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Veröffentlicht von Redaktion "Aktionärsbrief" am 02.12.2009

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 02.12.2009:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Smart Grids werden derzeit als die Zukunft der Energieversorgung und -verteilung gehandelt

Dabei geht es darum, die vorhandenen Energienetze so zu modernisieren, daß sie nicht nur fossile und regenerative Energiequellen miteinander verbinden können, sondern auch die Nutzung so steuern können, daß die als langfristig knappes Gut erkannte Energie effizient verteilt werden kann.

Die populistischen Schlagwörter dafür sind internetgesteuerte Thermostate oder Elektroautos, die ihre gespeicherte Energie bei Bedarf ins öffentliche Netz einspeisen können. Aber es geht um weitaus Grundlegenderes: Die Überführung der Energieversorgung aus der Technik des 19. und 20. Jahrhunderts in das digitale Zeitalter. Eine Aufgabe, die nicht in wenigen Jahren, sondern wohl mehr in Jahrzehnten umgesetzt werden wird.

Wie läßt sich das Thema nun auch am Kapitalmarkt umsetzen? Dazu gibt es drei Wege bzw. eine Kombination aus allen dreien. Als erstes geht es um Skaleneffekte. Das bedeutet, wer ist in der Lage, ein entsprechendes Marktvolumen zu generieren? Oder um es noch einfacher zu beschreiben: Wer hat so tiefe Geldbörsen, um den Markt wirklich zu einer kritischen Größe zu führen? Hierbei drängen sich vor allem im amerikanischen Sektor, aber auch hier in Europa, vor allem vier Namen auf: CISCO SYSTEMS, IBM, GENERAL ELECTRIC und SIEMENS. Die beiden ersten kommen aus der IT-Technik, die beiden letzten aus dem Anlagenbau.

Alle vier haben durch ihre bisherige Expertise die Chance, mit vorne dabei zu sein. Sei es mehr auf der Seite der Erstellung der gesamten Netzinfrastruktur, wie dies für SIEMENS zu vermuten ist, sei es mehr als Anbieter von Kontroll- und Steuerungstechnik, wie dies bei CISCO SYSTEMS der Fall sein könnte. Allen vier ist aber gemein, daß sie durchaus in der Lage sind, die nötigen Investitionen anzustoßen, um das "Produkt" Smart Grids marktreif zu machen und für die nötige Markttiefe zu sorgen.

Allerdings halten wir es hier für wenig sinnvoll, nun mit der sprichwörtlichen Gießkanne auf Anlagesuche zu gehen. Vielmehr spekulieren wir darauf, daß es innerhalb des Systems Smart Grids eben Netzteile gibt, die einen höheren Mehrwert und damit eine höhere Profitabilität liefern. Und da dürfte CISCO SYSTEMS (WKN: 878 841; 23,40 Dollar) am stärksten positioniert sein.
Das Unternehmen selber hatte auch schon erklärt, daß man massiv in diese neue Netztechnik investieren wolle, um den eigenen Erfolg beim Aufbau der Internetstruktur zu wiederholen. Ein ambitioniertes Ziel, aber nicht unerreichbar. Insofern ist CISCO SYSTEMS unter den "Blue Chips" in dieser Spekulation unser Top-Favorit.

Neben den breit aufgestellten Akteuren wird es aber auch eine Vielzahl kleiner und kleinster Unternehmen geben, die sich ihre profitable Nische suchen und finden können. Angesichts der schon genannten Ansatzpunkte, was Smart Grids leisten sollen, stehen dabei die Firmen im Fokus, die vor allem für Meß-, Steuerungs- und Verteilungstechnik zuständig sind. Hier können bei einer Marktdurchsetzung extreme Skaleneffekte erfolgen inklusive natürlich Übernahmephantasien durch die All-in-one-Anbieter.

Unter den Spezialisten halten wir ITRON (WKN: 888 379; 60,79 Dollar) für einen Blick wert. Das Unternehmen bietet Zähler und Datenerfassungslösungen für die drei Versorgungsmedien Strom, Gas und Wasser an. Dabei verfügt man über einen internationalen Auftritt mit über 8.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 870 Mio Dollar. Dem steht eine Marktkapitalisierung von rund 2,4 Mrd Dollar gegenüber.

Wie am Chart zu sehen ist, hat man vor zwei Wochen den Versuch abbrechen müssen, die alten Höchststände um die 67 Dollar wieder zu erreichen. Doch natürlich bleibt ITRON ein Wert, der angesichts seiner Marktpositionierung das Zeug hat, nicht nur die alten Hochs zu schaffen, sondern auch neues Potential zu eröffnen. Insofern wäre hier eine spekulative Investition vorstellbar.

Das würde auch für ECHELON (WKN: 916 398; 11,06 Dollar) gelten, die ebenfalls im Bereich Stromzähler anzusiedeln sind. Der Clou dabei ist die Möglichkeit, die ECHELON-Zähler über das Internet zu vernetzen und zu steuern. Damit ist man nicht nur in den Fokus von Unternehmenskunden geraten, sondern dürfte auch bei der Umsetzung der Smart Grids bei den Verbrauchern eine wichtige Rolle spielen.

Allerdings ist der Markt dem Unternehmen derzeit nicht sonderlich wohl gesonnen. Was wohl vor allem an den Ergebnissen zum 3. Quartal lag. Denn gegenüber den Vorjahresergebnissen mußte man einige Abstriche machen. Und auch die Veränderungen gegenüber dem 2. Quartal hielten sich in sehr engem Rahmen, so daß man den Eindruck nicht los wurde, das Unternehmen trete derzeit etwas auf der Stelle. Für einen Wert, der vor allem als Wachstumswert gesehen wird, ist das ein Problem.

Und so wurde die Aktie in den letzten vier, fünf Wochen nach unten durchgereicht und konnte bislang auch keinen erkennbaren Boden ausbilden. Insofern ist hier noch kein Einstieg angezeigt. Im Hinblick auf einen möglichen Turnaround sollten Sie diesen Wert dennoch auf dem Zettel behalten.
Als Zwischenfazit: Auch wenn Smart Grids in der öffentlichen Diskussion an Breite und Aufmerksamkeit gewinnen, so ist dieses Projekt für die beteiligten Unternehmen noch kein Selbstläufer. Rückschläge oder enttäuschte Wachstumshoffnungen werden nicht ausbleiben. Um so wichtiger ist eine entsprechende Risikostreuung. Wer dies nicht innerhalb der einzelnen Akteure machen kann oder will, dem stehen auch entsprechende Themenzertifikate zur Verfügung.

Bezogen auf unsere bisher angesprochenen Werte sehen wir dabei im SMART GRID TOP SELECT 2 ZERTIFIKAT (WKN: DB7 SMG; 9,68 €) der DEUTSCHEN BANK eine gangbare Alternative, um sich dem Thema auch investmenttechnisch zu nähern. Der Schwerpunkt liegt auf amerikanischen Werten. Welche Zusammensetzung es genau gibt, können Sie der Internetseite von X-Markets entnehmen. Unter dem Ansatz eines längerfristigen Engagements empfehlen wir hier das Zertifikat als grundsätzliche Alternative zu Einzelanlagen oder zur Risikostreuung.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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