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Veröffentlicht von Performaxx-Anlegermedien GmbH am 03.08.2009

Wacker Neuson: Kurzfristig Sand im Getriebe

Wacker Neuson: Kurzfristig Sand im Getriebe

Reichlich hat sich seit unserem letzten Update im Dezember 2007 zum Baumaschinenhersteller Wacker Construction Equipment getan. In der Zwischenzeit war Wacker Neuson – so der neue Name nach der vollzogenen Fusion mit der österreichischen Neuson Kramer – zudem zweimal Gegenstand einer Tradinganalyse.

Sowohl Chart als auch Nachrichtenlage deuten jetzt an, dass Anleger mit Wacker Neuson zwar nicht auf Sand bauen, jedoch scheint auf kurze Sicht erst einmal Sand im Getriebe. Für einen Baumaschinenhersteller doch kein Problem, oder doch?

Karten ausgereizt

Der Ausgabepreis von 22 Euro im Mai 2007 war zu hoch und die Kurse der ersten Wochen von knapp 30 Euro alles andere als nachhaltig. In der schwachen Entwicklung, die die Aktie bis auf 4 Euro nach unten führte, sehen wir uns in unserem damaligen Urteil mehr als bestätigt: Der Ausgabepreis war ganz klar zu anspruchsvoll gewählt. Nach dem Zusammenschluss mit Neuson (Zugriff auf neue Märkte, neue Produkte und neue Regionen) und einem absehbaren Ende der aktuellen Weltwirtschaftskrise dürften die Zeichen nun aber besser stehen, als die heruntergeprügelten Kurse auf den ersten Blick vermuten ließen.

Solide Weltmarktstellung

Wacker ist einer der weltweit führenden Hersteller von Baumaschinen, vor allem von leichten Baugeräten. Das Unternehmen wurde ursprünglich als Schmiede gegründet, was bis auf das Jahr 1848 zurückreicht. Generell adressiert Wacker mit ihrem Produktportfolio Kunden aus dem Bauhauptgewerbe, dem Garten- und Landschaftsbau und der Landwirtschaft.

Gleich nach dem Börsengang von Wacker Construction wurde der Zusammenschluss mit der österreichischen Neuson Kramer Baumaschinen AG beschlossen. Die Linzer produzieren Mini- und Kompaktbagger sowie Radlader. Sowohl beim Produktangebot als auch bei den Absatzregionen ergänzen sich die beiden Unternehmen sehr gut, insbesondere im Geschäftsbereich Kompaktbaumaschinen kann die Gesellschaft Marktpotenziale in den USA, Europa und Asien besser nutzen. Der Schwerpunkt geplanter Investitionen liegt im Ausbau des Geschäftsfelds Vermietung und im Aufbau des Bereichs Kompakt-Baumaschinen. Im Gegensatz zu so vielen anderen Fusionen verspricht diese hier wirklich identifizierbare Synergieeffekte.
 
Gesamtjahr „im Eimer“

Die jüngsten Geschäftszahlen für das erste Quartal – über das zweite Quartal wird Mitte August berichtet – sahen Daten im Rahmen der Erwartungen. Der Erlösrückgang (-40 %) sowohl bei Baugeräten als auch bei Kompaktbaumaschinen lag im Rahmen der Erwartungen. Dem gegenüber blieb das Dienstleistungssegment (einschließlich Reparatur und Ersatzteile) fast auf Niveau des Vorjahreszeitraums. Allerdings machen diese knapp 40 Mio. Euro nur einen Bruchteil der Gesamterlöse aus (weniger als 10 %).

Zugleich ist dieses Verhältnis eine ungute Vorankündigung: Wackers Kunden verschieben Investitionen, stattdessen wird bestehendes Equipment gewartet und instand gesetzt, um es einfach länger als geplant im Dienst zu halten. Auf operativer Ebene fiel ein Verlust an, der sich auch auf das gesamte erste Halbjahr übertragen haben dürfte. Selbst für das Gesamtjahr halten wir ein Minus für wahrscheinlicher als einen schnellen Turnaround.

Sparen und Kürzen

Mit einer Eigenkapitalquote von sehr hohen 77 % ist die neue Wacker Neuson mehr als solide gerüstet, die aktuelle Durststrecke durchzustehen. Für das Gesamtjahr ist wie beschrieben mit einem Verlust zu rechnen, der unserer Schätzung nach irgendwo zwischen 5 und 15 Mio. Euro ausfallen dürfte. Wacker nutzt dazu alle gegenwärtigen Möglichkeiten aus, die von Kurzarbeit an den deutschen Produktionsstätten über niedrigere Umsatzverwaltungskosten bis hin zur Kürzung des Investitionsbudgets um 40 % reichen, um das Ausmaß des Fehlbetrags ins Grenzen zu halten – mehr ist für 2009 nicht drin!

Fazit

Die aktuelle Lage ist auf den ersten Blick trist und wenig attraktiv. Auch wird sich die Nachfrage nach Wacker-Maschinen zunächst nur schleppend erholen, selbst wenn sich die Wirtschaft wieder stabilisiert. Entscheidend ist jedoch, dass die bestehenden Maschinenparks in Folgejahren dafür umso ersatzbedürftiger sein werden. Wacker Neuson ist daher eine Wette auf eine Normalisierung der Weltwirtschaft. Dann winken höhere Kurse bis zu 8 Euro, mittelfristig sind auch wieder zweistellige Kursregionen darstellbar. Allerdings müssen Investoren etwas Geduld mitbringen. Als Anleger sollten Sie einen Kursrücksetzer zum Einstieg abwarten, vorzugsweise bei 5 bis 5,50 Euro.

Für den Inhalt dieses Artikels ist die Redaktion des Performaxx-Anlegerbriefs verantwortlich. Der Performaxx-Anlegerbrief zählt mit einer Musterdepotperformance von über 653 % seit 1.1.2001 zu Deutschlands erfolgreichsten Börsenbriefen.

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