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Veröffentlicht von M.G. Börsen-Service am 08.06.2012

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 08.06.2012:

Börsenbrief Cleverselect Investments
Cleverselect Investments

M.G. Börsen-Service - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit August 2008

Nordex AG – schreibt weiter rote Zahlen

Der Windturbinenhersteller Nordex musste trotz eines Umsatzwachstums von 8% auf 198,30 Mio. € einen Verlust ausweisen. Während noch im Vorjahreszeitraum ein Gewinn von 0,40 Mio. € erzielt werden konnte, musste im jüngsten Quartal ein Verlust von 14 Mio. € ausgewiesen werden.

Nach der Geschäftsführung war eine schwächere Auslastung die Ursache des Verlusts.
Der massive Wettbewerb aus dem asiatischen Raum drückt weiter auf die Preise. Deutsche Unternehmen haben gegenüber den chinesischen Unternehmen einen enormen Kostennachteil.
Zudem subventioniert die chinesische Regierung die Branche weiter – während die Deutsche Regierung die Subventionen tendenziell weiter abbauen will.

Die Geschäftsführung ist, wie fast immer, optimistisch. Demnach wurden die Jahresziele bekräftigt. Im Gesamtjahr 2012 soll der Umsatz zwischen 1 bis 1,10 Mrd. € liegen. Die Umsatzrendite soll „je nach Preisentwicklung“ zwischen 1 und 3% liegen. Die Preise können in dieser Konstellation tendenziell nur weiter fallen. Das weiß auch die Geschäftsführung, aber die Herren können sich verständlicherweise nicht richtig objektiv äußern. Die Aktie mag vielleicht optisch günstig wirken, aber fundamental sieht es alles andere als positiv aus. Das Unternehmen wird aktuell mit 240 Mio. € bewertet. Ob es dieses Jahr für einen Gewinn reicht, ist fraglich. Vielleicht gelingt es dem Unternehmen ein EBIT von 10 Mio. € zu erzielen. Nach Steuern, Zinsen und Abschreibungen bleiben vielleicht 5 Mio. € über. Daraus resultiert ein KGV von 48, was viel zu teuer ist. Wachstumsaussichten sind wegen der immer stärkeren Konkurrenz aus China praktisch kaum noch vorhanden. Hier kann man höchstens, mit engem SL, auf eine Zwischenerholung setzen. Alles andere macht bei diesen Aussichten wenig Sinn.

 

Microsoft – vielversprechende Aussichten

Der weltweite größte Softwarekonzern Microsoft wird Ende des Jahres das neue Betriebssystem Windows 8 auf den Markt bringen. Das neue Betriebssystem soll im Kachel-Design erscheinen und auch auf den mobilen Tablet-PC laufen. Damit reagiert Microsoft auf die Erfolge von Apple mit dem Iphone und Ipad. Der Trend geht ganz klar in Richtung Mobilität. Die konventionellen PC´S verkaufen sich immer schlechter, was die jüngsten Quartalszahlen von Dell und HP nur bestätigen.

Weltweit laufen über 92% aller PC´s mit Windows. Microsoft hat den Trend zur Mobilität nicht verschlafen. Das war auch zwingend erforderlich, da über 60% des Gewinns mit Windows erzielt werden. Im jüngsten Quartal konnte Microsoft den Umsatz um 6% auf 17,40 Mrd. $ steigern.

Der Nettogewinn lag mit 5,11 Mrd. $ 2,40% unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang ist auf Steuergutschrift im Vorjahreszeitraum zurückzuführen. Rechnet man Steuergutschrift von 425 Mio. $ heraus, dann konnte der Gewinn um 6,20% gesteigert werden.

An der Börse wird das Unternehmen mit 241 Mrd. $ bewertet. Der Umsatz sollte mit Hilfe des neuen Betriebssystems auf Jahressicht über 80 Mrd. $ liegen. Der Nettogewinn zwischen 21 und 22 Mrd. $. Daraus resultiert ein KGV zwischen 10,90 und 11,47. So langsam aber sicher, wird die Aktie wieder interessant. Im Aktienbereich müssen wir uns generell weiter zurückhalten bis Klarheit herrscht wie es in Europa weiter geht. Sobald es die Nachrichtenlage wieder zulässt, diskutieren wir einen Einstieg erneut. Wir setzen die Aktie auf unsere Watchlist.

 

AIR BERLIN PLC – 2013 wieder in der Gewinnzone

Air Berlin-Chef Hartmut Mehdorn zeigte sich auf der Hauptversammlung in London wieder optimistisch.
Das Sparpaket, welches der Air-Berlin-Gründer Joachim Hunold im August 2011 wenige Minuten vor seinem Rücktritt angekündigt hatte, lieferte inzwischen die ersten Erfolge. So konnte Air Berlin im ersten Quartal den Verlust um über 20% auf 149 Mio. € reduzieren. Im ersten Quartal des Vorjahres lag der Verlust noch bei 188 Mio. € .

„Es gibt noch keinen Anlass zum Jubeln, aber wir erkennen deutlich die beginnende Wirkung unseres Programms Shape & Size“, so Mehdorn.

Shape and Size, Form und Größe: Diesem Leitbild folgt der Vorstand seit Mehdorns Amtsantritt im September konsequent. Unrentable Strecken wurden und werden weiter aus dem Flugplan gestrichen und die Flotte verkleinert. Im Vergleich zum Vorjahresquartal hat Air Berlin die Sitzplatzkapazität um etwas mehr als 10% gesenkt. Der Umsatz konnte dennoch um 4% auf 813 Mio. € gesteigert werden. Die Auslastung stieg auf 76,40%.

Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass es Air Berlin innerhalb eines Jahres gelang den durchschnittlichen Ticketpreis um 7% auf 109,80 € anzuheben.

Negativ ist natürlich, dass durch die immensen Verlusten in der Vergangenheit das Eigenkapital praktisch aufgebraucht ist – die Eigenkapitalquote ist mit inzwischen nur 8% viel zu niedrig.
Noch ist nicht klar , wie sich die fast 12-monatige Verzögerung der Fertigstellung des Berliner Flughafens (BER) auf das Ergebnis auswirken wird.

Die Kosten werden auf ca. 10 Mio. € je Monat geschätzt. Herr Mehdorn geht davon aus, dass er eine große Rechnung schreiben darf, die ohne Wenn und Aber sofort beglichen wird. „Wir gehen davon aus, dass der Flughafen zu dieser Panne steht und den Schaden reguliert“, so Mehdorn. Es ist jedoch alles andere als sicher, dass die Forderung ohne Widerstand beglichen wird. Weist die Flughafengesellschaft die Forderungen zurück, dann kann es zu einem jahrelangen Rechtsstreit kommen – Air Berlin hat weder Zeit noch genug Geld.

Das Unternehmen wird inzwischen nur noch mit 177 Mio. € bewertet. Ein Gewinn ist, wenn überhaupt, erst 2013 in Sicht. Auf diesem Niveau sind natürlich größere Kursgewinne immer möglich. Die Risiken übersteigen, zumindest mittel- bis langfristig, die Chancen.
Zudem ist die Kompetenz von Herrn Mehdorn nach all den Vorkommnissen in der Vergangenheit in Frage zu stellen. Herr Mehdorn war auch einmal Vorstandsvorsitzender der Heidelberger Druckmaschinen AG. HDM hat noch heute mit den Folgen der „Mehdorn-Entscheidungen“ zu kämpfen. Bei der deutschen Bahn AG konnte er damals ebenfalls alles andere als überzeugen.

Wo Mehdorn ist, wollen wir nicht sein.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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