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Veröffentlicht von Redaktion "BÖRSE am Sonntag" am 06.09.2009

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 06.09.2009:

Börsenbrief BÖRSE am Sonntag
BÖRSE am Sonntag

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

ISRA VISION: langfristig interessant

Seit mehr als zehn Jahren ist der Spezialist für industrielle Bildverarbeitung profitabel gewachsen. Für das laufende Geschäftsjahr 2008/09 (bis Ende September) werden nun zwar Rückgänge bei Umsatz und Profit erwartet, dennoch scheint ISRA VISION trotz Wirtschaftskrise auf bestem Weg zu soliden Ergebnissen.

Die jüngst vorgelegte Neunmonatsbilanz kann man durchaus als robust bezeichnen. Zwar schrumpfte auch bei ISRA VISION der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, das Minus von 11,3% auf 41,4 Mio. Euro fiel aber nicht sonderlich groß aus, auch wenn der Rückgang im dritten Quartal von fast 23% recht deutlich war. In den ersten neun Monaten entwickelte sich das Geschäft am besten in Asien, während in Westeuropa leichte und in Amerika merkliche Einbußen zu verzeichnen waren. Trotz rückläufiger Einnahmen ist erfreulich, dass der Konzern weiterhin profitabel wirtschaftete, wenngleich bei Gewinnen und Margen ebenfalls Einbußen nicht vermieden werden konnten. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) schrumpfte von 13,5 auf 11,1 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge verringerte sich von 26% auf 24%. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 4,3 Mio. Euro, nach 5,6 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum, sodass das Ergebnis je Aktie (EPS) von 1,22 auf 0,99 Euro abnahm.


Zuversichtlicher Ausblick

Die im Vergleich zum Umsatz deutlicheren Rückgänge bei den Gewinnen sind in erster Linie den Aufwendungen für die frühzeitig eingeleiteten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung wie Kapazitätsanpassungen geschuldet, die den Angaben zufolge weitestgehend in den Zahlen der ersten neun Monate enthalten sind. Sie sollten also nicht mehr sonderlich belasten. ISRA VISION zeigte sich zudem recht zuversichtlich für das letzte Jahresviertel 2008/09. Mit einem Auftragsbestand von 33 Mio. Euro im Rücken erwartet der Konzern wie in den Vorjahren ein stärkeres viertes Quartal, sodass für das Gesamtjahr ein Umsatz von knapp unter 60 Mio. Euro erwartet wird, nach 68,3 Mio. Euro im Vorjahr. In Sachen Profitabilität sollen die Anstrengungen zur Rentabilitätssteigerung wie der Optimierung der Produktion weitere Früchte tragen und neben gesunkenen Zinsaufwendungen, wegen des niedrigeren Zinsniveaus sowie der verringerten Nettoverschuldung, stützend wirken. Sollte es daher zu keinen weiteren wesentlichen Eintrübungen der konjunkturellen Entwicklung kommen, geht ISRA VISION davon aus, die Profitabilität auf dem Niveau der letzten Quartale zu halten. Ferner bekräftigte man das mittelfristige Ziel einer Vorsteuermarge von 15%, die im Vorjahr bereits erreicht wurde. Im dritten Quartal sowie den ersten neun Monaten 2008/09 waren es 13%, was angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes als solide zu bezeichnen ist.


Wachstumskurs im Fokus

Neben den kurzfristigen Aussichten behält der Konzern auch den langfristigen Wachstumskurs im Fokus. Wie der Vorstand in der Neunmonatsbilanz erläuterte, gehören dabei auch weiterhin Akquisitionen zur Wachstumsstrategie. In diesem Zusammenhang werden derzeit mehrere Projekte bearbeitet, von denen einige aussichtsreich erscheinen. Wie es weiter hieß, bereitet ISRA VISION mit einer weiteren Vertriebsund Innovationsoffensive im Geschäftsjahr 2009/10 die Rückkehr auf den langfristigen Wachstumskurs vor. Erste Prognosen für das nächste Geschäftsjahr will das Unternehmen im Dezember bei Vorlage der ersten Daten für das Gesamtjahr 2008/09 geben.


Vielversprechende Aussichten

Darüber hinaus sind auch die mittel- bis langfristigen Aussichten vielversprechend. ISRA VISION tummelt sich in einem Bereich der als Wachstumsbranche gilt: der industriellen Bildverarbeitung. Das Unternehmen bietet schlüsselfertige Systeme, die aus Soft- und Hardware wie Kameras sowie strategischen Komponenten aus eigener Herstellung bestehen. Sie bringen Robotern, Maschinen und Anlagen das Sehen bei, wodurch Güter innerhalb automatisierter Produktionsprozesse schneller, kostengünstiger bei optimaler Qualität hergestellt werden können. Eingesetzt werden die Technologien beispielsweise bei der optischen Inspektion endloser Bahnwaren wie Glas, Folien, Vlies, Papier oder Metall. Die Systeme untersuchen bei höchsten Geschwindigkeiten gemusterte, bedruckte, beschichtete, farbige oder sonstige Oberflächen auf kleinste Fehler oder Abweichungen, um den Qualitätsansprüchen der Hersteller gerecht zu werden. In diesem Segment („Surface Vision“) ist ISRA VISION eigenen Angaben zufolge unangefochtener Weltmarktführer und hat sich bei der einhundertprozentigen Oberflächeninspektion auf mehrere unterschiedliche Branchen spezialisiert. Und die Gesellschaft tüftelt ständig an neuen Lösungen, um neue Kundenkreise zu erschließen. In den vergangenen Jahren entwickelte man beispielsweise Systeme für die Inspektion von Banknoten und Bildschirmgläsern sowie kompletten Displays. Zuletzt kamen Inspektionslösungen für die Solarindustrie hinzu. In der zweiten Konzernsäule („Industrial Automation“), bringt ISRA VISION Robotern das intelligente Sehen bei, sodass diese diffizile Aufgaben wie Positionieren, Montieren, Handling oder Lackieren übernehmen können.


Gefragt in der Krise

Bei Vorlage der Neunmonatsbilanz in der vergangenen Woche betonte der Konzern, dass sich die eigene Multisegmentstrategie in der Krise bewährt hat. Er diversifiziert sich demnach sowohl über unterschiedliche Technologien als auch über verschiedene Industriesegmente und Regionen. Die Rechnung scheint aufzugehen. Zudem dürften die angebotenen Systeme der industriellen Bildverarbeitung sowie Oberflächeninspektion gerade in der Wirtschaftskrise gefragt sein, lassen sich dadurch doch Kosten senken und die Qualität erhöhen. Aufgrund der schnellen Amortisation lassen sich für die Kunden rasch nachhaltige Profitabilität- und Wettbewerbsvorteile realisieren, hilft ISRA VISION ihnen doch bei der Rationalisierung, Effizienzsteigerung und Verbesserung der Profitabilität. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sich die Kundschaft in dem aktuell wegen der Finanzkrise schwierigen Umfeld nicht mit Investitionsentscheidungen zurückhält. Laut Vorstand hat die Vergangenheit aber gezeigt, dass die von der Industrie teilweise verschobenen wichtigen Investitionsprojekte in den Folgejahren getätigt werden.


Fazit:

Mit der jüngst vorgelegten Neunmonatsbilanz hat ISRA VISION solide Zahlen vorgelegt. Auch der Ausblick für das Gesamtjahr stimmt, auch wenn zum Vorjahr Rückgänge zu erwarten sind. Trotzdem wird der Konzern offenbar nach wie vor Gewinne wirtschaften. Mittel- bis langfristig scheint das Unternehmen zudem gut gerüstet, um seinen profitablen Wachstumskurs fortzusetzen. Basis dafür ist das eigene Know-how im Wachstumsmarkt der industriellen Bildverarbeitung und die dabei erarbeiteten weltweit führenden Positionen, die ISRA VISION zu einem gefragten Partner machen. Nachdem der Aktienkurs, ausgehend von Zwischenhoch im März 2006, deutlich eingebrochen war und im März dieses Jahres sogar das bisherige Allzeittief von März 2003 bei 5,00 Euro kurz unterschritten hatte, folgte ein kräftiger Aufwärtsimpuls. Er ließ die Aktie von 4,85 Euro auf zuletzt mehr als 11 Euro nach oben schnellen. Trotz dieser kräftigen Erholung ist die Bewertung nach wie vor günstig. Legt man das EPS der ersten neun Monate sowie einen Gewinn je Aktie im Schlussquartal in Höhe des dritten Quartals zugrunde, errechnet sich ein KGV (2008/09) von knapp unter neun. Ein Niveau, das für langfristig orientierte Investoren aus fundamentaler Sicht interessant ist.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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