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Veröffentlicht von Redaktion "Actien-Börse" am 07.01.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 07.01.2010:

Börsenbrief Actien-Börse
Actien-Börse

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1963

Der größte private Arbeitgeber Deutschlands

Ist die wohl wichtigste Bemessungsgrundlage, was deutsche Technologie-Werte sind, es geht um SIEMENS. Denn: Kein Konzern stand in den vergangenen 3 Jahren unter so starkem Druck aller Art, von Korruption über Managementwechsel bis zu fragwürdigen Entscheidungen, eine neue Struktur zu finden.

Kein Jahresumsatz ließ sich in dieser Zeit mit dem Vorjahr vergleichen, gleiches gilt für den Cash-flow, den Gewinn und alle anderen daraus folgenden Bewertungskriterien. Für SIEMENS stellt sich die gleiche Frage wie für DAIMLER oder BMW. Sind die „alten“ Kurse von 110/115 € aus 2007 oder 120/125 € aus 2000 eine reale Perspektive?

Der Umsatz von SIEMENS hat in den vergangenen 7 Jahren fast vollständig stagniert, obwohl er wenig vergleichbar ist. Der Cash-flow hat sich deutlich verringert, im Schnitt um etwa 40 %. Die EK-Quote hat sich fast halbiert. Verbessert hat sich die Umsatz- und die Kapitalrentabilität und SIEMENS tritt mit Investitionen fast auf der Stelle. Darin drückt sich zum einen der Umbau des Konzerns aus, zum anderen aber auch eine nicht zu übersehende mangelnde unternehmerische Phantasie des Managements. Folge: Die Börsenkapitalisierung von SIEMENS lag vor 10 Jahren bei 83 Mrd, vor 3 Jahren bei knapp 100 Mrd und aktuell bei 59 Mrd €.

Das Management ist dafür das teuerste in Deutschland. Der Chef erhält das höchste Managergehalt unter allen DAX-Konzernen und der AR-Vorsitzende bedient sich in ähnlicher Form. Inzwischen ist das Thema Korruption angeblich erledigt, doch was passiert jetzt mit SIEMENS als Konzern?

47,7 % des Umsatzes entfallen auf Industrie, 28,5 % auf Energie, 14,5 auf Medizintechnik, Rest Sonstiges.
Die Ergebnisstruktur lautet: 55 % Industrie, 20,5 % Energie und 17,5 % Medizintechnik, Rest Sonstiges. Industrie und Energie sind mithin das Brot- und Buttergeschäft, doch ein Weltkonzern benötigt mehr. Immerhin: SIEMENS hat 10,8 Mrd € auf dem Sparkonto, 8 Mrd € nicht genutzte Kreditlinien und Finanzchef Kaeser meinte in einem Interview, daß man über 10 Mrd € via Bonds oder Aktien im Markt akquirieren könne, um eine wirklich neue Struktur mit weitgehender Perspektive zu schaffen. Mit anderen Worten: SIEMENS hat trotz dieser hervorragenden Finanzlage und einem positiven Zinssaldo die gesamte Marktkrise bisher nicht genutzt, um das frühere Fernziel von 100 Mrd € Umsatz zu erreichen. Darum geht es jetzt.

Das SIEMENS-Management hat es allein in der Hand, dies zu nutzen. Die Produktpalette ist umfangreich, aber längst nicht so konsequent auf die besten Zukunftsperspektiven ausgerichtet, wie es möglich wäre. Darin liegt die weitere Beurteilung der SIEMENS-Aktie aus der Kombination von Finanzlage einerseits, Rahmenbedingungen andererseits und Umsetzung als Schlußpunkt. Denn: Der Markt bewertet bisher nur die Solidität, aber eine Erwartungsprämie steckt im Kurs noch nicht drin.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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