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Veröffentlicht von Redaktion "BÖRSE am Sonntag" am 24.05.2009

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 24.05.2009:

Börsenbrief BÖRSE am Sonntag
BÖRSE am Sonntag

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

Wirecard: stößt auf Widerstand

Mit einem Plus von mehr als 70% seit Jahresbeginn gehört die Aktie von Wirecard zu den stärksten innerhalb des TecDAX. Dank dieser beeindruckenden Erholung ist der Wert nun am Zwischenhoch vom September 2008 angekommen. Die jüngst vorgelegten Quartalszahlen sowie der zuversichtliche Ausblick untermauern nun zwar die Annahme, dass es auch fundamental weiterhin bei Wirecard stimmt.

Aus charttechnischer Sicht scheint das Papier aber zunächst eine Pause zu gebrauchen. Eine eventuelle Korrektur könnte somit vielleicht eine gute Gelegenheit bieten, um sich langfristig zu positionieren. Der Anbieter von elektronischen Zahlungs- und Risikomanagementlösungen knüpfte mit einer positiven Entwicklung im ersten Quartal 2009 an die gute Geschäftsentwicklung des Vorjahres an. Wirecard verbuchte im Zeitraum Januar bis März ein Umsatzplus von 20,3% auf 49,1 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte um 18% auf 11,9 Mio. Euro. Allerdings sank die EBITMarge leicht von 24,7% auf 24,2%. Laut Unternehmen liegt dies aber an den zunehmend höheren Transaktionsvolumina im Schlussquartal 2008, die zu Jahresbeginn volumenabhängige Konditionen mit Bestandskunden beeinflussten, was im Verlauf 2009 aber positive Skaleneffekte hervorrufen wird. Unter dem Strich verdiente die Gesellschaft im ersten Quartal 9,2 Mio. Euro und damit 15,1% mehr als im Vorjahreszeitraum.


Intakte Wachstumstrends

Der Geschäftsverlauf in den ersten viereinhalb Monaten dieses Jahres stimmt den Konzern optimistisch für das Gesamtjahr, erläuterte Firmenlenker Dr. Markus Braun bei Vorlage der Quartalsergebnisse. Unabhängig von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Europa verzeichnete Wirecard demnach eine signifikante Zunahme des elektronischen Handels bei den Bestandskunden und sprach ferner von einer unverändert hohen Auftragsnachfrage von Neukunden. Kein Wunder, dass das Unternehmen die Prognose bestätigte, in diesem Geschäftsjahr ein EBIT-Wachstum von 10% bis 25% zu erreichen. Die Zielspanne scheint realistisch, sind die wesentlichen Trends im E-Commerce-Markt doch offenbar auch trotz der schwierigen Weltwirtschaftslage intakt. Der Vorstand hob erneut die Verlagerung des stationären Geschäfts in das Internet sowie die zunehmende Auslagerung der elektronischen Zahlungsabwicklung an Spezialanbieter hervor. Mit seinem Geschäftsmodell ist der Konzern bestens dafür gerüstet, um von diesen Trends zu profitieren.


Lösungen aus einer Hand

Er bietet für den Onlinehandel elektronische Zahlungssysteme an und unterstützt Internethändler bei der Automatisierung ihrer Zahlungsprozesse sowie der Minimierung von Forderungsausfällen. Als Schnittstelle zwischen Verkäufer und Konsument sorgt das Unternehmen auch für ein sicheres Bezahlen beim Interneteinkauf. In den vergangenen Jahren hat sich der Konzern einen Technologievorsprung herausgearbeitet, und viele Firmen, die vom wachsenden Internethandel profitieren wollen, bauen keine eigenen Onlinebezahlsysteme auf, sondern gliedern diese aus Komplexitäts- und Kostengründen an Wirecard aus. Ein Geschäft, das auch künftig brummen dürfte, angesichts des weltweit wachsenden Internethandels. Abgerundet wird das Leistungsspektrum durch die Wirecard Bank AG, die für Geschäftskunden Kreditkartenakzeptanzverträge, Bankdienstleistungen und innovative Prepaid-Kartenprodukte anbietet. Zum Sortiment der Tochter gehören ferner Konten- und Kreditkarten-Dienstleistungen sowohl für Geschäfts- als auch Privatkunden. Insgesamt kann Wirecard damit seinen Kunden aus den drei Zielbranchen Konsumgüter, Digitale Güter (Download-Plattformen, soziale Netzwerke, Entertainment-Portale, Service-Plattformen) und Tourismus plattformübergreifende Komplettlösungen rund um den elektronischen Zahlungsverkehr anbieten und ist daher ein gefragter Partner.


Neukunden gewonnen

Kernsegment und Haupteinnahmequelle ist der Bereich Risikomanagement-Dienstleistungen und die Abwicklung von Onlinebezahltransaktionen (Payment Processing & Risk Management). Hier erzielte die Gesellschaft im ersten Quartal mit 46,6 Mio. Euro rund 95% der Konzernerlöse. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legte der Segmentumsatz dabei um 22,7% zu. Das EBIT verbesserte sich von 7,21 auf 7,4 Mio. Euro. In der zweiten Konzernsäule „Acquiring & Issuing“, die das Geschäft der Wirecard Bank umfasst, kletterte der Umsatz von 7,8 auf 13,9 Mio. Euro und das EBIT schnellte von 2,9 auf 4,5 Mio. Euro hoch. Die deutlichen Zuwächse wurden durch die Gewinnung zahlreicher Neukunden sowie dem bei den Bestandskunden stark wachsenden Markt für Onlineprodukte erzielt. Außerdem profitierte man von der gestiegenen Anzahl an ausgegebenen Prepaid-Kreditkarten sowie einer guten Entwicklung der virtuellen Prepaid- Kreditkarten.


Fazit:

Bei Wirecard scheint aus fundamentaler Sicht weiterhin alles in bester Ordnung. Ungeachtet des schwierigen konjunkturellen Umfeldes laufen die Geschäfte offenbar nach wie vor gut, wie die jüngsten Ergebnisse zeigen. Auch der bestätigte Ausblick überzeugt, wenngleich man sich weitere Aussagen zu den Erwartungen gewünscht hätte und die genannte EBIT-Spanne recht weit gefasst ist. Angesichts der aktuell schwer zu prognostizierenden weiteren Entwicklung der Wirtschaft, weshalb viele Unternehmen sogar gänzlich auf Prognosen verzichten oder bereits genannte kassierten oder senkten, kann man mit der bestätigten Ziel-EBIT-Spanne von Wirecard aber zufrieden sein. Zudem könnte es auf der Hauptversammlung am 16. Juni weitere und etwas konkretere Einblicke geben. Bei dem Treffen der Aktionäre dürften diese zudem über die erstmalige Ausschüttung einer Dividende zufrieden sein. Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr will das Unternehmen 0,08 Euro je Aktie zahlen. Angesichts des kräftigen Anstiegs in den vergangenen Wochen stellt sich nun jedoch die Frage, ob die positiven fundamentalen Daten und Erwartungen bereits im Kurs enthalten sind. So scheint sich der jüngst erreichte Widerstand bei 7,00 Euro, der aus dem Zwischenhoch vom September 2008 resultiert, als hartnäckige Hürde zu erweisen, die eventuell zu Gewinnmitnahmen verleitet. Charttechnikorientierte Investoren warten daher erst einen nachhaltigen Ausbruch darüber ab, um neue spekulative Long-Positionen einzugehen. Für langfristig fundamental orientierte Investoren könnte dagegen eine eventuelle Korrektur, die den Kurs zunächst bis in den Bereich von 6,00 Euro, aber auch bis zu den Unterstützungen bei 5,27 und 5,00 Euro führen könnte, eine gute Gelegenheit darstellen, um erste Positionen aufzubauen. Nachhaltig unter die Marke von 5,00 Euro sollte es jedoch nicht gehen, sodass spätestens kurz darunter eine Absicherung erfolgen sollte.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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