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Veröffentlicht von Der Goldreport Ltd am 05.09.2014

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 05.09.2014:

Börsenbrief Der Goldreport
Der Goldreport

Der Goldreport Ltd - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2003

Zinssenkung, ABS-Käufe und harte Worte an die Politik

Die gestrige EZB Sitzung und die anschließende Pressekonferenz hatte es in sich. Wie Sie sicherlich wissen, hat Mario Draghi den Leitzins von 0,25% auf 0,05% gesenkt. Weiterhin hat er den bereits negativen Einlagezinssatz für Banken von -0,10% auf -0,20% geändert. Als drittes wurde das lange diskutierte ABS (Asset Backed Securities) Kaufprogramm beschlossen. Dieses soll im Oktober 2014 starten, wobei neue Infos Anfang Oktober dazu kommen sollen.

Ein interessanter Punkt hierzu ist, dass die EZB für dieses Vorhaben BLACKROCK engagiert hat. BLACKROCK zählt zu den größten Investmenthäusern der Welt und ist unter anderem für seine Hedge-Fonds bekannt. Zur Zeiten der Finanzkrise wurden diese Unternehmen von der EZB und der Politik verteufelt, da sie für den Zerfall verantwortlich gemacht wurden. Nun sitzen sie mit den Währungshütern in einem Boot!

Mit dem Kauf von ABS (verbriefte Kredite) können Banken und institutionelle Anleger wieder jeglichen giftigen Müll bei der EZB ablagern und das Risiko abgeben. Neben den ABS sollen auch Pfandbriefe von der EZB gekauft werden. 

Die EZB hat also gestern gleich zwei Maßnahmen beschlossen, die vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen sind. Zum einen steigt man mit BLACKROCK ins Bett und zum anderen kauft man genau diese Papiere auf (ABS), die in 2008 zur Immobilienkrise maßgeblich beigetragen haben. Damals haben die US-Banken faule Immobilienkredite an Kunden als Anlagen verkauft, die sich nur wenige Monate später als Luftschlösser entpuppten.

Warum all diese Maßnahmen?

Ich habe mir die Pressekonferenz gestern live angesehen und aus meiner Sicht ist die EZB an ihren Grenzen angekommen. Viele Aussagen von Draghi auf Fragen der Journalisten zeigten dies deutlich. Draghi bestätigte, dass die EZB alles tun werde, um die Wirtschaft zu unterstützen und günstiges Kapital bereitstellt, allerdings sind alle geldpolitischen Instrumente ohne Wirkung, wenn die Politik nicht mitspielt!

Im Grunde bedeutet dies, dass die EZB nicht mehr weiß, was sie tun soll. Es sind Verzweiflungstaten. Die Zinssenkung auf 0,05% hat für die Wirtschaft keinerlei Auswirkung, da es egal ist ob 0,25% oder 0,05%. Es ging Draghi darum zu zeigen, dass jetzt Schluss ist mit Zinssenkungen und die Banken keine weiteren Schritte erwarten können.

Er erklärte aber deutlich, dass sowohl die Zinssenkung als auch der Kauf von ABS oder Pfandbriefen keinerlei Garantie bieten, dass die Verkäufer dieser „Produkte“ das Geld auch wieder in die Wirtschaft bzw. in den Immobilienmarkt investieren. Das ist ein sehr großes Problem für die EZB. Wenn eine Bank 50 Millionen an Krediten an die EZB verkauft, so entlastet sie zwar ihre Bilanz und erhält Liquidität, doch die EZB hat keinerlei Einfluss, was die Bank mit diesem Geld anstellt! 

Weiterhin forderte er die Regierungen der Euro-Länder auf, von Sparmaßnahmen abzusehen und die Wirtschaft zu unterstützen. Dies betonte er mehrfach, wie schon zuletzt in JACKSON HOLE. Die hohe Arbeitslosigkeit, die fallenden bzw. kaum steigenden Reallöhne und das Mini-Wachstum sind die Hauptgründe für die niedrige Inflation in der Euro- Zone. Ohne Hilfe der Länder wird es kein Wachstum geben und ohne Wachstum keine Inflation! ​


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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