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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 19.12.2013

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 19.12.2013:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Der Börsengang von MONCLER (A1W 66W; 15,15 €) rückt Luxusgüteraktien wieder verstärkt in den Fokus

Das IPO der italienischen Luxusmodemarke hätte besser nicht laufen können: Das Orderbuch war 31-fach überzeichnet, so dass der Zuteilungspreis problemlos am oberen Ende der Bookbuildingspanne bei 10,20 € festgelegt werden konnte. Die Altaktionäre konnten sich also die Hände reiben. Die Beteiligungsgesellschaft Eurazeo war 2011 bei dem Hersteller von exklusiven Daunenjacken eingestiegen, hatte dann aber kurzfristig schon wieder den Exit gesucht. Der kurzfristig für 2011 geplante Börsengang wurde abgesagt. Letztlich eine sehr gute Entscheidung: 2011 lag der geschätzte Marktwert Monclers lediglich bei 1,2 Mrd. €. Mit dem nun gelungenen Börsengang lag die Bewertung mit 2,55 Mrd. € mehr als doppelt so hoch. Doch damit nicht genug: Wegen der massiven Überzeichnung des Moncler-IPOs hätten die beiden Großaktionäre Eurazeo und Carlyle-Aktien im Wert von 20 Mrd. € platzieren können. Letztlich werden ihnen aus der Emission „nur“ 700 Mio. € zufließen.

Am Montag war dann an der Mailänder Börse der erste Handelstag. Der erste Kurs wurde bei 14,40 € festgestellt, womit die Erstzeichner einen Kursgewinn von 41 % verbuchen konnten. Am Dienstag legte der Kurs bis auf 15,47 € zu, bevor dann Gewinnmitnahmen einsetzten, welche die Aktie bis auf 14,15 € drückten. Das entspricht immer noch einer höchst respektablen Bewertung von 3,54 Mrd. €.

Damit ist Monclers Bewertung aber bereits aus dem Ruder gelaufen. Zum IPO hatte das Verhältnis von Unternehmenswert und EBITDA bei 17,5 gelegen, was ungefähr dem Branchendurchschnitt entspricht. Auch wenn die Bewertung beim Börsengang schon einiges Positives vorwegnahm, lag sie doch immer noch im Rahmen. Immerhin ist Moncler ein hochprofitables Wachstumsunternehmen. Die EBITDA-Marge lag 2012 bei 33 %. Der Umsatz lag bei 489 Mio. €, während der Gewinn um 41 % gesteigert werden konnte. Im Vergleich zu vielen Branchenwettbewerbern, die unter der Konjunkturabkühlung in China zu leiden hatten, liegt Moncler damit immer noch gut im Rennen. Ein Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA von über 24 ist aber definitiv zu teuer. Fazit: Moncler drängt sich derzeit nicht zum Kauf auf!

Eine Verschärfung der Antikorruptionspolitik der chinesischen Regierung hatte zuletzt insbesondere die Hersteller von Luxusuhren unter Druck gebracht. Teure Uhren werden in China gerne im Rahmen einer Geschäftsanbahnung verschenkt. Aktien wie LVMH und RICHEMONT entwickelten sich deshalb zuletzt unterdurchschnittlich. HERMÈS und BURBERRY konnten trotz der Belastungen in China immer noch Wachstumsraten von 15 % vorweisen, was aber ebenfalls nicht für einen überdurchschnittlich guten Kursverlauf ausreichte.

Im Geschäft mit Luxusartikeln hat sich aber zuletzt der Schmucksektor wieder etwas hervorgetan. So hat sich beispielsweise der US-Juwelier TIFFANY (872 811; 90,24 $) zurückgekämpft. Eine Initiative mit einem neuen Produktsortiment und eine verstärkte globale Präsenz hat deutliche Wirkung gezeigt. So ist Tiffanys Umsatz im 3. Quartal um 7 % gestiegen, während der Gewinn sogar 50 % zugelegt hat. In Asien konnte man ein Wachstum von über einem Viertel vorweisen. Von Sorgen in China weit und breit keine Spur! Tiffany erhöhte in der Folge die Gewinnschätzung für das gesamte Geschäftsjahr um 4 %, was von der Börse prompt mit einem Kurssprung von 11 % gefeiert wurde.

RICHEMONT (A1W 5CV; 85,10 CHF) erzielt mit seinen Marken Cartier und Van Cleef & Arpels noch höhere Margen als Tiffany. SWATCH GROUP (865 126; 572 CHF) will sich ebenfalls verstärkt dem Geschäft mit Markenschmuck widmen. Das soll u.a. durch die Integration von Harry Winston gelingen.

Allen drei Unternehmen ist gemeinsam, dass die Kursentwicklung auf kurze Sicht davon abhängt, wie das Weihnachtsgeschäft verlaufen ist. Tiffany und Richemont werden im Januar diesbezüglich ihre Bücher öffnen. Swatch hingegen könnte dagegen möglicherweise schon kurzfristig einen positiven Impuls bekommen, haben die Schweizer doch am vergangenen Sonntag die lang erwartete Uhr „Swatch Sistem 51“ auf den Markt gebracht.

Fazit: Auf Sicht der nächsten Wochen dürften die Kurse nicht weglaufen. Bei Tiffany sollte zunächst ein Rücksetzer abgewartet werden. Fällt der Kurs unter 87 $, kann eine Einstiegsposition gekauft werden. Swatch gehört dagegen ohnehin zu unseren Dauerempfehlungen.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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