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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 16.11.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 16.11.2011:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Denken Sie über die Euro-Krise hinaus

Das fällt angesichts der Nachrichtenlage schwer, aber in dieser Krise entsteht nach jetzigem Informationsstand eine enorme Chance für die gesamte Euro-Zone. Zwar zweifeln alle an der Fähigkeit der Europäer, sich zu reformieren, aber der Wille ist bereits da. Wieso?

 

Kein Euro-Teilnehmerland wird zahlungsunfähig. Einen offiziellen Default wird es also nicht geben. Gleichzeitig wird keine europäische Bank fallengelassen. Die EZB wird alle liquide halten, bis Finanzierungen über die Kapitalmärkte wieder möglich sind. Das ist die Grundannahme, auf die die Märkte in den kommenden Monaten bauen können. Wie die europäische Politik dies umsetzt, ist nicht relevant. Entscheidend ist, dass diese Grundannahmen aufrecht erhalten werden. Wie sieht dann die künftige Entwicklung aus?

Wenn die Europäer drastisch sparen,

dann geht das zu Lasten des europäischen Sozialstaates. Den Staatsbankrott vor Augen schafft einen politischen Konsens, sämtliche heiligen Kühe zu schlachten. Damit ist die jetzige Gemütsverfassung nicht unähnlich derer in den 70er Jahren nach den Öl-Schocks. Es entsteht ein unglaublicher politischer Wille und die Substanz, zu sparen, ist auch vorhanden. Damit werden in den nächsten 10 Jahren die

Staatsquoten (Anteil des Staates am BIP) in Europa fallen. Umgekehrt:

Fällt die Staatsquote, entfaltet sich der private Sektor. Alle Unternehmen und Privatleute, die nicht von Leistungsgesetzen des Staates abhängen, werden sich weiter entfalten können. Daraus entsteht nach einer kurzen Zeitverzögerung eine hohe wirtschaftliche Dynamik, die insbesondere auch in den derzeitigen Problemländern den Arbeitsmarkt entlasten wird. Sinkende Arbeitslosenquoten erreichen sie nur mit einem stark wachsenden privaten Sektor. Die höhere Wirtschaftsdynamik trägt über höhere Steuereinnahmen zur Sanierung der Staatsfinanzen bei.

Gut zwei Drittel der Eurozone sind schon fit. Im Wesentlichen geht es jetzt um Spanien, Italien und auch Frankreich. Diese Länder werden rapide das vollziehen, was die Deutschen vor 8 Jahren mit der Agenda 2010 durchsetzten. Daraus entstand damals die Comeback-Story Deutschlands an der Börse, die von den Deutschen selber nicht erkannt, von den ausländischen Investoren aber gespielt wurde. Die gleiche Spekulation erstreckt sich nun auf Europa.

Die gesamte europäische Architektur wird sich mit Sicherheit drastisch verändern. Das ist für einen Außenstehenden kaum nachvollziehbar, weil es pure Politik bedeutet. Dabei wird es Grundsatzfragen über die Integration der einzelnen Staaten in die Gemeinschaft und Angriffe in die Staatsfinanzen geben. Diese Diskussion kann man jetzt nicht vorwegnehmen, man weiß aber, dass sie laufen wird, und wird Lehren aus der jetzigen Krise ziehen. Die Aufnahme neuer Mitglieder ist mit Sicherheit vertagt und der Aufnahmeprozess wird auch verschärft.

Fazit: Auf diese Entwicklung wird die Börse zu Recht spekulieren. Das ist nicht unähnlich der Entwicklung in den USA und England in den 80er Jahren unter Reagan und Thatcher. Aus der totalen Krise 80/82 entstand der Superboom bis zum Crash 1987. Das ist die Perspektive für die heutigen Anlagen. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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