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Veröffentlicht von Redaktion "Actien-Börse" am 12.11.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 12.11.2010:

Börsenbrief Actien-Börse
Actien-Börse

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1963

Die ALLIANZ scheint die „Zeitfrage“ nun doch aufzugreifen, die wir als Asset-Wette beschrieben hatten.

Nach Redaktionsschluss dieses Briefes erscheinen die konkreten Zahlen, die die stabile Ertragsqualität der ALLIANZ belegen. In einem Interview hat der Chef für Kapitalanlagen jedoch zwei Dinge klargestellt: 1. Die ALLIANZ wird ihre Immobilien-Investments deutlich ausbauen und nennt dafür einen Betrag von 7 bis 8 % aller Kapitalanlagen.

Voraussetzung: 6 % Rendite pro Objekt und nicht als Fonds, sondern direkt. Das ergibt eine Verdoppelung gegenüber dem Satz von vor 10 Jahren und eine Verdreifachung gegenüber den letzten Jahren. 2. Die Aktienquote betrug damals 28,5 % und wird jetzt mit etwa 8,5 % angegeben. Jeweils von 310 Mrd € Gesamtanlagen im Versicherungsgeschäft. Zeitweise wurden 3,9 % Aktienquote angegeben, aber innerhalb des Konzerns anders abgegrenzt. Wir ziehen daraus die Erkenntnis: Die ALLIANZ orientiert sich als größte Versicherungsgesellschaft um. Die ALLIANZ ist künftig ein Doppelkonzern. Zum einen Versicherungen und zum anderen Vermögensverwalter für Dritte. Die Verteilung der Gewichtung in den Kapitalanlagen wird vermutlich unterschiedlich verlaufen. Es hat den Anschein, dass man im Asset-Management für Dritte die Aktienquote deutlich anheben wird, was zu Lasten der Bonds-Bestände geht. Im Versicherungssektor dürfte man etwas vorsichtiger verfahren, um den Bilanzierungsbestimmungen zu genügen. Einen Vorgeschmack bildet die jüngste Statistik. Unter den Top 10 der Investmentfonds rangiert der „ALLIANZ-Topf“ mit dem Namen Premium Management Stabilität mit einem Nettomittelaufkommen in diesem Jahr von 1,857 Mrd € auf Platz 1. Der neue ALLIANZ PIMCO-Fonds schaffte bereits 829 Mio €. Auf Letzteren hatten wir bereits im Frühjahr anlässlich seines Starts aufmerksam gemacht. Die ALLIANZ stufen wir deshalb neu ein. Das Versicherungsgeschäft generiert rd. 70 Mrd € in der Bruttoprämie und vielleicht 62/63 Mrd € Nettoprämie. Die Einnahmen aus dem Management sind brutto bei 42/44 Mrd € anzusetzen. Angestrebt werden 7,2 Mrd € für das operative Ergebnis. Dabei steigen die Erträge aus Finanzdienstleistungen schneller als die Versicherungsprämie. Das operative Ergebnis konnte bereits zum 30.06. um 20 % auf 3,9 Mrd € zulegen. Jedenfalls: In spätestens 2 Jahren oder schon im kommenden Jahr verdient die ALLIANZ in der Vermögensverwaltung mehr als in der Versicherung. Wie ist ein solcher „Finanzdienstleister“ künftig zu bewerten? Vor 10 Jahren wiesen die Kapitalanlagen der ALLIANZ eine Differenz zwischen Zeit- und Bilanzwert von 22,2 Mrd € aus. Per 2002 ergibt sich eine mickrige Differenz von knapp 3 Mrd €. Der Börsenwert von damals erreicht beinahe 100 Mrd € für eine Nettoprämie von 50 Mrd €. Wegen der DRESDNER BANK-Beteiligung ist diese Bewertung sicherlich nicht vergleichbar. Aktuell sind aber 40 Mrd € um ca. 30 bis 35 % zu wenig für die Bewertung der Gesamteinnahmen von voraussichtlich 113 Mrd € im Gesamtjahr. Im internationalen Vergleich läge der Mittelwert für eine solche Einnahme aus Finanzgeschäften und einer Zielgröße von mehr als 8 Mrd € im kommenden Jahr bei einem Börsenwert von 55 bis 60 Mrd €. Das aber ergäbe ein Kursziel von 126 € je Aktie. Ähnlich wie die DT. BANK spielt die ALLIANZ nicht mehr in Deutschland, sondern auf dem internationalen Feld. Denn sowohl das Versicherungsgeschäft als auch die Vermögensverwaltung kommen auf Auslandsanteile von ca. 65 % als Mittelwert. Wie investieren? Die Erstinvestments hatten wir frühzeitig begründet. Das war bei 45/50 €, inzwischen 93 €. Bis zu dem genannten Zielkurs sind es noch rd. 33 %. Also keine Kursverdoppelung mehr wie gegenüber den Tiefstkursen in der Finanzkrise mit damals rd. 45/47 €. Provokative Frage: Sind auch Kurse um 180 € eine Möglichkeit, wenn die ALLIANZ es fertigbringt, die Dynamik der Aktien- und Immobilienmärkte zu nutzen, was sich aus dem neuen strategischen Ansatz ableitet? Das war der Rekordkurs kurz vor der Finanzkrise! Das halten wir für keineswegs unmöglich, wenn auch ambitiös. Mithin: Wir plädieren für einen Ausbau der Positionen in ALLIANZ. Die analoge Einschätzung der DT. BANK rufen wir lediglich in Erinnerung.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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