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Veröffentlicht von Weimer Media Group GmbH am 20.12.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 20.12.2011:

Börsenbrief trading kompakt
trading kompakt

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2012

VDAX-NEW, VSTOXX, VSMI

In der Rubrik Wissen ging es ausführlich um den VIX als wichtigsten Volatilitätsindex für den US-Aktienmarkt. Ähnliche Pendants finden sich auch für europäische Leitindizes wie DAX, EURO STOXX 50 und SMI.

 

Volatilität als Maß für Unsicherheit sichtbar und handelbar zu machen, ist auch bei den europäischen Volatilitätsindizes das Ziel. Wie beim VIX geht es auch hier darum, nicht die historische Volatilität darzustellen, die über eine bestimmte zurückliegende Periode gemessen wurde, sondern darum, die aktuell in Optionspreisen enthaltende Schwankungsbreite (implizite Volatilität) zu ermitteln. Grundlage dafür sind hier ebenfalls tatsächlich vorhandene Preise von Optionen, wobei jeweils auf die an der Terminbörse Eurex für DAX, EURO STOXX 50 und SMI notierten Optionen zurückgegriffen wird. Der VDAX-NEW misst folglich die erwartete Schwankungsbreite des DAX. Der VSTOXX ermittelt die des EURO STOXX 50 und der VSMI jene des schweizerischen SMI. Alle drei Leitindizes stellen dabei die implizite Volatilität der nächsten 30 Tage dar. Die genannten Volatilitätsindizes dienen dabei wie der VIX als Instrument zur Messung der Stimmungslage am Markt, wurden aber vor allem geschaffen, um eine transparente und nachbildbare Grundlage für Investments in die Volatilität selbst zu schaffen. Ein Vorteil dabei ist, dass Volatilität aufgrund ihrer Konzeption nie Null werden und auch niemals gegen unendlich laufen kann. Laut Deutscher Börse soll die Volatilität somit als separate Assetklasse zur Diversifizierung von Portfolios für institutionelle und private Anleger handelbar gemacht werden.

Basis dafür ist die seit April 2005 mit Einführung des VDAX-NEW geänderte Berechnungsmethode, welche die Abbildbarkeit der Indizes für Derivate und strukturierte Produkte vereinfacht. Entwickelt wurde die Methodik von der Deutschen Börse in Kooperation mit der Investmentbank Goldman Sachs. Im Unterschied zum Vorgänger, dem VDAX, fließen hier nicht nur Optionen, die am Geld liegen (at-themoney), sondern auch jene, die aus dem Geld (out-of-the-money) liegen, in die Berechnung mit ein. Dies führt zu einer Erweiterung der erfassten Volatilitätsoberfläche. Außerdem erfolgt die Berechnung nicht anhand eines Optionspreismodells, sondern durch die Bildung von Subindizes. Diese werden für die Laufzeiten berechnet, für die es entsprechende Optionskontrakte gibt. Dies sind: ein, zwei und drei Monate, die darauf folgenden ein, zwei und drei Quartale sowie die zwei wiederum darauf folgenden Halbjahre. Der Wert der Subindizes ergibt sich aus der Varianz eines speziell konstruierten Optionsportfolios, das mit seiner Gewichtung gerade so konstruiert ist, dass allein die Schwankungen des Basiswerts abgebildet werden. Der fortlaufende VDAX-NEW wird dann durch eine Interpolation der beiden nächsten Subindizes auf 30 Tage ermittelt. Gleich verfahren wird beim VSTOXX und dem VSMI. Laut der Deutschen Börse wird durch den mathematischen Fokus auf die Varianz ein höherer Informationsgrad über die Volatilität des Marktes erreicht. Futures und Optionen gibt es nur auf den VSTOXX, entsprechend bieten Emittenten auch nur ein paar wenige Produkte (Zertifikate und Exchange Traded Notes (ETNs)) auf diesen an. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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