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Veröffentlicht von Redaktion "Aktien-Newsletter" am 12.08.2009

Südzucker: Solider Mid Cap mit süßer Rendite

Südzucker: Solider Mid Cap mit süßer Rendite

Auch wenn es in der aktuellen Krise keiner glauben mag: Die Preise für Agrarprodukte werden künftig und langfristig wieder steigen. Die Nachfrage nach Qualität wird zunehmen, Agraraktien werden daher in Zukunft wieder en vogue sein. Sich die aktuell niedrig bewerteten Aktien einmal näher anzuschauen, ist somit kein Fehler. Einen Blick wert ist beispielsweise das Papier der Südzucker AG, die sich jüngst auf ihrer Hauptversammlung positiv für die nächsten Quartale geäußert hatte.

Durch Übernahmen zum Top-Player

Im deutschen MDAX vertreten, kann die Südzucker AG auf eine mehr als 80 Jahre alte Firmengeschichte zurückblicken. Akquisitionen und Übernahmen spielten dabei eine große Rolle. Der heutige Konzern geht auf die Süddeutsche-Zucker-AG zurück, die 1926 aus einem Zusammenschluss regionaler Zuckerfabriken hervorging. Offizieller Vorgänger der Süddeutschen- Zucker-AG ist die Zuckerfabrik Frankenthal AG. Im Zweiten Weltkrieg wurden nahezu die gesamten Produktionskapazitäten zerstört, außerdem verlor das Unternehmen nach Ende des Krieges die im Besatzungsgebiet der Sowjetunion gelegenen Standorte durch Enteignung. In den 50er Jahren wurden die verbliebenen Werke schnell wieder auf- und ausgebaut. Im Jahr 1988 kam es dann zur Fusion mit der Zuckerfabrik Franken GmbH aus Ochsenfurt und zur Umbenennung in Südzucker AG mit Sitz in Mannheim. In den weiteren Jahren erfolgten diverse Akquisitionen in ganz Europa. Südzucker ist auch heute weiter auf Expansionskurs. Laut Firmenlenker Wolfgang Heer strebt man Übernahmen außerhalb Europas an. Zukäufe seien sowohl im Zuckerbereich als auch bei den Spezialitäten denkbar, sagte er jüngst.

Interessante Aktionärsstruktur

Heute ist der Konzern Europas führender Anbieter von Zuckerprodukten und ein weltweit tätiger deutscher Ernährungskonzern, der in den Segmenten Spezialitäten, CropEnergies und Frucht bedeutende Marktpositionen belegt. 18.000 Mitarbeiter sind für den Konzern weltweit tätig. Und das Besondere an ihm: Hauptaktionäre sind Rübenbauern, die über die Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG (SZVG) einen Anteil von 55% am Kapital halten.

Prognose bestätigt

Auf der letzten Hauptversammlung Ende Juli bestätigte der Konzern seine bisherige Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2009/10 (bis Ende Februar). Er erwartet einen Umsatz von wiederum rund 5,9 Mrd. Euro. Beim operativen Konzernergebnis wird mit einer Steigerung von 258 auf rund 400 Mio. Euro gerechnet. Diese Prognosen sind realistisch, weil der Konzern von den günstigen Rohstoffpreisen profitieren wird und die Zuckerpreise hingegen stabil sein sollten. Denn dem weltweiten Verbrauch von geschätzten 160 Mio. Tonnen steht ein Angebot von nur 157 Mio. t gegenüber.

Solide Ergebnisse

Rein von den Daten her ist Südzucker also gut positioniert. Im ersten Quartal 2009/10 erreichte der Konzern Umsätze von 1,41 Mrd. Euro, was gegenüber dem Vorjahreswert von 1,47 Mrd. Euro einem Minus von geringfügigen 4% entspricht. Beim operativen Ergebnis verbuchte der führende europäische Zuckerhersteller einen Gewinn von 88,2 Mio. Euro, nach 63,2 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum, ein Plus von 39,2%. Beim Nettoergebnis nach Anteilen Dritter verbuchte Südzucker jedoch einen Rückgang von 108,2 auf 47,6 Mio. Euro. Im Vorjahresergebnis waren allerdings positive Einmaleffekte von 91,8 Mio. Euro enthalten.

Fazit:

Die Südzucker-Aktie ist aktuell mit einem 2010er-KGV von zwölf bewertet, das KUV liegt bei unter 0,5 und die erwartete Dividendenrendite bei knapp 3,5%. Auf der Hauptversammlung wurde zuletzt beschlossen, eine Dividende von unverändert 0,40 Euro je Aktie auszuschütten. Bezogen auf den Jahresschlusskurs von 13,66 Euro errechnet sich eine Dividendenrendite der Südzucker-Aktie für 2008 von knapp 3%. Südzucker ist sicherlich eine interessante langfristige Investition in einen konservativen Wert, zumal das Unternehmen und auch die gesamte Branche die schlimmsten Belastungen hinsichtlich der EU-Zuckermarktreform hinter sich haben sollte, so dass die Rentabilität wieder gen Norden streben dürfte.

Derivate-Trading

Investoren, die sich der Risiken bewusst sind, können versuchen, mögliche Kurssteigerungen mit Derivaten zu hebeln. Auf den Basiswert Südzucker gibt es dazu eine große Auswahl an Hebelzertifikaten. Interessant ist beispielsweise der Mini Futures-Optionsschein der BNP Paribas ( WKN: BN27NQ ). Ausgestattet mit einer theoretisch unbegrenzten Laufzeit liegt die Knockoutschwelle aktuell bei 11,60 US-Dollar. Der Hebel beträgt derzeit rund 3,9.

Anleger sollten sich generell über die erhöhten Risiken beim Handel mit Optionsscheinen bzw. Knockout-Produkten bewusst sein und eine adäquate Limittechnik verfolgen. Sie sollten verstehen, dass der Handel mit Derivaten unter anderem durch die höhere Reagibilität wesentlich risikoreicher ist als der physische Aktienhandel und vornehmlich der gezielten Nutzung von zeitlich fest definierten Marktchancen dient. Aufgrund der Hebelwirkung ist im Vergleich zum physischen Erwerb der Aktie ferner lediglich ein wesentlich geringerer Kapitaleinsatz erforderlich.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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