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Veröffentlicht von Redaktion "Frankfurter Börsenbrief" am 26.08.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 26.08.2010:

Börsenbrief Frankfurter Börsenbrief
Frankfurter Börsenbrief

CURT L. SCHMITT Informationsdienste - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1954

Wie weit kann sich Asiens Volkswirtschaft von der schwachen Tendenz in den USA und Europa abkoppeln?

Eine Diskussion, auf die wir uns im Frankfurter Börsenbrief schon mehrfach eingelassen haben. Lassen Sie sich bei der Beantwortung der Frage nicht von Schwarz-Weiß-Denken treiben. Einfache Antworten können der Realtität nicht gerecht werden. Weder ist es für Asiens Volkswirtschaften möglich, sich von der Weltwirtschaft zu entkoppeln und einen autonomen Aufwärtstrend zu etablieren, noch kann die Region als Konjunkturlokomotive für andere Regionen Dampf machen.

Die Vernetzung der internationalen Märkte ist zu groß, als dass für die nächsten Jahre dieses System der „kommunizierenden Röhren“ ein Ende haben könnte. Dennoch beobachten wir einen deutlichen Trend in Richtung stärkerer Autonomie. Bei allen populistischen Äußerungen in dieser Richtung sprechen die Zahlen eine eindeutige Sprache: Der Handel asiatischer Länder verlagert sich sehr rapide in die eigene Region. Das beste Beispiel bildet Taiwan. Noch 1997 wurden 24,2 % der Exporte in die USA geliefert. Mittlerweile sind es nur noch 11,6 %. Nach Europa wurden 14,4 % der Industriegüter ausgeführt, derzeit 10,4 %. Gleichzeitig nahmen die Exporte nach Asien von 50,4 % auf 68,8 % zu. Damit ist Taiwan nicht unabhängig von dem Auf und Ab der Konjunktur in Europa und in den USA, kann die Folgen allerdings besser abfedern. Ähnliches gilt für alle Staaten der Region, mit Ausnahme von China. Die drittgrößte Wirtschaftsnation der Welt und Exportweltmeister hat sich in den letzten 12 Jahren stärker in Richtung USA und EU orientiert und den innerasiatischen Handel zurückgefahren. Auf der Risikoseite können die Folgen der Finanzkrise von den asiati- schen Ländern besser abgefedert werden. Wir hatten in diesen Briefen berichtet, dass die asiatischen Banken ein sehr niedriges Exposure in ameri- kanischen Ramschanleihen hatten. Die aufgelegten Konjunkturprogramme konnten die Staaten aus ihren Devisenreserven gut bezahlen. Mit Ausnahme von Indien und Sri Lanka würden alle relevanten asiatischen Staaten inzwi- schen die Maastricht-Kriterien erfüllen, was für die Euroländer leider nicht mehr gesagt werden kann. Staaten wie China, Indien, Malaysia, Taiwan und Thailand sowie Singapur und Hongkong haben nach Berechnungen von Daiwa höhere Fremdwährungsreserven als Verbindlichkeiten. Das heißt, sie sind gegenüber Europa und den USA netto Gläubiger. Die Nachfrage in den Emerging Markets, die mehr als 60 % der Produkte und Dienstleistungen abnehmen, ist nach wie vor robust. So lässt sich die Schwäche Europas, die für 15,4 % der Ausfuhren steht, verkraften.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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