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Veröffentlicht von Redaktion "rohstoffe kompakt" am 05.08.2009

Zucker - süße Energie

Zucker - süße Energie

Während der weiße, süße Stoff früher vor allem in Kuchen, Eis oder vielen anderen Lebensmitteln den Weg zum Kunden fand, wird die Substanz heute auch vermehrt zur Erzeugung von Energie genutzt. Umgewandelt in Ethanol soll Zucker den Verbrauch von fossilen Brennstoffen wie Erdöl reduzieren und wird daher Benzin beigemischt.

Zucker gibt es heute im Überfluss. Dies war nicht immer so. Lange Zeit war Zucker ein rares Luxusgut. Es wurde zunächst aus Zuckerrohr gewonnen und kam in der Antike von Asien nach Europa. Das war jedoch teuer. Hauptsüßungsmittel war hier daher Honig. Auch mit dem weltweiten Anbau von Zuckerrohr auf Plantagen ab etwa 1500 wurde Zucker kaum erschwinglich. Erst ab dem 18. Jahrhundert mit der Entdeckung des Zuckergehalts in der Runkelrübe, der erfolgreichen Züchtung zur weißen Zuckerrübe sowie später ab dem 19. Jahrhundert mit der Entwicklung der industriellen Zuckerproduktion wurde er zum Gegenstand des täglichen Bedarfs.


Zuckerrohr und Zuckerrübe

Zucker ist ein Sammelbegriff für alle süß schmeckenden Einfach- und Zweifachzucker (Saccharide). Umgangssprachlich und auch im Handel meint man in der Regel den Zweifachzucker Saccharose, der hauptsächlich aus Zuckerrohr und Zuckerrübe gewonnen wird. Ersteres wird in den Tropen angebaut und liefert etwa 55% der weltweiten Produktion. Hauptanbauländer sind Brasilien, Indien und China. Die Zuckerrübe findet man in den gemäßigten Breiten wie Mitteleuropa. Saccharose ist als Substanz direkt in beiden Feldfrüchten enthalten und wird durch Kochen oder Pressen herausgelöst. Nach Entzug von Wasser erhält man die Zuckerkristalle. Die Ausbeute an Saccharose bei Rohrzucker beträgt bis zu 18%, bei der Zuckerrübe bis zu 20%.


Zucker wird zu Ethanol

Für das Wirtschaftsjahr 2008/09 (bis Ende September) geht das US-Landwirtschaftsministerium von einer weltweiten Zuckerproduktion von 148,7 Mio. Tonnen aus, nach 166,5 Mio. Tonnen im Jahr zuvor. Brasilien dürfte dazu rund 32,4 Mio. Tonnen (etwa 22%) beisteuern und bleibt damit größter Zuckerproduzent. Das Land nutzt den aus Zuckerrohr gewonnenen Zucker aber nicht nur zum Süßen, sondern hat eine Ethanol- Industrie aufgebaut. Die dortigen Tankstellen bieten neben reinem Ethanol nur Benzin mit einem Ethanolanteil von 20% bis 25% an. Weitere große Zuckerproduzenten sind die EU und Indien mit jeweils rund 11%. Indiens Anteil ist zum Vorjahr (17%) deutlich rückläufig, und der weltweit größte Zuckerkonsument wird 2008/09 zum ersten Mal seit drei Jahren zum Nettoimporteur, was mitverantwortlich für die Rally des Zuckerpreises in den vergangenen Monaten ist. Auch wird sich die Produktion 2009/10 nicht so stark erholen, wie zunächst prognostiziert, weil die bisherige Regenzeit schwacher ausfiel, was zuletzt die Zuckerpreise weiter kräftig antrieb. Gehandelt wird Zucker an mehreren Börsen und in unterschiedlichen Klassifizierungen. Wichtigster Zucker ist der Zucker No. 11, der sich nur auf Rohrohrzucker bezieht und an der Intercontinental Exchange (ICE) gehandelt wird. Der an der NYSE Euronext gehandelte White Zucker No. 407 schließt den europäischen Rübenzucker mit ein.


Fazit:

Der weltweite Zuckerverbrauch hängt nicht nur von der Nachfrage aus der Lebensmittelindustrie, sondern auch von der Bioethanolproduktion ab. Entsprechend zeigt sich eine gewisse Korrelation zwischen Öl- und Zuckerpreisen, weil steigende Ölpreise die Nachfrage nach alternativen Brennstoffen wie Ethanol erhöhen. Dies wiederum hat einen Einfluss auf die weltweite Angebotsund Nachfragesituation bei Zucker.  


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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