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Veröffentlicht von Redaktion "fonds kompakt" am 29.09.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 29.09.2010:

Börsenbrief fonds kompakt
fonds kompakt

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

Top-Performance mit Spezialwerten

Auf Asien ruhen die Hoffnungen vieler Anleger, bietet die Region doch dank des hohen Wirtschaftswachstums enormes Potenzial. Während aber die chinesische Börse in den vergangenen Monaten Schwäche zeigte, ging es in Thailand, Indonesien oder Indien aufwärts. Fonds mit einem breiten Anlagespektrum schnitten deshalb überdurchschnittlich gut ab. Eine noch bessere Wertentwicklung lieferten Fonds mit einem Schwerpunkt auf Smallund Mid Caps.

Trotz zweistelliger Wachstumsraten tendiert die chinesische Börse im Wesentlichen seitwärts. Dagegen wollen die Aktienmärkte in Thailand, Indonesien oder Indien nach oben. Dabei sind die Zuwachsraten in diesen Staaten zum Teil deutlich niedriger als in China, dessen Regierung für 2011 erneut ein Plus von 10% anpeilt. Investoren scheinen jedoch das Geschäftsmodell Chinas zunehmend skeptisch zu sehen: Dank niedriger Löhne und einem günstigen Wechselkurs avancierte das Reich der Mitte binnen zwei Jahrzehnten zur Werkbank der Welt. Entsprechend groß ist die Abhängigkeit des Landes vom Export. Dagegen setzte Asiens zweiter Gigant Indien stärker auf den Binnenmarkt. Daher kam der Subkontinent auch vergleichsweise gut durch die globale Wirtschaftskrise. Außerdem hat Indien die jüngere Bevölkerung, weshalb die Inlandsnachfrage noch einige Zeit massiv zunehmen wird. China hingegen altert aufgrund seiner Ein-Kind-Politik rasant. Aber auch in Indien ist nicht alles Gold, was glänzt. Der starke Binnenkonsum wurde durch hohe Staatsausgaben gefördert, die den Schuldenberg auf ein brisantes Niveau von 78% des Bruttoinlandsprodukts anwachsen ließen. Fundamentalanalyse dominiert den Investmentprozess Die Börse Mumbai zeigte sich davon aber wenig beeindruckt. Seit Jahresanfang legten die Blue Chips deutlich zu. Noch besser liefen einige indische Spezialwerte, wovon der Warburg Value enorm profitierte. Schließlich stammen die größten Positionen des relativ kleinen Fonds aus Indien. Trotzdem hat der Warburg Value bei der Performance keine Chance gegen den Aberdeen Global Asian Smaller Companies, der 2010 um fast 40% zugelegt hat. Bei beiden Fonds basiert der Investmentprozess vor allem auf fundamentalen Kriterien. Dagegen spielen die volkswirtschaftliche Lage oder die technische Situation keine wesentliche Rolle. Da der Aberdeen Global Asian Smaller Companies auch im Mehrjahresvergleich exzellent abgeschnitten hat, gilt der Fonds als Basisinvestment für die Region Fernost: Auf 5-Jahres-Basis schaffte das Management eine Performance von 16,3% per annum, fast 7% mehr als die Benchmark MSCI Asien ohne Japan. Schwerpunkte im Portfolio waren zuletzt die Immobilienkonzerne Bukit Sembawang Estates (2,8%) und CDL Hospitality (2,3%) sowie die Einzelhandelsgruppe Giordano International (2,4%) aus Hongkong. Die Gebührenbelastung ist fair: Die Gesamtkostenquote beträgt rund 2%. Sogar unterdurchschnittlich ist der Ausgabeaufschlag von 4,25%, der sich über eine Order an der Börse weiter reduzieren lässt. Der Spread zwischen An- und Verkaufskurs liegt in Frankfurt bei 1,4%. Orders an deutschen Börsen sparen Spesen Auch andere Fondsboliden wie etwa der First State Asia Pacific Leaders werden hierzulande gehandelt. Bei der Wertentwicklung bleibt der von Managerlegende Angus Tulloch verwaltete Fonds allerdings hinter dem Aberdeen Global-Produkt zurück. Im laufenden Jahr kletterte der Anteilswert nur um 16,7%. Der Fonds konzentriert sich auf Unternehmen mit einer relativ großen Marktkapitalisierung wie zum Beispiel den australischen Bergbaukonzern Newcrest Mining (7,8%) oder den Energieversorger Hongkong and China Gas (5,4%), deren Kursanstiege in einer Hausse regelmäßig weniger rasant ausfallen. Dafür ist die Volatilität des Anteilswertes geringer. Der First State Asia Pacific Leaders eignet sich deshalb auch für weniger risikofreudige Investoren. Ebenfalls eher konservativ legt der DJE Asien High Dividend an. Fondsmanager Jan Ehrhardt bevorzugt unterbewertete Papiere mit einer im Branchenvergleich überdurchschnittlichen Dividendenrendite. Der Vorteil dieser Anlagestrategie zeigte sich zum Beispiel im katastrophalen Börsenjahr 2008, als der Fonds seinen Vergleichsindex in wenigen Monaten um 6% abhängte. Da der Fonds erst vor rund zwei Jahren aufgelegt wurde, muss sich allerdings noch erweisen, ob Jan Ehrhardt diesen Erfolg in künftigen Krisensituationen wiederholen kann. Zumindest bei anderen Fonds der DJE Kapital-Gruppe hat er bereits Gespür für das richtige Timing gezeigt: Der DJE Dividende & Substanz (WKN: 164325) schaffte seit der Auflegung im Januar 2003 bei einer jährlichen Rendite von mehr als 10% eine Outperformance von 7% per annum. Wermutstropfen sind die Gebühren: Neben einer ansehnlichen Verwaltungsvergütung ist eine Erfolgsbeteiligung von 10% der positiven Wertentwicklung über der Benchmark fällig. Kein Wunder, dass die Gesamtkostenquote mit 2,25% deutlich über dem für Aktienfonds üblichen Niveau liegt. Wette auf Japan und Banken Für Japan-Fans ist der Invesco Pacific Equity eine Überlegung wert. Immerhin stieg der Anteilswert seit Jahresbeginn um rund 10%. Auf 3-Jahres-Basis schaffte der Fonds zwar lediglich ein mageres Plus von 0,4%, in den vergangenen fünf Jahren waren es aber ordentliche 6,3% per annum. Dabei lastet die miserable Entwicklung japanischer Blue Chips in den vergangenen Jahren schwer auf der Fondsperformance. Schließlich entfällt fast 39% des Vermögens auf Japan. Dieses Manko war durch die bessere Entwicklung an den Märkten in Südkorea (12,8% des Vermögens) oder Australien (7,1%) nicht auszugleichen. Sollten sich allerdings Finanztitel wieder erholen, wäre der Invesco Pacific Equity optimal investiert: Über ein Drittel des Vermögens steckt in Banken und Versicherungen. Größte Einzelposition ist der koreanische Elektronikkonzern Samsung, der wegen seiner günstigen fundamentalen Bewertung mit 4,8% recht hoch gewichtet ist. Fazit: Aktienfonds mit Schwerpunkt Asien profitieren seit längerem enorm vom hohen Wirtschaftswachstum und den glänzenden Perspektiven der Region. Dennoch fallen die Performanceunterschiede überraschend deutlich aus. Generell überzeugten zuletzt Spezialwertefonds mit einer eher fundamental orientierten Investmentauswahl. Dagegen schnitten Fonds mit Blue Chips inklusive japanischen Aktien relativ schwach ab.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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