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Veröffentlicht von Redaktion "Rohstoff-Spiegel" am 11.07.2009

Der nächste Krisenschub kommt

Der nächste Krisenschub kommt

In meinem letzten Marktkommentar (Keine „Green Shoots“ zu sehen) habe ich über die zusammenbrechenden Versuche geschrieben, einen „Aufschwung“ durch Propaganda zu erzeugen. Aber die zusammenbrechende Realwirtschaft ist stärker. Inzwischen wird in den Medien berichtet, dass den Banken jetzt eine neue Welle von Kreditausfällen droht, diesesmal jeweils im Inland durch Firmenbankrotte. Die Insolvenzen von Arcandor oder GM sollen hier nur als Beispiele dienen.

Trotzdem versucht die Politik alles zu retten, etwa indem sie den Druck des neuen Quelle-Katalogs dieser Pleitefirma (Arcandor) finanziert, obwohl der Umsatz schon um die Hälfte eingebrochen ist. In Deutschland möchte die Politik auch, dass jetzt die Bundesbank direkt Kredite an Firmen vergibt, obwohl diese dazu gar nicht eingerichtet ist. Man greift nach Strohhalmen.

Dann erschien am 07.07.09 in der Süddeutschen dieser Artikel: „Die Nacht, in der es um Deutschlands Banken ging“. Darin wird die 1. Rettung der Hypo Real Estate über ein Wochenende im September 2008 detailliert beschrieben. Darin fällt dieser Satz: Ansonsten stehe am Montag keine deutsche Bank mehr. Damit haben die Banker die deutsche Politik erstmals um eine Staatsbürgschaft erpresst. Warum erscheinen plötzlich solche Sachen in den Medien? Ein Leser von hartgeld.com ist der Ursache auf der Spur:

Es kam hinsichtlich der Veröffentlichungen zum Thema zu keinerlei Protesten seitens der Politik ("Wo ist hier der Maulwurf? Unverantwortlich!...) Vor wenigen Tagen gibt die EZB 400 Mrd für ein Jahr an die europäischen Banken, aktuell noch mal ein außerordentliches Refinanzierungsgeschäft, unlimitiert über ein halbes Jahr: Man pumpt also zum einen unbegrenzt Liquidität ins System, gleichzeitig kommt der dramatische Bericht über die "Rettung ohne Alternative". Sollten wir da nicht 1+1 zusammenzählen? Offensichtlich steht in Kürze etwas Dramatisches an, der Bericht ist die Legitimation für die künftige Handlung. Man sollte wohl die "Rettungsboote " schleunigst aus dem Schließfach holen und im persönlichen Zugriff halten: Letzte Chance schleunigst EMs zu kaufen. Interessant auch, wenn man sich die Kursentwicklung/Chartbild von Silber im August/September letzten Jahres mit Juni/Juli diesen Jahres vergleicht: starker Abverkauf über sechs Wochen vor dem Bankenkollaps. Und aktuell wieder.., Man könnte annehmen, dass die Öffentlichkeit vorbereitet wird für den Fall, dass es wieder losgeht: das letzte Mal hat es „so gut funktioniert“, wir haben euch gerettet. Vertraut uns wieder. Soetwas dürfte hinter dieser Veröffentlichung stecken. Sonst würde man Verräter jagen.

Der GEAB Nr. 36 ist erschienen und geht davon aus, dass in diesem Sommer drei Monsterwellen unser wirtschaftliches Gefüge schwer treffen werden. Besonders arg wird sein, dass diese Monsterwellen nicht hintereinander kommen werden, sondern vermutlich ziemlich gleichzeitig. Ein verdammt heißer Sommer scheint damit garantiert zu sein! Die drei Monsterwellen beschreibt GEAB als

1. Massenarbeitslosigkeit
2. Insolvenzen mit Dominoeffekten
3. die Agonie des Dollars, der US-Staatsanaleihen, des britischen Pfunds und die Wiederkehr der Inflation.

Den Euro vergisst der GEAB, aber der ist auch nicht besser. Der neueste Privateer von Bill Buckler gibt gleich einen „Global Alert“ aus, speziell wegen des unlimitierten Geldpumpens der EZB.

Ja, und AIG braucht auch wieder einmal 193 Mrd. USD, vermutlich aus Zahlungen für Credit Default Swaps (CDS) auf ausgefallene Anleihen, etwa von General Motors.
Wie in den letzten zwei Krisenjahren üblich, kommt immer im Sommer ein neuer Krisenschub. 2008 mit dem Untergang von Lehman und dem Bailout von Fannie & Freddie. Am 18.09.2008 wäre fast das US-Finanzsystem kollabiert, der Goldpreis ist kurzzeitig in Minuten um 100 USD hochgeschossen. Kommt die „Überraschung“ dieses Mal aus Europa? Ewig können sie ihr absaufendes Titanic-System nicht zusammenhalten. In die Rettungsboote! Diese sind derzeit noch günstig und wieder zu haben.  


Über den Autor

Walter K. Eichelburg ist Betreiber der meistgelesenen deutschsprachigen Gold- und Krisenwebsite http://www.hartgeld.com/. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Investment- und Geldfragen. Er ist Autor zahlreicher Artikel auf dem Finanz- und IT-Sektor. Dieser Artikel ist als völlig unverbindliche Information anzusehen und keinerlei Anlageempfehlung. Jegliche Haftung irgendwelcher Art für den Inhalt oder daraus abgeleiteter Aktionen der Leser wird ausdrücklich und vollständig ausgeschlossen.


Hier können Sie die gesamte Ausgabe des Rohstoff-Spiegels downloaden: http://www.rohstoff-spiegel.de/count.php?url=rs_2009-14.pdf

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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