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Veröffentlicht von Stephan Heibel am 17.07.2009

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 17.07.2009:

Börsenbrief Heibel-Ticker
Heibel-Ticker

Stephan Heibel - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit März 2000

Quartalsberichte bestimmen das Börsengeschehen

Die Woche war voll mit Quartalsergebnissen, ich möchte nur einige wenige hier ins rechte Licht rücken: Dell, Intel, Goldman Sachs, JP Morgan, Citi Group, Nokia und Apple.

DELL VERSUS INTEL

Dell hat Anfang der Woche die Erwartungen der Analysten nicht erfüllen können. Das Gejammer war groß, insbesondere die Gewinnmarge ließ zu wünschen übrig. Das wachsame Holzauge ist diesem Kommentar nachgegangen und hat herausfinden können, dass Dell in der anschließenden Pressekonferenz insbesondere über die gestiegenen Preise der Chipindustrie geklagt hat. Die Einkaufspreise sind in die Höhe geschnellt!

Einer der großen Kostenfaktoren eines PCs ist der Chip. Und bei Dell werden diese meistens von Intel geliefert. So war schon durch das Quartalsergebnis von Dell absehbar, dass Intel vermutlich ein gutes Quartalsergebnis wird ausweisen können. Und tatsächlich konnte Intel insbesondere bei der Umsatzentwicklung punkten, die Preise konnten angehoben werden.

Mit anderen Worten: Es gibt eine Nachfrage nach Chips und nach PCs! Welch ein Unterschied zur Situation von vor drei Monaten, als die Umsätze selbst im Vergleich zum Vorquartals weiter zurück gingen. Diesmal stehen noch immer große Umsatzeinbrüche im Vergleich zum Vorjahresquartal zu Buche, doch sequentiell, also im direkten Vergleich zum Vorquartal, konnte ein leichter Umsatzanstieg verzeichnet werden.

Die Erwartungen sind also inzwischen tief genug, es gibt schon leicht positive Überraschungen.


GOLDMAN SACHS UND JP MORGAN VERSUS CIT GROUP

Während Goldman Sachs und JP Morgan kurz nach dem Beinahe-Kollaps des Finanzsektors wieder Rekordgewinne ausweisen geht eine große Mittelstandsbank vermutlich Pleite (Entscheidung steht heute aus!)

Insbesondere bei Goldman Sachs sieht man deutlich, wie schädlich die Streichung der Uptick-Rule war: Der Kurs wurde in der Krise auf 50 USD geprügelt, während Warren Buffet zu 120 USD mit seinem Statement „Buy American“ eine deutliche Position in dem Unternehmen einging. Heute steht die Aktie schon wieder bei 160 USD. Wie konnte das Unternehmen, das heute schon wieder Milliarden-Gewinne ausweist, vor kurzem nur ein Drittel dessen wert gewesen sein?

Es gibt zwei Antworten, die derzeit kursieren: Entweder der damalige Kurs war eine Fehleinschätzung (meine Meinung!), oder diese Finanzverbrecher haben selbst die Krise dazu nutzen können, um sich künftige große Gewinne zu sichern (Meinung der Weltuntergangspropheten, die ihren Irrtum nicht zugeben wollen).

Aber auch die Bären kriegen ihr Futter: CIT hat ähnlich wie Lehman Brothers massenweise Kredite für Studenten, für Hypotheken und für Gewerbeimmobilien vergeben und droht nun unter dem Gewicht der Abschreibungen in die Insolvenz zu rutschen. Besser gesagt: Das Unternehmen ist insolvent, wenn es nicht bis heute Abend einen Investor findet, der eine Milliarden-Spritze zur Hand hat.

Obama und seine Mannen haben schon abgewunken: Der Markt müssen solche Fehlentwicklungen korrigieren und die CIT Group sei nicht groß genug, um ein systemisches Risiko darzustellen. Mit anderen Worten: Eine Pleite von CIT kann nach Meinung der Obama-Administration derzeit vom Markt locker verkraftet werden.

Welch ein Unterschied: Der Markt nimmt diese Meldung gelassen auf und die Analysen über CIT, die ich finde, gehen unisono davon aus, dass eine Pleite tatsächlich kein Problem darstellt. Auch die Analysten, die vor einem Jahr vor der Lehman-Pleite gewarnt haben, sehen eine CIT-Pleite nicht als Problem an.


NOKIA VERSUS APPLE

Ach, zu Apple brauche ich an dieser Stelle nichts zu sagen. Der Erfolg von Apple ist auch im Ergebnis von Nokia zu sehen: Nokia verkauft seine Handys immer billiger, die Gewinnmarge sinkt und nur durch harte Kostensenkungsprogramme konnte das Unternehmen einen ordentlichen Gewinn ausweisen.

Nokia fehlt ein Kassenschlager wie das iPhone, und das merkt das Unternehmen nun deutlich. Aber der Markt kann unterscheiden, ob Nokia Probleme mit dem Wettbewerb hat, oder ob der Umsatzrückgang ein Anzeichen für eine anhaltende globale Rezession ist. Apple, Qualcomm, Research in Motion und Palm sind Beleg dafür, dass auch die Handy-Absatzzahlen schon wieder steigen.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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