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Veröffentlicht von Redaktion "Actien-Börse" am 17.12.2009

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 17.12.2009:

Börsenbrief Actien-Börse
Actien-Börse

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1963

China kam ganz anders durch und aus der Krise heraus

Weniger berührt, sowohl negativ wie auch positiv und China bleibt deshalb einer der wesentlichen Motoren für den gesamten Weltmarkt. Jedoch: China reagierte auf die Krise am schnellsten und mit größter Finanzgewalt.

500 Mrd $ Konjunkturprogramm sollen es richten. Dabei fällt schon jetzt ins Auge, wie sich die Struktur der chinesischen Wirtschaft den neuen realen Verhältnissen anzupassen gezwungen sein wird. Die Importe beschleunigen sich dramatisch, und die Exporte erholen sich langsamer. Daran wird ersichtlich, in welche Problematik die Chinesen hineinlaufen. Denn:

China lebt künftig weniger von der verlängerten Werkbank für andere und der Billigproduktion für den Rest der Welt. Das Wachstum wird daher stärker vom Inland und weniger vom Ausland kommen müssen. Dabei kommt erschwerend hinzu:

Der Yuan/Renmimbi ist eine Achillesferse. Bis zu Beginn der Krise wertete China den Yuan Schritt für Schritt um insgesamt knapp 12 % auf. In der Krise wurde diese manipulierte Aufwertung gestoppt. Eine neue Aufwertungsrunde steht bevor. Sie führt dazu, daß der Export schwieriger wird, weil auch die Lohnkosten steigen und mithin die Wettbewerbsfähigkeit abnimmt. Die Verlagerung der Wachstumsimpulse vom Außenhandel zum Inland wird das zentrale Thema der Wirtschaftspolitik Chinas werden. Hierbei steht fest:

Die akute Investitionslücke der Chinesen wird in den Größenordnungen zwischen 70 und 90 Mrd $ genannt. Es handelt sich um eine grobe Schätzung für nötige Effizienzverbesserungen der chinesischen Wirtschaft, vor allem Metall, Kohle und Energieerzeugung. Ohne nachhaltige Investitionen für Modernisierung und Produktivität ist die Wettbewerbsfähigkeit der Chinesen nicht zu halten. Für alle Metalle gilt bis jetzt ohnehin eine massive Subventionierung. Ohne diese wäre China-Stahl schon jetzt international nicht konkurrenzfähig. Folge davon: Diese Investitionen sind hochwertige Technik, und die Lieferanten sind Japan, USA und Deutschland als die 3 wichtigsten.

Die chinesische Börse ist zu 80 % eine Art Staatsbörse. Der Freefloat bewegt sich zwischen 3 und 12 % und ist mit keiner anderen Börsen der Welt vergleichbar. Alle Kapitalisierungsangaben sind deshalb eine sehr theoretische Rechnung. Unzweifelhaft ist aber: Wenn China die Inlandskonjunktur massiv entwickeln will, sind umfangreiche Neuemissionen nötig, womit man das Kapital landesweit einsammeln kann. Vermutlich wird auch der Freefloat deutlich zunehmen, und somit ist Shanghai künftig einer der sicherlich interessantesten, wenn auch sehr schwer zu analysierenden Märkte. Es wäre nicht erstaunlich, wenn sich die Zahl der echt notierten Aktien (mit ausreichendem Freefloat) in die Größenordnungen von 2.000 oder 3.000 hineinbewegt. Das ergäbe eine historisch wirklich neue Börsenstory.

Der Shanghai-Index ist dafür nur eine grobe Leitlinie. Zumindest ist aber das Erholungspotential erkennbar und ausreichend attraktiv. Für Privatanleger wird das Nutzen der chinesischen Möglichkeiten nicht einfach, weil die Informationsbreite- und tiefe mangelhaft ist. Zu überlegen sind daher die Varianten entweder in den ETFs oder auch in gut sortierten und seriös gemanagten echten Aktienfonds.

Spekulative Investments oder typische „Wetten“, die das Trading in diesen Märkten widerspiegeln, sind die deutlich riskantere Variante. Unsere Konsequenz wird voraussichtlich lauten: Eine Spezialinformation über diesen Markt unter ausschließlich chinesischem Blickwinkel, also so weit wie möglich „Inside“.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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