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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 07.03.2012

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 07.03.2012:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Lassen Sie sich von Rücksetzern nicht verunsichern!

Am Dienstag haben die Indizes ihre größten Tagesverluste seit Dezember gezeigt. Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao hatte zuvor die Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 8 % auf 7,5 % gesenkt.

 

Auch wenn China damit das niedrigste Wirtschaftswachstum seit acht Jah- ren vorlegen würde, handelt es sich hierbei weniger um den Vorboten einer veritablen Konjunkturabkühlung, sondern vielmehr um ein Politikum. Denn die Regierung will sich auf keinen Fall die Blöße geben, dass die Wirtschaft weniger wächst als von ihr prognostiziert. Die BIP-Prognose von 7,5 % dürfte also die absolute Untergrenze von dem sein, was die chinesische Volkswirtschaft letztlich liefern wird. Nach Krise klingt das nun wirklich nicht.

Ohnehin häufen sich eher die positi- ven Konjunkturschlagzeilen. Wie z.B. in den USA. So ist der Verbaucherver- trauensindex im Februar unerwartet stark von 61,5 auf 70,8 gestiegen und liegt damit so hoch wie zuletzt vor einem Jahr. Der Chicagoer Einkaufsmanagerindex ist von 60,2 auf 64 Punkte gestiegen, während Analysten mit einem Rückgang gerechnet hatten. Der ISM-Einkaufsmanager- index im Dienstleistungsbereich ist entgegen der Erwartungen ebenfalls gestiegen. Und die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sind wieder auf das Niveau gesunken, das vor der Lehman-Pleite 2008 geherrscht hatte. Die Arbeitslosenquote wird also schon bald erstmals seit der Finanzkrise wieder unter die 8 %-Marke rutschen. Das wird einen spürbaren Impuls auf den Konsum und damit auf die US-Konjunktur haben, denn rund zwei Drittel des US-BIPs hängen vom Konsum ab.

Nicht zu vergessen die immense Liquidität, die von den Notenbanken in die Märkte gepresst wird. So hat der jüngste Dreijahrestender der EZB mit 529,5 Mrd. € die Markt- erwartung von knapp 500 Mrd. € übertroffen. Berücksichtigt man, dass andere Tender ausgelaufen sind, lag der Nettoliquiditätszuwachs in der vergangenen Woche bei 310,6 Mrd. €. Teilweise fällt den Banken zwar nichts anderes ein, als dieses Geld zu einem Minimalzins wieder bei der EZB zu parken, aber ein Teil fließt auch in die Realwirtschaft und in die Aktienmärkte. Mit den entsprechend positiven Auswirkungen.

Von einer „Asset Price Inflation“ sind wir indes noch weit entfernt. Der damalige Fed-Präsident Alan Greenspan hatte Ende der 90er Jahre diesen Begriff geprägt, als die Internetblase die Aktienkurse in eine Fahnenstange trieb. Damals wie heute war über- reichlich von den Notenbanken zur Verfügung gestelltes Geld einer der Keime, aus der die Hausse wuchs. Aber im Gegensatz zu damals sind Aktien immer noch sehr günstig. Auch wenn man den Konjunkturzyklus berücksichtigt, befindet sich beispielsweise der deutsche Aktienmarkt derzeit am untersten Ende der Bandbreite, die sich aus den Be- wertungen zurückliegender Fälle in vergleichbaren Konjunkturstadien ergibt. Von dieser Seite ist der deutsche Aktienmarkt besonders gut nach unten abgesichert.

Fazit: Rücksetzer, wie wir sie zu Beginn dieser Woche gesehen haben, sind lediglich kurze Intermezzi, die den langfristigen Aufwärtstrend des Aktienmarktes nicht ernsthaft gefährden. Solche schwachen Tage sollten besonnene Anleger zum Einstieg nutzen! 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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