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Veröffentlicht von Redaktion "BÖRSE am Sonntag" am 25.10.2009

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 25.10.2009:

Börsenbrief BÖRSE am Sonntag
BÖRSE am Sonntag

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

SMA Solar Technology: Zahlen begeistern

Mitten in den Turbulenzen an den weltweiten Aktienmärkten, ausgelöst durch die Finanzkrise, wagte der Solartechnikhersteller am 27. Juni 2008 den Sprung auf das Börsenparkett. Zwar konnte sich der drei Monate später in den TecDAX aufgenommene Wert nicht der Talfahrt entziehen, er erholte sich von seinem Tief im November 2008 inzwischen aber deutlich. Jüngst gab es sogar ein neues Allzeithoch. Die Investoren waren angesichts der vorgelegten Zahlen begeistert.

Die Freude kommt nicht von ungefähr, legte SMA Solar für den Berichtszeitraum Juli bis September doch Rekordumsätze vor. Vorläufigen Berechnungen zufolge kletterten sie zum Vorjahr um rund 38% auf 312 Mio. Euro. Damit wurde der Einbruch zu Jahresbeginn wieder wettgemacht, und in den ersten neun Monaten summierten sich die Erlöse auf 559 Mio. Euro. Zum Vorjahreswert entspricht dies einem Plus von 8%. Auch bei der Profitabilität zeigt der Trend wieder aufwärts. Zwar konnte in den ersten neun Monaten das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) mit 120 Mio. Euro noch nicht ganz an die 132 Mio. Euro von vor einem Jahr heranreichen, im dritten Quartal kletterte es jedoch zum Vorjahreszeitraum von 63,1 auf 86 Mio. Euro. Auch lag es damit deutlich über den EBIT-Werten aus den vorangegangenen beiden Jahresvierteln von 6 und 29 Mio. Euro. Gleichzeitig zog die EBITMarge an. Nach 6,9% im ersten und 18,1% im zweiten erreichte sie im dritten Quartal stolze 27,6%. In den ersten neun Monaten waren es 21,5%, damit nähert sie sich dem Vorjahreswert von 25,4%.


Prognosen angehoben

Angesichts der positiven Entwicklung im dritten Quartal erhöhte der Vorstand seine Umsatzerwartung für das Gesamtjahr. Er rechnet nun mit einem Wert von 760 bis 810 Mio. Euro, nachdem er bislang 680 bis 730 Mio. Euro in Aussicht gestellt hatte. Gegenüber den 681,6 Mio. Euro des Jahres 2008 entspräche dies einem Wachstum von 11,5% bis 18,8%. Und auch bei der EBIT-Prognose setzte man die Erwartungen höher. Bislang 18% bis 20% angepeilt, sollen es nun 21,5% bis 23,5% werden. Damit würde man zwar nicht den Vorjahreswert erreichen, die aktuellen Prognosen scheint jedoch eher konservativer Natur. Sollte sich daher die zuletzt glänzende Geschäftsentwicklung im Schlussquartal fortsetzen, ist nicht ausgeschlossen, dass der Wert von 2008 im Gesamtjahr erreicht wird. Vielleicht gibt SMA Solar am 13. November bei Vorlage der vollständigen Neunmonatsbilanz ja entsprechende Hinweise.


Anziehende Nachfrage

Die Chancen für weiterhin gute Geschäfte sind gut. Nachdem der Konzern zu Jahresbeginn den weltweiten Nachfrageeinbruch in der Solarbranche zu spüren bekam, sich im Gegensatz zu vielen anderen Firmen der Branche aber stets in den schwarzen Zahlen gehalten hat, scheint nun der Preisverfall bei Solaranlagen die Nachfrage im In- und Ausland wieder angekurbelt zu haben. Davon profitiert das Unternehmen offenbar besonders.


Weltweit führend

SMA Solar entwickelt und produziert Wechselrichter und damit zentrale, laut Unternehmen sogar eine der technologisch wichtigsten Komponenten von Photovoltaikanlagen. Wechselrichter wandeln den durch die Sonne in den Solarzellen erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um, und ihre Leistungsfähigkeit ist entscheidend für die Effizienz einer Solaranlage. Sie zeichnen sich dabei durch einen besonders hohen Wirkungsgrad aus, wobei der „Sunny Mini Central“ von SMA einen von mehr als 98% besitzt und damit eine erhöhte Stromproduktion ermöglicht. Eigenen Angaben zufolge ist die Gesellschaft zudem der einzige Hersteller, der über ein Produktspektrum verfügt, das für jeden Modultyp und für alle Leistungsgrößen den passenden Wechselrichter bietet. Neben der Umwandlung des Stroms sind Wechselrichter als intelligente Systemmanager auch für die Ertragsüberwachung und das Netzmanagement verantwortlich. SMA Solar bezeichnet sich selbst als weltweit umsatzstärksten Anbieter in seinem Kernsegment. Abgerundet wird das Sortiment durch Wechselrichter für aus Wind oder Brennstoffzellen erzeugte Energie sowie durch Systemtechnik für die dezentrale Energieversorgung.


Innovativ und flexibel

Grundlage für die erfolgreichen Geschäfte der 1981 gegründeten Firma ist die Innovationskraft. Von den weltweit mehr als 3000 Mitarbeitern sind 250 in der Forschung und Entwicklung tätig, die mindestens fünf Innovationen im Jahr liefern. Durch die flexible und skalierbare Produktion ist SMA laut Vorstand ferner in der Position, auf Kundenwünsche schnell reagieren und Produktinnovationen zeitnah umsetzen zu können, was es ermöglicht, mit der dynamischen Marktentwicklung der Photovoltaikindustrie problemlos Schritt zu halten und gleichzeitig kurzfristige Nachfrageschwankungen nach Solar-Wechselrichtern abzufedern.


Fazit

Das Geschäftsmodell von SMA Solar kristallisierte sich zuletzt immer mehr als Favorit in der Solarbranche heraus. Während die Hersteller von Solaranlagen oder andere Zulieferer, wie die Produzenten von Solarzellen und Modulen besonders stark unter dem Preisverfall litten, ist der Wettbewerbsdruck für SMA weniger stark. Dies könnte sich gerade vor dem Hintergrund einer nun wieder anziehenden Nachfrage nach Solaranlagen als Triebfeder für die Geschäfte erweisen, liefert das Unternehmen doch zentrale Komponenten für deren Herstellung. Der Konzern sollte daher besonders deutlich von einer Erholung profitieren. Er überzeugt ferner mit seiner langjährigen Erfahrung in der Systemtechnik für Photovoltaik sowie seiner Innovationskraft. Laut Unternehmen sind die eigenen Solar-Wechselrichter zuverlässiger und langlebiger als jedes andere Gerät auf dem Markt. Nicht zuletzt dies dürfte dazu beigetragen haben, zum Weltmarktführer zu werden. Diese Position dürfte auch künftig weiter gefestigt werden. Insgesamt stehen somit mittel- bis langfristig die Chancen für weiteres profitables Wachstum nicht schlecht, zumal die Solarbranche auch als wichtiges Element bei den „erneuerbaren Energien“ gilt, die die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern sollen. Gerade vor dem Hintergrund des zuletzt wieder kräftig anziehenden Ölpreises könnten Solaraktien somit wieder verstärkt in den Fokus rücken. Alles zusammen könnte die SMA Solar, trotz der Rally der vergangenen Monate, was auch zu einer nicht mehr günstigen Bewertung führt, für spekulative Käufe interessant sein. Zum Timing könnte dabei ein Sprung auf Tagesschlusskursbasis über das Hoch von Ende September bei 70,91 Euro, besser noch über das jüngst markierte neue Allzeithoch bei 71,70 Euro, in Erwägung gezogen werden. Bei einem Engagement ist zu beachten, dass der Wert recht „eng“ und damit sehr volatil ist. Ein kurzfristiges Risiko ist zudem die Debatte um die deutschen Solar-Subventionen. Sollte es hier Einschnitte geben, könnte dies die Branche und damit auch die Kurse temporär belasten.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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