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Veröffentlicht von Redaktion "BÖRSE am Sonntag" am 25.07.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 25.07.2010:

Börsenbrief BÖRSE am Sonntag
BÖRSE am Sonntag

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

Lazard European High Yield

Während Staatsanleihen minderer Qualität in den vergangenen Monaten äußerst turbulente Zeiten durchlebten und zum Teil drastisch an Wert verloren, hielten sich Bonds von Firmen mit schlechter Bonität recht wacker. Davon profitierte der Lazard European High Yield Fonds, der ausschließlich in hochverzinsliche Anleihen europäischer Unternehmen investiert.

Eine Performance von mehr als 5% im ersten Halbjahr 2010 kann sich sehen lassen. Schließlich schaffte Holger Mertens, der Manager des Lazard European High Yield Fonds, in den vergangenen 5 Jahren auch nur 5,4% per annum. Vor allem im 1. Quartal kletterten die Kurse von Junk Bonds, im 2. Vierteljahr litt das Segment dagegen unter Gewinnmitnahmen. Immerhin hatten die Notierungen seit dem Frühjahr 2009 um 57% zugelegt. Außerdem gab es einen guten Grund: Der drohende Bankrott Griechenlands belastete den gesamten Markt für hochverzinsliche Euro-Obligationen. Fürs Erste scheint die Krise der überschuldeten Eurostaaten dank eines gigantischen Rettungspakets im Griff. Doch der Refinanzierungsbedarf einiger Länder bleibt enorm hoch. Obwohl sich die Konjunktur in Euroland allmählich erholt, dürften die Zinsen aber noch einige Zeit niedrig bleiben. Staatsanleihen besserer Bonität werden wohl auch im kommenden Jahr kaum mehr Ertrag abwerfen als 2010. Aktuell liegt die Umlaufrendite bei gut 2,3%. Firmenbonds bieten zum Teil mehr. Vor allem, wenn ihnen von den Ratingagenturen kein Investment Grade, also die Note BBB oder besser, zugebilligt wird. Risikostreuung extrem wichtig Aber natürlich sind diese Anleihen auch wesentlich riskanter. In der Regel ächzen die Emittenten unter einer enormen Schuldenlast, stecken bisweilen sogar in den roten Zahlen. Die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls von Zins- oder Tilgungszahlungen ist daher nicht zu unterschätzen. Selbst erfahrene Fondsmanager wie Holger Mertens von der amerikanischen Investmentbank Lazard können einmal daneben liegen. Deshalb ist die Diversifikation der Risiken nach Ländern und Branchen extrem wichtig. Mertens hält etwa 100 verschiedene Anleihepositionen. Am meisten hält er vom italienischen Autokonzern Fiat (4,9% des Vermögens) und der französischen Investmentgruppe Wendel (4,8%), zu deren wichtigsten Beteiligungen Bureau Veritas (WKN A0M45W) und Saint-Gobain (872087) gehören. Bei der Auswahl seiner Investments wird Mertens von einem gut aufgestellten Team unterstützt. Das macht sich bezahlt. Auf längere Sicht schneidet der Lazard European High Yield besser ab als vergleichbare Fonds. Die höhere Rendite wurde allerdings mit einer relativ langen durchschnittlichen Restlaufzeit und einer miesen Schuldnerqualität erkauft. Mehr als die Hälfte der Bonds wurden nur mit der Note B oder sogar noch schlechter bewertet. Kostenbelastung im üblichen Rahmen Daher eignet sich der Fonds nur als Depotbeimischung. Schwächt sich die Weltkonjunktur im kommenden Jahr überraschend stark ab, könnten einige hoch verschuldete Firmen in Schwierigkeiten geraten und die Notierungen am Junk-Bond-Markt nach unten ziehen. Einen weiteren Gefahrenherd stellen hoch verschuldete Staaten, zum Beispiel Griechenland, dar. Die Gesamtkostenquote des mit einem Volumen von knapp 30 Mio. Euro eher kleinen Fonds liegt im üblichen Rahmen. Der Ausgabeaufschlag von bis zu 3% lässt sich durch einen Kauf an der Börse teilweise umgehen, weil die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs meist nur 1% beträgt. Allerdings kommen in diesem Fall die Orderspesen hinzu. Daneben bieten Banken und Fondsvermittler ihren Kunden oft einen Rabatt auf den Ausgabeaufschlag an.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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