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Veröffentlicht von Stephan Heibel am 16.01.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 16.01.2011:

Börsenbrief Heibel-Ticker
Heibel-Ticker

Stephan Heibel - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit März 2000

Vereinfachung der Beobachtungsliste

Wie im Jahresrückblick angekündigt, werde ich mir besonders das Thema Timing für das Jahr 2011 auf die Fahne schreiben. Sie brauchen keine Angst zu haben, es wird auch künftig nicht zu hektischen Käufen und Verkäufen kommen, ich werde weiterhin all meine Aktionen rechtzeitig vorher ankündigen und begründen. Doch werde ich strenger auf Kauf- Nachkauf- und Verkaufsmarken achten und somit kurzfristige Kursschwankungen besser zu nutzen versuchen.

Für diejenigen, die nicht den Express-Dienst zubuchen möchten, werde ich stets in der Tickerzeile am oberen Bildrand auf Heibel-Ticker.de auf aktuelle Empfehlungen hinweisen. Die Express-Kunden werden darüber stets eine E-Mail sowie auf Wunsch auch eine SMS erhalten. Ich wurde häufig nach einer eventuell unterschiedlichen Gewichtung der einzelnen Positionen gefragt. Es ist meine Überzeugung, dass Sie jeweils viel besser entscheiden können, wie groß eine bestimmte Position in Ihrem Portfolio sein soll. Sie kennen Ihre persönliche Vermögenssituation, Ihre Risikoneigung und Ihren Kenntnisstand über eine bestimmte Aktie viel besser als ich, daher müssen Sie diese Entscheidung selbst treffen. Hier jedoch ein paar Anhaltspunkte: Der langfristige Teil der Beobachtungsliste sollte bei den meisten von Ihnen wesentlich größer sein als der Spekulative. Lediglich Studenten oder jüngere Leser, die mit ihren ersten Kröten auf dem Parkett einen Urlaub erspekulieren wollen, können mal alles auf eine Karte setzen, also stark in die spekulativen Werte einsteigen. Wenn sie damit dann auf die Nase fallen, ist nur ein Urlaub flöten, nicht aber eine Existenz. Auf der anderen Seite sollte aber auch ein Rentner in meinen Augen unbedingt noch eine spekulative Position im Portfolio haben. Wer nur Anleihen und Fonds und vielleicht ein paar Bluechips (große, etablierte DAX-Unternehmen) besitzt, dem fehlt häufig der Reiz an der Sache. Sie brauchen etwas, dass Sie zumindest am Wochenende ins Internet zieht und ein wenig recherchieren lässt. Ein bisschen Spekulation ist also in meinen Augen notwendig, um das Anlegen interessant zu halten. Je jünger Sie sind, desto spekulativer können Sie vorgehen. Die meisten von Ihnen kennen mich durch meine zwischengestreuten privaten Kommentare recht gut. So mag es Ihnen ein Anhaltspunkt sein, dass ich für das Jahr 2011 etwa 60% in die langfristigen Positionen stecken würde und 40% in die Spekulativen. Im langfristigen Portfolio befinden sich Aktien, die meiner Ansicht nach mindestens eine der folgenden Kriterien erfüllen: - Gold - Festverzinslich - Geschäft in einer nachhaltigen (sekulären)        Wachstumsbranche (bspw. Mobiles Internet, Rechenzentren,        Cloud Computing oder Rohstoffmarkt) - Geschäft in einem Wachstumsmarkt (BRICs) - Gute Dividende - Persönlicher Bezug (Sie haben besondere Einblicke, da Sie        für das Unternehmen arbeiten, das Unternehmen an Ihrem        Ort ist oder Ihr Schwager dort CFO ist oder ähnliches). Als Anzahl werde ich neben dem Gold und der Anleihe 5 Aktien vorsehen. Anders als bislang werde ich für 2011 die Schritte der schrittweisen Käufe und Verkäufe wie folgt staffeln: 1. Kauf: 25% der vorgesehenen Position 2. Kauf: Je nach Aktie könnte dies 5-7% unter dem Kurs des        ersten Kaufs sein, dort würde ich weitere 25% kaufen 3. Kauf: Abstauberlimit etwa weitere 5-7% unter dem 2. Kauf,          dort würde ich dann 50% der Position kaufen. Verkauft werden dann zuerst 50%, dann die beiden kleinen Schritte. Bei den spekulativen Positionen setzen wir auf ein kurstreibendes Ereignis. Das kann ein Quartalsergebnis sein, es kann ein Produktlaunch sein oder auch eine Unterbewertung, die sich beispielsweise durch Analysteneinschätzungen auflöst oder ähnliches. Ich werde nicht in Unternehmen auf ein positives Ereignis spekulieren, deren Geschäft nicht gesund ist oder deren Aktien meiner Einschätzung nach überbewertet sind. Da würde die Zeit gegen uns spielen. Dennoch wird es für jede Spekulation ein definiertes Ziel geben, bei dem die Position dann aufgelöst wird. Damit die Spekulation aufgeht, wird ein positives Ereignis erwartet. Sollte der Kurs wider Erwarten fallen, so könnte dies darauf hinweisen, dass dieses positive Ereignis nicht eintritt. Anders als bei langfristigen Positionen, wo die Aktie einfach nur günstiger wird, wenn der Kurs fällt und wir also beherzt nachgreifen, könnte bei einer Spekulation ein fallender Kurs als Warnung gedeutet werden. Daher werde ich für 2011 bei spekulativen Titeln nur zwei Schritte vorsehen: Den ersten Kauf von 50% und ggfls. noch einen Nachkauf von 50%, sofern die Spekulation trotz eines Kursverlustes intakt scheint. Ich werde mir als Limit, neben den zwei spekulativen Anleihepositionen, ebenfalls maximal 5 Aktienpositionen setzen, damit das Portfolio nicht ausufert. Ich denke, dass wir mit dieser kleinen Feinjustierung im Jahr 2011 noch ein wenig besser werden können :-) INTELS QUARTALSERGEBNIS DECKT STÄRKEN & SCHWÄCHEN AUF Neben J.P. Morgan (siehe nächstes Kapitel) und Alcoa hat auch Intel bereits am Donnerstag sein Quartalsergebnis vorgelegt. Umsatz und Gewinn lagen über den Erwartungen. Die Gewinnmarge stieg auf einen Rekordwert von 67,5%. Doch bei aller Freude über das gute Ergebnis ist auch die Zukunftssorge ein Thema für Intel. Mehrfach ist der Einstieg in den Smartphonemarkt gescheitert; das Unternehmen droht beim neuen Megatrend des mobilen Internets ausgesperrt zu bleiben. Doch immerhin hat Intel ein hervorragendes Produkt für das Cloud Computing oder den Trend zum Ausbau von Rechenzentren. Mit dem neuen Hochleistungsprozessor ≥Sandy Bridge„ profitiert das Unternehmen immerhin von diesem Trend. Der Bereich der Rechenzentrenprozessoren ist im Jahresvergleich um 35% angesprungen. Durch die Übernahme von Infineon im Jahr 2010 sucht Intel den Zugang zum Smartphonemarkt. Und durch die Übernahme von McAffee im gleichen Jahr zeigt das Unternehmen, dass es genau wie Hewlett Packard und Oracle verstanden hat, dass Spezialisten in der Computerbranche bald zum alten Eisen gehören werden. Intels Prozessoren sollen künftig mehr leisten als einfach nur viel Schnelligkeit auf kleinstem Raum. Denn genau dort liegt das Problem von Intel. Das Unternehmen hat jahrzehntelang kontinuierlich Computerprozessoren verkleinert und verschnellert. So waren sie optimal für die Allrounder der PC-Welt. Doch seit Smartphones und iPad, seit Digitalkameras mit Geotagging und MP3-Playern mit Internetzugang werden unzählige spezialisierte Prozessoren benötigt. Jedes kleine Endgerät hat spezifische Anforderungen an seinen Prozessor, und da ist ein Allrounder nicht die richtige Antwort. Mit Infineon und McAfee wird Intel nun investieren. Dadurch wird sich die Gewinnmarge im weiteren Jahresverlauf von 67,5% auf vermutlich 64% vermindern. Die 8% Umsatzwachstum aus dem Jahr 2010 werden jedoch laut Unternehmensangaben auf 11% Umsatzwachstum im Jahr 2011 gesteigert werden. Dadurch wird auch der Gewinn nochmals ordentlich anwachsen. Intel hat im Jahr 2010 eine Dividendenrendite von 3% geboten, gleichzeitig hat das Unternehmen Aktien im Wert von 1,5 Mrd. USD zurückgekauft. Das KGV 2011e ist mit 10 in meinen Augen attraktiv. Ich denke, dass Intel im Jahr 2011 eine solide Anlage darstellt. In unsere Beobachtungsliste passt die Aktie nicht, wir haben dort Besseres :-)

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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