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Veröffentlicht von Redaktion "BÖRSE am Sonntag" am 19.12.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 19.12.2010:

Börsenbrief BÖRSE am Sonntag
BÖRSE am Sonntag

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

Stratec Biomedical Systems: Gefragter TecDAX-Aufsteiger

Die Aktie des Medizintechnikers ist seit Mitte November Mitglied im TecDAX. Nach Bekanntgabe des Aufstiegs bildete sich ein Aufwärtsimpuls, der sich in der vergangenen Woche fortsetzte. Sogar ein neues Allzeithoch wurde erreicht. Grund genug, sich den Wert einmal etwas genauer anzuschauen.

Zu der steigenden Tendenz in den vergangenen Wochen könnte maßgeblich der Aufstieg in den TecDAX verantwortlich gewesen sein. Schließlich ist die Aktie stärker in den Fokus der Investoren gerückt. Bei der Betrachtung des Unternehmens dürfte dann das positive fundamentale Bild Kaufargumente geliefert haben. Diese dürften jüngst durch die Nachricht über eine neue Kooperation gefestigt worden sein. Stratec Biomedical Systems meldete eine Vereinbarung mit Abbott Diagnostics, einer Tochter des US-Pharmakonzerns Abbott Laboratories. Sie sieht die gemeinsame Entwicklung einer Analysensystemlösung unter Nutzung der von Stratec entwickelten Technologien vor. Mit der Entwicklung des Systems wurde den Angaben zufolge bereits begonnen. Details zu den finanziellen Konditionen wurden zwar nicht veröffentlicht und daher ist es schwer, Aussagen über den Effekt auf die Ergebnisse zu treffen, die neue Zusammenarbeit kann aber als Indiz gewertet werden, dass die Produkte und Dienstleistungen von Stratec weiterhin gefragt sind. Effiziente Analysensysteme Die 1979 gegründete und seit 1998 börsennotierte Gesellschaft projektiert, entwickelt und produziert vollautomatische integrierte Analysensysteme für Kunden aus der klinischen Diagnostik und Biotechnologie. Die Partner vermarkten die maßgeschneiderten Systeme weltweit als Systemlösungen, in der Regel gemeinsam mit ihren Reagenzien, an Laboratorien, Blutbanken und Forschungseinrichtungen. Stratec entwickelt seine Produkte mit eigenen patentgeschützten Technologien und überzeugt dabei seit mehr als 25 Jahren mit profundem Wissen über Technik und Regularien. Bei der Entwicklung neuer Systeme stellt die Gesellschaft ihre Kenntnisse der Natur- und Ingenieurswissenschaften sowie der Automatisierungs- und Anwendungssoftware zur Verfügung. Ferner leistet das umfangreiche Qualitätsmanagement einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Erfolges am Markt. Die Partner bringen ihre Erfahrung über den Markt sowie das spezifische Know-how im Bereich Reagenzien mit in die Zusammenarbeit ein. Laut Unternehmen entstehen aus dieser Beziehung hoch effiziente, kundenspezifische Analysensysteme. Ferner betont Stratec, dass auch nach der Produkteinführung am Markt die sogenannte OEM-Partnerschaft nicht endet. Vielmehr entstehen durch die komplexen, aufwendigen Entwicklungsprojekte sowie die ständigen Verbesserungen und den Service sehr gute langjährige Beziehungen. Zahlreiche Kunden haben bereits mehrere Projekte zusammen mit Stratec realisiert. Alles aus einer Hand Um dem Anspruch zukunftsorientierter und innovativer Technologien gerecht zu werden, investiert das Unternehmen überproportional in Hardware- und Software-Entwicklung. Nur dadurch kann es den Kunden neue Lösungen anbieten, die die Produktionskosten senken und die Entwicklungszeiten verkürzen sowie an die ständig verändernden Märkte angepasst werden. Ferner bietet die Gesellschaft alle Kapazitäten und sämtliche Komponenten aus einer Hand und begleitet den Kunden von der Idee bis zur Zulassung eines Systems und darüber hinaus. Stratec greift dazu auf einen umfangreichen Technologiepool zurück und kann sowohl Planungssicherheit als auch die volle Kostenkontrolle sicherstellen. Gute Geschäfte Die Strategie scheint aufzugehen, wie die Geschäftszahlen der jüngsten Vergangenheit zeigen. Im Geschäftsjahr 2009 erzielte die Gesellschaft Rekordergebnisse. Der Umsatz kletterte gegenüber dem Vorjahreswert von 61 auf 79,6 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte von 11,2 auf 14,7 Mio. Euro zu. Unter dem Strich verdiente die Gesellschaft 11,7 Mio. Euro, was einem Ergebnis je Aktie (EPS) von 1,02 Euro entsprach. Die Aktionäre konnten sich über eine Dividende von 0,45 Euro je Anteilschein freuen. In den ersten neun Monaten 2010 setzte sich der positive Trend fort. Stratec beschleunigte dabei im dritten Quartal das Wachstum im Vergleich zu den beiden Vorquartalen sowie zum Vorjahr deutlich. Dazu beigetragen haben ein weiterer starker Absatz mit bereits am Markt etablierten Analysensystemen, die steigende Zahl der zu fertigenden Vorserien- und Seriensysteme und der Abbau des am Ende des zweiten Quartals 2010 aufgelaufenen Lieferrückstands. Im Zeitraum Juli bis September kletterte daher der Umsatz zum Vorjahreswert um 34,3% auf 26,1 Mio. Euro. In den ersten neun Monaten insgesamt stiegen die Einnahmen um 23,5% auf 69,2 Mio. Euro. Das EBIT verbesserte sich von 9,8 auf 12,8 Mio. Euro. Der Nachsteuergewinn nahm von 7,8 auf 9,7 Mio. Euro zu. Gute Aussichten Bei Vorlage der Zahlen im Oktober zeigte sich der Vorstand zuversichtlich für die Geschäftsentwicklung im vierten Quartal und bekräftigte die Ziele für das Gesamtjahr. Er geht weiterhin von Umsätzen zwischen 96 und 102 Mio. Euro aus. Bei der EBIT-Marge peilt er nach wie vor mindestens 19% an. Im dritten Quartal konnte die operative Gewinnspanne von 18,1 auf 18,5% gesteigert werden. In den ersten neun Monaten 2010 legte sie von 17,5 auf 18,5% zu. Angaben zum erwarteten Profit nach Steuern gab es nicht. Legt man jedoch die Netto-Marge von Ende September von etwa 14% zugrunde und geht vorsichtig von einer etwas niedrigeren Marge von etwa 12% aus, dürften zwischen 11,5 und 12,2 Mio. Euro Gewinn anfallen. Nimmt man 14% als Berechnungsgrundlage, dürften sogar 13,4 bis 14,3 Mio. Euro Überschuss herausspringen. Auf Basis von etwa 11,6 Mio. Aktien ist somit vorsichtig geschätzt ein EPS zwischen 0,99 und 1,05 Euro und, etwas optimistischer prognostiziert, ein Ergebnis je Aktie (EPS) zwischen 1,16 bis 1,23 Euro erreichbar. Die Mitte wären somit 1,11 Euro, woraus ein KGV von etwa 29 resultiert. Dies sieht zwar nicht ganz billig aus, das hohe Wachstumstempo rechtfertigt jedoch einen Aufschlag. Zumal auch das Unternehmen optimistisch nach vorn blickt. Den Angaben zufolge lassen die Vorschaurechnungen der Kunden in absehbarer Zukunft ein insgesamt deutlich wachsendes Geschäft mit den für sie von Stratec produzierten Analysensystemen erwarten. Fazit Spätestens mit dem Aufstieg in den TecDAX dürfte die Aktie von Stratec als vielversprechendes Investment in den Fokus der Anleger gerückt sein. Die Firma hat ein funktionierendes Geschäftsmodell, das sich selbst im Wirtschaftskrisenjahr 2009 durch profitables Wachstum auszeichnete. 2010 dürften die Ergebnisse weiter steigen und neue Spitzenwerte sind wahrscheinlich. Darüber hinaus ist die Gesellschaft zuversichtlich hinsichtlich der künftigen Geschäftsentwicklung, was weitere kräftige Zuwachsraten bei Einnahmen und Profit impliziert. Alle fundamentalen Fakten zusammengenommen sind somit spekulative Käufe erwägenswert. Aus charttechnischer Sicht hat die Aktie in der vergangenen Woche ein neues Allzeithoch markiert, fiel davon aber etwas zurück. Die Trends auf allen Zeitebenen sind aber nach wie vor aufwärtsgerichtet und die zuletzt starke Tendenz könnte daher für weiter steigende Notierungen sprechen. Kurzfristige Korrekturen müssen zwar mit einkalkuliert werden, eventuell sogar bis zu den Unterstützungen bei 30,95 und 29,53 Euro, sich dann dort abzeichnende Stabilisierungen oder beginnende neue Aufwärtsimpulse könnten jedoch Gelegenheiten für charttechnisch motivierte Long-Positionen bieten.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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