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Veröffentlicht von Redaktion am 11.03.2017

Sparpläne in Fonds und ETFs für Vermögensbildung?

Sparpläne in Fonds und ETFs für Vermögensbildung?

Dass die Deutschen im Sparen Europa- oder sogar Weltmeister sind ist allgemein bekannt. Knapp 45% unserer Mitbürger sparen regelmäßig, jeder Dritte tut es fest monatlich. Auch Banken und Versicherungen werben daher besonders mit Produkten um regelmäßig Erspartes anzulegen.

Schon 2009 hatte Börse am Sonntag berichtet „Sparpläne kommen wieder in Mode“. Wir wollten uns diese Produktreihe heute noch einmal genauer anschauen, wie funktionieren Sparpläne, welche Vor- und Nachteile gibt es?
 

Die Grundlagen

 
Was genau ist ein Sparplan? Wie der Name schon suggeriert geht es darum in einem regelmäßigen Abstand eine bestimmte Anlagesumme zu sparen, zur Seite zu legen bzw. zu investieren. Ein üblicher Rhythmus ist monatlich oder alle 2 bis 3 Monate zu sparen. Raten beginnen in der Regel ab 25 Euro, nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Rhythmus und Sparrate können in der Regel bei allen Anbietern flexibel angepasst und geändert werden, es empfiehlt sich aber hier zu Beginn Parameter zu wählen, die man auch einige Zeit durchhält und zu denen man sich bekennt.
 
Weiteres Merkmal eines SparPLANs ist eine gewisse Zielvorgabe die man mit dem Sparen verbindet. Das kann ein zeitlicher Horizont oder eine konkrete Anschaffung sein, z.B. die Altersvorsorge ab 65, die Kreuzfahrt in 5 Jahren oder größere Anschaffungen. Wie bei allen Anlagen in Börsenprodukte gilt auch hier, dass ein längerer Anlagehorizont eher eine halbwegs prognostizierbare Rendite liefert – Anlagen über nur wenige Jahre könnten auch überwiegend fallende Kurse mitnehmen und so eine negative Rendite liefern.
 
Bei langfristigen Sparplänen werden diese Kursschwankungen zum Vorteil, der sogenannte Durchschnittskosteneffekt. Durch Käufe in einem z.B. monatlichen Abstand nimmt man die regelmäßigen Hoch- und Tiefpunkte der Märkte mit und erreicht, bei einem grundsätzlich steigenden Markt, so einen guten Durchschnittspreis der eigenen Anteile.
 
 

Traditionelle Sparpläne

 
Beim ursprünglichen Banksparplan legt man monatlich einen bestimmten Betrag auf ein spezielles Konto/Sparbuch bei seiner Hausbank oder einem anderen Kreditinstitut. Diese Beträge werden fest oder variabel verzinst. Da diese Einlagen bei Banken einer hohen Sicherheit unterliegen (Ausfälle unwahrscheinlich, Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro) sind die Zinsen entsprechend mager. Aktuell kann man je nach Vertrag mit 0,3 – 2,5 % p.a. rechnen.
 
Neben Zinssatz unterscheiden sich die verschiedenen Angebote in der Laufzeit und ob die Verträge flexibel kündbar sind oder eine feste Laufzeit haben. Bei festen Laufzeiten ist Vorsicht geboten, oft können Gelder nur gegen Strafgebühren oder Verzicht auf den Zins vorzeitig ausgelöst werden. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld sind die Renditen ohnehin hier sehr niedrig und eigenen sich absolut nur für Risikoaverse langfristige Sparer – oft bietet ein Tagesgeldkonto bessere Zinsen bei flexiblen Konditionen.
 
 

Sparpläne in den Kapitalmarkt

 
Mehr höhere Chancen auf attraktive Renditen haben möchte muss wie üblich auch mehr Risiken eingehen und kann seinen Sparplan auch an den Kapitalmärkten investieren. Möglich sind Sparpläne in
 
  • Fonds
  • ETFs
  • Aktien
  • ETCs bzw. Zeritfikate
 
 
Wir gehen in diesem Artikel davon aus, dass die einzelnen Assetklassen und ihre Unterschiede bekannt sind und konzentrieren uns auf die Informationen zu Sparplänen.
 
Im Wesentlichen unterscheidet sich vor allem das Chance/Risiko Verhältnis bei den verschiedenen Wertpapieren und überträgt sich natürlich auf die Sparpläne. Bei volatileren Anlagen wie Aktien kann sich der Durchschnittskosteneffekt positiver auswirken als bei schwankungsarmen Investitionen.
 
Bei herkömmlichen Brokern wie z.B. Consorsbank kann man üblicherweise in alle möglichen Wertpapiere einen Sparplan eröffnen und flexibel ändern und weiterführen – das jeweilige Produkte muss man sich hierzu dann selbst raussuchen oder die telefonische Vermögensberatung nutzen.
 
Wer sich für einen Sparplan in gemanagte Fonds entscheidet findet meistens bei seiner Hausbank oder wie hier bei der Haspa FondsSparen ein breites Angebot für FondsSparen. Hierfür werden entsprechend die Fondsprodukte der Deka (Sparkassen), DWS (Deutsche Bank) oder Union Investment (Volksbanken) genutzt, welche ein aktives Fondsmanagement haben und je nach Marktphase ggf. größere Umschichtungen vornehmen.
Aufpassen sollten Anlegern bei Fonds und ETFs was die jeweiligen Gebühren (Ausgabeaufschlag und Verwaltungsgebühr) angeht. Auch wenn die monatlichen Anlagebeträge gering sind und Gebühren entsprechend in absoluten Zahlen gering erscheinen, so fressen 5% Aufgabeaufschlag natürlich entsprechend einen Großteil der Renditen auf.
 
In der Regel gibt es bei Sparplänen in Kapitalmarktprodukte übrigens keine Mindestlaufzeit und das Geld kann jederzeit ausgelöst werden – Grund hierfür ist, dass die Institute auch keine garantierten Renditen vorgeben sondern lediglich die dahinter stehenden Produkte verkaufen.
 
Achtung: Ebenso wie bei allen anderen Investitionen fallen auch bei Sparplänen auf Gewinne entsprechende Steuern an (Kapitalertragssteuer zzgl. Kirchensteuer und Soli). Anleger sollten unbedingt beachten dass diese in der Regel von den prognostizierten Gewinnen noch abzuziehen sind.
 

Bildquelle: rcfotostock @ fotolia.com

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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