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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 12.12.2013

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 12.12.2013:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

LPKF LASER & ELECTRONICS (645 000; 18,35 €) kann seine Technologieführerschaft weiter behaupten

Das Unternehmen dürfte vielen Aktionärsbrief-Lesern bereits bekannt sein, begleiten wir die Aktien doch bereits seit einigen Jahren. Das Unternehmen aus Garbsen bei Hannover wurde 1976 gegründet und bot Fräsbohrplotter zur Strukturierung von Leiterplatten an. Aus dieser Zeit stammt auch die Namensgebung, steht doch die Abkürzung „LPKF“ für „Leiterplatten-Kopier-Fräse“. Mittlerweile ist LPKF aber spezialisiert auf die Mikromaterialbearbeitung mittels Lasertechnologien. Besonders erfolgreich ist dabei das Verfahren der Laser-Direkt-Strukturierung (LDS), mit dem man beliebige dreidimensionale Bauteile (zumeist aus Kunststoff) mit Leiterbahnen versehen kann. LPKF bietet Maschinen mit dieser Technologie für Kunden aus dem Automobilbau, der Industrieautomatisierung, der Medizintechnik, der Hausgeräteindustrie, der Telekommunikationstechnik, der Mess- und Analysetechnik sowie der Luft- und Raumfahrt an.

Das Geschäft wirft hohe Margen ab. Bis 2016 rechnet LPKF mit EBIT-Margen von 15 bis 17 %. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres lag die EBIT-Marge sogar bei 19,5 %. Der Umsatz legte um 21 % zu, während der operative Gewinn um 32 % anstieg. Ganz so dynamisch wird der Geschäftsverlauf in der näheren Zukunft aber nicht mehr verlaufen. Nachdem das Solarmodulgeschäft mit den bekannten Problemen zu kämpfen hatte, versucht man seine Technologie nun auch verstärkt in der LED-Branche unterzubringen. Die sehr auskömmlichen Auftragsbestände im hochmargigen LDS-Geschäft ermöglicht für die kommenden Jahre aber weiterhin profitables Wachstum. LPKF befi ndet sich in der komfortablen Position, dass man bereits das zweite Mal in diesem Jahr die Prognose anheben konnte. Zudem erwartet man für die Jahre 2015 und 2016 jeweils ein Umsatzwachstum von 10 %.

LPKFs wichtigstes Asset ist der technologische Vorsprung vor den Wettbewerbern. Rund 10 % seines Umsatzes investiert man in Forschung und Entwicklung. Branchenüblich sind dagegen 5 % oder weniger. Dabei spielt LPKF in die Karten, dass die Maschinen nach drei bis vier Jahren schon wieder veraltet sind. Die Anforderungen an Präzision und Effizienz steigen bei LPKFs Kundschaft stetig, so dass man bereits nach diesem Zeitraum schon wieder in neue Maschinen investieren muss, um mit dem Wettbewerb mithalten zu können. Insofern sind Patentrechtsverletzungen, wie sie vor allem in China vorkommen, für LPKF gut zu meistern, da in den nachgebauten Maschinen eher ältere Technologien kopiert werden, so dass LPKF seinen Innovationsvorsprung gut schützen kann, weil man oft schon die nächste Gerätegeneration am Start hat, wenn Nachbauten der vorigen Generation auftauchen.

Selbst die Aufwertung des Euros lässt LPKF mehr oder weniger kalt. Und das, obwohl man ein extrem exportabhängiges Unternehmen ist: Man ist in 70 Ländern der Welt aktiv. 90 % seines Umsatzes macht LPKF Laser im Ausland, wobei allein zwei Drittel der Umsätze in Asien generiert werden. Aber gerade in Asien kann man es sich erlauben, seine Verkäufe in Euro zu fakturieren. LPKF ist so stark in seiner Nische, dass man sich diesen Luxus erlauben kann. Indirekt würde man aber natürlich schon darunter zu leiden haben, wenn der chinesische Yuan oder der US-Dollar so stark abwerten, dass sich asiatische Kunden dazu entschließen, die Bestellung zu reduzieren oder sogar ganz zu stornieren.

Während LPKF 90 % seines Umsatzes im Ausland macht, wird zu 100 % in Europa - größtenteils in Deutschland - produziert. Die Entwicklung und Produktion läuft in drei Standorten in Deutschland und einem Standort in Slowenien. Dass man nicht aus Kostengründen dazu gezwungen ist, in Asien zu produzieren, liegt an der geringen Fertigungstiefe. Das bedeutet, dass die Lohnstückkosten, die direkt durch die Herstellung der Maschinen anfallen, vergleichsweise gering sind. Ein weiterer wichtiger Punkt, die Produktion in Deutschland bzw. in Europa zu behalten: Das technische Know-how soll geschützt werden.

Das Zahlenwerk ist höchstsolide. LPKF Laser kann nicht nur nachhaltig Umsatz und Gewinn steigern, sondern ist mit einer Eigenkapitalquote von 56 % auch sehr komfortabel finanziert.

An der erfolgreichen Geschäftsentwicklung sollen auch die Aktionäre partizipieren: LPKF hat sich auf die Fahnen geschrieben, 30 bis 50 % des Gewinns je Aktie an die Anteilseigner auszuschütten. Für das Geschäftsjahr 2012 ist eine Erhöhung der Dividende von 40 auf 50 Cent je Aktie beschlossen worden. Auf Basis des aktuellen Kursniveaus bedeutet das eine für ein Wachstumsunternehmen sehr ordentliche Dividendenrendite von 2,6 %.

Das alles hat seinen Preis. Die LPKF-Aktie ist auf Basis des für 2014 prognostizierten Gewinns mit einem KGV von 25,7 bewertet. Auch wenn die Wachstumsdynamik ab dem kommenden Jahr nicht mehr ganz so hoch sein wird wie bisher, dürfte der Aktienkurs weiter zulegen. Erst vor ein paar Tagen hat der Aktienkurs mit dem neuen Allzeithoch von 18,75 € ein weiteres Kaufsignal generiert. Fazit: Für Anleger, die noch gar nicht investiert sind, ist der Kauf einer kleinen Einstiegsposition auch auf aktuellem Kursniveau vertretbar. Versuchen Sie die Position per Kauflimit bei 16,90 € zu komplettieren. Stop Loss-Limit: 14,10 €.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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