 100 EUR wenn nicht“. Klingt ja alles erst mal ganz nett, wenn da nicht das Kleingedruckte wäre: das Girokonto gibt’s nämlich nur kostenlos, wenn monatlich mindestens 1.200 EUR Geldeingang verbucht werden – kein gigantisches Vermögen aber für viele auch nicht einfach durch Gehalt zu erreichen. Wenn der Geldeingang nicht erreicht wird, schlägt das Konto direkt mit saftigen 9,90 EUR pro Monat zu Buche – das ist wirklich heftig.
Grundsätzlich habe ich nicht unbedingt etwas gegen kostenpflichtige Konten, wenn du Leistung stimmt und der Kunde sich bewusst dafür entscheidet, ist es völlig in Ordnung für eine Leistung Geld zu verlangen. Aber überall von einem „kostenlosen Girokonto“ zu sprechen und dann in der Fußnote solche Bedingungen zu nennen, ist dreist.
 
Bei der comdirect gibt es immerhin ein „echtes“ kostenloses Girokonto.
 
 
Soweit ein erster kurzer Überblick der hoffentlich auch zum Denken anregt. Natürlich gibt es noch diverse andere gute Anbieter, insbesondere Direktbanken wie die ING DiBa, Postbank, Targobank usw. Auch bei seiner örtlichen Sparkasse, Volksbank oder der Deutschen Bank, kann man gute Angebote erhalten.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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