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Veröffentlicht von Stephan Heibel am 26.05.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 26.05.2010:

Börsenbrief Heibel-Ticker
Heibel-Ticker

Stephan Heibel - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit März 2000

Rheinmetall profitiert von schwachem Euro

Das Unternehmen ist Zulieferer für die Automobilbranche und wird auch im Bereich der Rüstungsindustrie immer stärker, sodass sich das Geschäft nunmehr in diese zwei gleichwertigen Bereiche gliedert.

Im Automotive-Bereich wurden 2009 1,5 Mrd. EUR umgesetzt. Hier werden an die Automobilindustrie Lager, Kolben, Lüftungssysteme und insbesondere in der jüngsten Zeit Schadstoffreduzierungssysteme geliefert. Dennoch schloss dieser Bereich 2009 mit einem verheerenden operativen Verlust von 187 Mio. EUR ab. Ab 1,85 Mrd. EUR Umsatz, so das Unternehmen, könne es profitabel arbeiten. Rheinmetall reagierte entsprechend und hat 2009 drastische Einsparungen vorgenommen. So erreiche man für 2010 dank heftiger Kosteneinsparungen bereits bei einem Umsatz von 1,55, Mrd. EUR den Break-even. Für 2010 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 1,65 Mrd. EUR, einem knapp positiven Ergebnis also. Die Rüstungssparte hingegen hat 2009 mit einem Umsatz von 1,9 Mrd. EUR einen operativen Gewinn von 215 Mio. EUR erzielt. So arbeitet Rheinmetall in diesem Bereich hochprofitabel. Die gute Planbarkeit dieses Geschäftsfeldes macht die Aktie von Rheinmetall attraktiv und die Kunden (Staaten die Waffen, Munition, Verteidigungssysteme etc. brauchen) sind verlässlich, da weltweit der Verteidigungsetat eher ausgeweitet wird. Die Verteidigungssparte produziert fast ausschließlich in Deutschland und verkauft zwei Drittel ins Ausland, was bei der momentanen Euro-Schwäche für Kursgewinne sorgen wird. Analysten kalkulierten die Prognosen für 2010 mit einem Wechselkurs von rund 1,40 USD/EUR, derzeit steht der Kurs jedoch schon bei 1,24 USD/EUR. Außerdem sind im Gegensatz zum Automobilbereich in der Verteidigungsindustrie sehr langfristige Verträge üblich. Anders als beim Massenmarkt der Automobilbranche produziert Rheinmetall nicht einfach so einen neuen Panzertyp. 2010 werden erstmalig die neuen Schützenpanzer namens Puma ausgeliefert, die den alten Marder, der fast 40 Jahre im Einsatz war, ablösen. Im Wert von 3 Mrd. EUR hat 2009 allein die Bundeswehr 405 Puma-Panzer geordert, der größte Auftrag für Rheinmetall seit Bestehen. Für das Jahr 2011 wird seitens der Analysten ein Gewinn von 4,87 Euro je Aktie erwartet, was einem KGV 11e von 9 entspräche. Dies halte ich für ein Unternehmen mit so großer Planbarkeit seines Geschäfts und der Möglichkeit von  überraschenden zusätzlichen Wechselkursgewinnen für zu niedrig. Die angekündigten Einsparungen im Verteidigungsetat hören sich vernichtend für Rheinmetall an. Doch es wäre das erste Mal, wenn die Sparvorhaben auch nur annähernd umgesetzt würden. Ich mache mir daher kaum Sorgen um einen entsprechenden, derzeit den Kurs drückenden Umsatzeinbruch. Ich kann mir auf Sicht von 12 – 18 Monaten ein KGV von 11 vorstellen, was für meine Gewinnerwartung von 5 Euro je Aktie zu einem Kurs von 55 Euro führen würde.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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