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Veröffentlicht von Performaxx-Anlegermedien GmbH am 05.07.2010

Easy Software AG: Management forciert das Expansionstempo

Easy Software AG: Management forciert das Expansionstempo

Die Informationsflut ist im Büro-Alltag zu einem ernst zu nehmenden Problem geworden. Neben überquellenden Email-Postfächern zählt vor allem die exponentiell wachsende Zahl digital abzulegender Dokumente zu den Hürden einer effizienten Datenverarbeitung. Für diese Probleme bietet die Mülheimer Gesellschaft Easy Software die passenden Lösungen. In der rund 20-jährigen Firmenhistorie hat sich das Unternehmen als Spezialist für elektronische Archiv- und Dokumentenmanagement-Systeme (DMS) sowie Enterprise Content Management (ECM) etabliert.

10.000 Installationen Mittlerweile verfügt Easy über ein breites Portfolio von Programmen, die alle relevanten Problemfelder im Bereich Datenmanagement abdecken. Das beginnt mit Lösungen für die Datenerfassung und den Workflow, umfasst darüber hinaus die Anbindung an Portal- sowie ERP-Systeme und bietet schließlich auch effiziente und sichere Systeme für die Archivierung. Insgesamt konnten bislang rund 10.000 Kunden von den Softwaremodulen überzeugt werden, womit sich die Gesellschaft zu den führenden Anbietern in ihrem Segment zählt. Als besondere Stärke gilt dabei der dreigliedrige Vertrieb: Neben dem Direktverkauf unterhält Easy einerseits eine eigene Consulting- und Servicesparte, die zunächst im Vorfeld Hilfestellung bei der Optimierung der Prozessabläufe und Datenflüsse leistet und im Anschluss auch die Einführung der DMS-/ECM-Software begleitet. Andererseits hat das Unternehmen für den deutschsprachigen Raum ein umfangreiches Partnernetzwerk etabliert, das zusammen mit den eigenen Kapazitäten eine flächendeckende Präsenz sicherstellt. Krisenjahr 2009 Das erfolgreiche Geschäftsmodell spiegelt sich in den in den operativen Resultaten des Unternehmens adäquat wider. Zwischen 2003 und 2008 ist Easy Software in jeder Periode gewachsen, um durchschnittlich 11 % pro Jahr (CAGR). Dabei wurden zwischenzeitlich ansehnliche EBIT-Margen von bis zu 20 % erwirtschaftet. Die Rezession 2008/09 beendete allerdings diese Erfolgsserie. Wegen eines sehr schwachen zweiten und dritten Quartals musste in der abgelaufenen Finanzperiode ein Umsatzrückgang um 8,5 % auf 22,3 Mio. Euro hingenommen werden. Besonders gelitten haben dabei die margenstarken Softwareverkäufe (7,2 Mio. Euro, -17,2 %), während der Bereich Softwarepflege und Dienstleistungen fast auf dem Vorjahresniveau lag (14,5 Mio. Euro, -2,7 %). Unter dem Strich wurde dennoch eine deutliche Ergebnisverbesserung von 0,17 auf 0,82 Mio. Euro erzielt, ein erster positiver Effekt der bereits 2008 eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen. Verhaltener Start Auch der Start in die aktuelle Periode ist verhalten ausgefallen. Nach Unternehmensangaben lagen die Konzernumsätze in den ersten drei Monaten leicht unter Plan, wofür Verzögerungen bei Großkundenprojekten in Deutschland und Großbritannien verantwortlich gemacht werden. Gegen Ende des Quartals war allerdings eine deutliche Belebung des Geschäfts bemerkbar, so dass die vorsichtig optimistische Prognose für das Gesamtjahr – ein leicht steigender Umsatz und Gewinn – bestätigt wurde. Neueinführung mit Potenzial Die aktuelle Periode könnte den Startschuss geben für eine Phase mit einem höheren Expansionstempo. Denn der Konzern hat in der Krise seine Hausaufgaben gemacht und die Produktentwicklung weiter vorangetrieben. Ein Resultat ist die bereits Mitte 2009 erfolgte Markteinführung von Easy Experience. Mit der neuen Produktplattform, die sämtliche Funktionen vom Workflow bis zur Ablage in einer einheitlichen Client-Server-Architektur für das unternehmensweite Dokumentenmanagement abbildet, sieht sich das Unternehmen im ECM-Markt in einer führenden Position. Allein ein erfolgreicher Verkauf im Bereich der Bestandskunden könnte das Geschäft spürbar beflügeln. Aus der Deckung Zusätzliche Impulse verspricht die weitere Internationalisierung. So sollen die Umsätze der Niederlassungen in Asien und den USA durch einen Ausbau der Netzwerke gesteigert werden. Im letzten Jahr wurden bereits in beiden Regionen neue Kooperationspartner gewonnen und die Marktposition somit deutlich gestärkt. Neben dem vorsichtigen organischen Expansionskurs nutzt das Management darüber hinaus die Gunst der Stunde auch für externes Wachstum. In einem ersten Schritt erfolgte zuletzt die Übernahme von 51 % der Anteile an dem Dortmunder Spezialisten für Geschäftsprozesslösungen, otris Software, der schon seit 2002 zu den Entwicklungspartnern von Easy zählt und im letzten Jahr rund 4 Mio. Euro erlöste (davon 60 % mit externen Kunden). Angesichts der starken finanziellen Position der Gruppe mit einer Liquidität von 6 Mio. Euro und einer Eigenkapitalquote von 81 % (beides vor der Akquisition) muss das nicht die letzte Transaktion dieser Art gewesen sein. Fazit Insgesamt ist das Softwareunternehmen sehr gut aufgestellt, um von den hervorragenden Wachstumsaussichten im ECM-Markt entsprechend zu profitieren. Die Aktie ist vor diesem Hintergrund allerdings nicht mehr ganz billig, das KGV für 2010 beträgt nach unserer Schätzung immerhin 21,2. Gelingt es allerdings dem Management, das Wachstumstempo nachhaltig hochzuschrauben und dabei die Margen zu halten, winken trotzdem noch deutlich höhere Kurse. Wir sehen durchaus gute Chancen, dass dieses Vorhaben gelingen wird. Wer ebenfalls darauf setzen möchte, kann nach der jüngsten Konsolidierung eine erste Position aufbauen und prozyklisch bei Kursen über 4,00 Euro aufstocken.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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