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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 28.11.2013

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 28.11.2013:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Jetzt noch auf Spielkasino-Aktien aufspringen?

Anteilsscheine aus der Branche haben in der jüngeren Vergangenheit bereits immense Kursgewinne gezeigt. Diese Entwicklung hat vor allem die Spielleidenschaft der Chinesen befeuert, was dem Hongkonger Glücksspielindex seit Anfang 2009 ein Plus von über 1.000 % beschert hat. Aber auch in den USA feiert die Glücksspielbranche nach den Belastungen der Wirtschaftskrise wieder neue Erfolge. Zudem setzt in den USA die Öffnung des Online-Glücksspielmarktes zusätzliche positive Impulse für die Branche.

Die Erholung in den USA hatte bereits 2009 eingesetzt, wurde jedoch 2012 jäh unterbrochen. Aber seit dem 2. Quartal 2013 setzte erneut eine Trendwende ein. US-Kasinoaktien wie MGM RESORTS, CAESARS, BOYD GAMING, ISLE OF CAPRI CASINOS sowie PINNACLE ENTERTAINMENT zeigen bereits seit rund einem Jahr relative Stärke zum S&P 500. Der größte Hebel dürfte in der Öffnung für das Online-Gambling stecken. Seitdem Internet-Glücksspiel 2006 verboten worden war, haben erst die Bundesstaaten New Jersey, Nevada und Delaware das Verbot wieder aufgehoben. New York und Kalifornien denken ebenfalls über einen solchen Schritt nach. Optimistischen Schätzungen zufolge könnten auf dem US-Glücksspielmarkt bereits 2017 rund 10 Mrd. $ umgesetzt werden, während es 2023 sogar schon 41 Mrd. $ sein sollen. An dieser Entwicklung werden aber nicht alle US-Kasinobetreiber teilhaben. LAS VEGAS SANDS sowie WYNN RESORTS gelten als Gegner von Online-Glücksspiel.

CAESARS ENTERTAINMENT (WKN: A1C 9E4; 18,43 $) hingegen setzt auf Online-Glücksspiel. Man ist extra dafür eine Kooperation mit dem Branchenspezialisten 888 eingegangen, um dessen Technologie nutzen zu können. Allerdings ist das Unternehmen hoch verschuldet. Erst im Oktober war die Aktie im Zusammenhang mit einer Anleihe unter Druck geraten. Zudem schreibt Caesars rote Zahlen. Im 3. Quartal weitete sich der Verlust auf 761 Mio. $ aus, weil man Abschreibungen auf die Aktivitäten in Atlantic City vornehmen musste. Der Umsatz ging dagegen nur um 0,7 % auf 2,18 Mrd. $ zurück und verfehlte damit die Markterwartung von 2,24 Mrd. $. Die Aktie hat zwar ein großes Chancenpotenzial, weist aber auch hohe Risiken auf.

Die konservativere Variante in den USA ist PINNACLE ENTERTAINMENT (WKN: 883 910; 24,41 $). Das Unternehmen ist profitabel und solide finanziert. Unter den US-Kasinoaktien zeigt Pinnacle die größte relative Stärke zum breiten Markt. Das hat aber seinen Preis: Mit einem KGV von 24 per 2013 gehört die Aktie mit zu den teuersten der US-Branchenvertreter.

Die Musik auf dem chinesischen Glücksspielmarkt spielt dagegen noch sehr viel lauter als in den USA. Die Sonderwirtschaftszone Macao ist das El Dorado für die spielsüchtigen Chinesen. Der Markt explodiert förmlich. So haben sich im Laufe der letzten zehn Jahre die Einnahmen der mittlerweile 35 Spielkasinos in Macao auf jährlich 38 Mrd. $ verzehnfacht. Das entspricht dem Vierfachen des Umsatzes der in den US-Zockermetropolen Las Vegas und Atlantic City ansässigen Spielkasinos. Die Nachfrage in Macao scheint unerschöpflich. Der Boom wurde 2001 darin begründet, dass der Tycoon Stanley Ho seine Glücksspiel-Lizenz in Macao verlor und der Markt geöffnet wurde. Es folgte die Vergabe von Lizenzen, u.a. an gut etablierte US-Glücksspielbetreiber. Mit SANDS, WYNN RESORTS und MGM sind drei der vier großen amerikanischen Spielkasinobetreiber mit Großprojekten in der chinesischen Enklave präsent.

Die Nachfrage in Macao steigt stärker als das Angebot. 2012 zählte die ehemals portugiesische Kolonie 28 Mio. Touristen, was 30 % mehr als 2007 waren. 90 % der Touristen kommen vom chinesischen Festland, vor allem aus dem nur 30 km entfernten Hongkong, aber auch aus den umliegenden Provinzen Guangdong und Fujijan. Diese Gebiete repräsentieren aber nur 15 % der chinesischen Bevölkerung. Mit steigendem Wohlstand und damit auch größerer Reisefreudigkeit dürften auch in Zukunft noch viel mehr Chinesen ihrer Spielleidenschaft in Macao frönen. Durch hohe Investitionen will man die explodierende Nachfrage decken. Gegenwärtig befinden sich 11 Kasinos im Bau oder in der fortgeschrittenen Planungsphase. Bis 2020 dürfte sich die Anzahl der Spieltische von 5.000 auf 9.000 steigern. Die Spieleinnahmen werden sich wohl schon bis 2017 auf 78 Mrd. $ verdoppeln.

Die Betreiber von Spielkasinos verdienen sehr gut an dieser Entwicklung. Das Brokerhaus CLSA geht für 2013 von einem Gewinnanstieg von durchschnittlich 15 % aus. Erfreulich für die Aktionäre:

Ein Großteil der Gewinne wird ausgeschüttet. Die Summe der Macao-Spielkasinoaktien beträgt 130 Mrd. $. In den nächsten 12 Monaten dürften die Kurse laut CLSA um weitere 15 bis 20 % zulegen, auf Sicht von 18 Monaten wird ein Kursplus von 30 % erwartet.

US-Gesellschaften, die Glücksspiel-Lizenzen in Macao haben, sind mit ihren entsprechenden Tochter-Unternehmen in Hongkong notiert. Dazu gehört z.B. SANDS CHINA (WKN: KYG7800X1079; 57,05 HK$), die mit einer Marktkapitalisierung von 49 Mrd. $ schwerster Branchenvertreter in Hongkong sind und sind mit einem KGV von 20 durchschnittlich bewertet. Der Börsenwert von MGM CHINA (WKN: KYG607441022; 27,45 HK$) ist mit 14 Mrd. $ zwar deutlich kleiner, aber er liegt bereits 30 % über dem der Mutter-Gesellschaft MGM Resorts. Die Aktien sind innerhalb von 12 Monaten zwar schon um 125 % gestiegen, liegen mit einem KGV von 17 aber immer noch unter dem Branchendurchschnitt von 20.

LOUIS XIII (WKN: BMG5713J1403; 8,34 HK$) ist ein Quereinsteiger aus der Immobilienbranche. U.a. mit überdurchschnittlich hohen Mindesteinsätzen will man vor allem superreiche Kunden in seine Kasinos locken. Derzeit befindet sich das Projekt noch in der Planungsphase. Erst 2017, dem ersten vollen Betriebsjahr, soll das Spielgeschäft einen Gewinn von 235 Mio. $ abwerfen.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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