Der DAX folgt dem gleichen Rhythmus, ist aber gegenüber dem S&P 500 weniger breit aufgestellt, doch dafür preiswerter

Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 07.07.2011
Dies ist eine exklusive Leseprobe von:

Actien-Börse

Er ist rund 15 % „billiger“ als der S&P 500, was übrigens auch für den DOW JONES gilt. In Folge dessen ist es logisch anzunehmen, dass das Potenzial im DAX höher einzuschätzen ist als dasjenige für die Amerikaner. Damit ist Ihre Priorität gesetzt.


 

Ein wichtiger Träger dieser Gewinndynamik ist auch hier die Arbeitsproduktivität. Jedoch: In Europa lief vieles anders. Explodierende Lohnstückkosten für die schwächsten Länder und eindrucksvoll stabile Lohnstückkosten in Deutschland. Selbst wenn man unterstellt, dass Griechenland ein Sonderfall ist, so liegen die Unterschiede für die wichtigsten Industrieländer in der Eurozone in den Größenordnungen von 30 bis 40 %. Daraus folgt:

Die Wettbewerbsposition der deutschen Industrie ist wahrlich einmalig gut. Es gibt keinen Anlass anzunehmen, dass sich dies in Kürze ändert. Der Vergleich gilt sowohl für die vergangenen 15 Jahre als auch ab 2000, dem Start des Euro. Das muss nicht zwangsläufig so bleiben.

Unsere Einschätzung: Alle verfügbaren Daten sprechen dafür, dass dieser Wettbewerbsvorteil innerhalb Europas auch im Vergleich zu den wichtigsten Konkurrenten am Weltmarkt ein ganz ähnliches Bild zeigt. Nur die Amerikaner erreichten eine bessere Ausgangslage, wie oben dargelegt.

Die Gretchenfrage aus technischer Sicht wird zum Ende der Sommerkonsolidierung sein: Wenn die Vermögensverwalter den tiefsten Stand des Optimismus erreichen, ist der ideale Kauf möglich. Das waren im vergangenen Jahr die drei Monate des III. Quartals. Die Börse startete deshalb in der ersten Septemberwoche durch. Liegt der Pessimismus derzeit in der ähnlichen Größenordnung? Wir waren zum High Noon Griechenlands zumindest nahe dran.

Also aufpassen: Wenn die letzten Profis das Handtuch werfen, sind Sie spätestens im Markt. Wir taxieren den PessimismusPegel für Juli eher um 15 %. Das entspräche in etwa dem gleichen Eindruck, den kürzlich der ZEW darstellte. Einer der interessantesten Ansätze ist dafür:

Die offizielle Barreserve der Fonds/Vermögensverwalter ist im Moment nicht aussagefähig. Je nach Umfrage liegen die Reservepositionen nach dem Rückzug aus Aktienbeständen bei etwa 15 % als Mittelwert. Teils in Festgeld, teils in Derivaten oder auch Gold etc. Es ist die Reserve, die vor den Märkten steht, wenn die Herbstrally beginnt. Dann aber tun alle das Gleiche: Investieren! 

 

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