Wenn 50 Mrd. Dollar weltweit aus den Märkten flüchten, sind 10 % Markteinbruch noch ein gutes Ergebnis

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH
Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 17.08.2011
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Aktionärsbrief

Die jüngsten Zahlen geben jedenfalls eine griffige Erklärung für das, was in den letzten 14 Tagen passierte. 50 Mrd. Dollar liegen nun in Geldmarktfonds und überlegen, was sie als nächstes tun. Das ist übrigens mehr als nach Lehman Brothers.


 

Bis man 50 Mrd. Dollar realisiert hat, geht ein X-faches der Börsenkapitalisierungen flöten. Auch diesen Zusammenhang muss man berücksichtigen. Die prozentuale Veränderung in der Börsenkapitalisierung ist wesentlich höher als der generierte liquide Betrag. Auch damit relativiert sich die Börsenschwäche der letzten 14 Tage.

Kapital, das flüchtet, kehrt zurück, wenn die Angst nachlässt. Wann dieses Kapital wohin fließt, ist die Perspektive für die nächsten Monate. Mit Sicherheit bleibt es nicht im Geldmarkt liegen und mit nur geringer Wahrscheinlichkeit kehrt es in den Anleihenmarkt zurück. Bleiben also Aktienmärkte als einzige Alternative.

Die Bewertungen sind als Folge dieser Kapitalflucht total verzerrt. Das gilt sowohl für die KGV‘s von Aktien als auch für die Zinsen und die Devisenkurse. Alle notieren auf Extremniveau und nichts passt zusammen. Das Gleichgewicht der Bewertungen wird sich aber wieder herstellen. Auch darin liegt eine Perspektive für den Herbst.

Die Nachrichtenlage besteht zu 50 % aus Angst und zu 50 % aus Gerüchten. Die Qualität der Analyse ist dementsprechend schlecht. Alles, was wir heute zur Eurokrise und zur Konjunkturdynamik lesen, schwankt zwischen Hysterie und Unkenntnis und darf getrost ignoriert werden. Die Perspektive ist wesentlich vielversprechender, wenn sie nüchtern erfolgt. Denn:

Fundamental hat der private Sektor gar kein Problem. Das gilt sowohl für die Unternehmen als auch für die privaten Haushalte. Sie stellen kein substanzielles Risiko für den Markt dar, sondern im Gegenteil sind beide die einzig treibenden Kräfte jeglicher Wirtschaftsdynamik. Das gilt sowohl für die Industriestaaten als auch für die Schwellenländer. Anders:

Der öffentliche Sektor (Staaten) ist in der totalen Defensive. Dort wird man auch längere Zeit bleiben, was aber in sich einem Genesungsprozess gleichkommt. Das Ganze wirkt spektakulär, hat auch einen gewissen Bremseffekt für die Konjunkturdynamik, geht aber in die richtige Richtung. Die Folge wird nach einer Übergangszeit eine überproportional hohe Wirtschaftsdynamik sein.

Fazit: Die Ausgangslage ist somit nervös und verlockend zugleich. Das Potenzial nach oben liegt je nach Index zwischen 15 und 20 %. Bezogen auf die einzelnen Werte bedeutet dies schnell mal das Doppelte an prozentualem Kurspotenzial. Dagegen steht das Risiko von kurzfristig noch höherer Nervosität mit erneuter Marktschwäche. Das taxieren wir heute deutlich geringer als die Chance nach oben. Daraus ergibt sich ein ziemlich klarer Leitfaden für Ihre Börsendispositionen in den nächsten vier Wochen. Jedenfalls hat der Markt so ziemlich jedes Horror-Szenario in den Kursen eingepreist, was man sich vorstellen kann. Vor diesem Hintergrund spekuliert man à la long. 

 

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