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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 10.08.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 10.08.2011:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Wenn alle noch Liquidität halten und sicher parken wollen, dann sind alle Bewertungen hinfällig

Seit letzten Montag beobachten wir die totale Liquiditätspräferenz seitens institutioneller Anleger. Um diese Liquidität zu heben, wird alles verkauft, was sich gerade verkaufen lässt. Die Folge sind 7.800 Mrd. Börsenwert, die sich vorübergehend in Luft auslösen. Warum?

 

Jeder europäische Banker spürt den Geist von Lehman Brothers. Die Schuldenkrise in Europa und die Herabstufung in den USA haben einen gemeinsamen Nenner. Sie stellen die Qualität der Staatsanleihen, die bei allen Banken als Sicherheitspolster liegen, in Frage. Ist dieses Sicherheitspolster (Kernkapital) wertlos, steht die Bank an der Wand. Allein die Vermutung reicht, um die Bank von jeglicher Refinanzierung durch andere Banken abzuschneiden. Deshalb:

Wer gegen den Euro spekulieren will, der spekuliert nicht gegen die Staaten, sondern gegen die europäischen Banken. Genau das machen derzeit Hedge-Fonds mit Leerverkäufen. So lief das 2008 erst bei Bear Stearns und dann 6 Monate später bei Lehman Brothers. Davor haben etliche europäische Banken panische Angst, weswegen sie sich mit so viel Liquidität wie möglichausstatten. Wie geht’s weiter?

Ein zweites Lehman Brothers in Europa ist nicht zwingend. Die Banken, die EZB und alle Regierungen sind besser gerüstet und sensibilisiert. Das Gleiche gilt auch für die Industrie. Das ist zwar keine Garantie, aber die Voraussetzung, mit einer möglichen Bankenschieflage umzugehen, sind besser als 2008. Dennoch:

So lange alle Liquidität aufbauen und bunkern, steht der Aktienmarkt unter Druck.

Verstärkt sicher durch Trittbrettfahrer, die nun auf sinkende Kurse setzen oder durch andere Zwangsverkäufe, die durch den Rutsch letzte Woche, verursucht wurden. Aber:

Der Handel funktioniert trotz Riesen-Volumen reibungslos. Es gibt also starke Käufe, die unten die Hand aufhalten. Diese drehen per Saldo auch den Markt wie schon nach den Ausverkäufen 2002/2003 bzw. 2008 oder im Frühjahr dieses Jahres nach Fukushima. Jedesmal schießt der Markt anschließend nach oben.

Die fundamentalen Daten der Unternehmen sind so stark wie die der Staaten schwach sind. Die Gegensätze könnten nicht größer sein. Daran wird sich das Kapital auch orientieren, sobald das Horten von Liquidität abklingt. Darin liegt die Perspektive der nächsten 2 Wochen.

Fazit: Das Ganze kostet Nerven, aber nach 5 Jahren Finanzkrise in mehreren Etappen hat man so seine Erfahrungen. Die Einschätzung für die Konjunkturen spielen in der jetzigen Marktlage übrigens keine Rolle. Diese Einschätzung wird ebenso in den Hintergrund gedrängt, wie die bezüglich der Unternehmensgewinne. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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