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Veröffentlicht von Redaktion "Geldbrief" am 03.02.2011

Investments in Gold

Investments in Gold

Gold steigt und steigt, aber Sie merken nichts davon, obwohl Sie seit Jahren in Gold-Anlageprodukten investiert sind. Gut möglich, denn auch bei Gold-Anlageprodukten ist nicht alles Gold, was glänzt. Aus verschiedensten Gründen können sich Gold-Anlageprodukte extrem unterschiedlich entwickeln:

Durchaus noch rechtzeitig haben wir Sie an dieser Stelle im April 2008 darauf hingewiesen, dass sich mit Gold demnächst Geld verdienen lässt, aber eben auch nur mit den richtigen Produkten. Im Nachhinein lässt sich folgendes feststellen: Wer damals (aktuelle Notierungen vom 14. April 2008) in Goldminen-Aktien investierte, konnte z. B. mit Anglo American 156 % Gewinn machen, mit Barrick Gold waren es jedoch nur 30 %. Mit dem ETC-Physical auf Gold (ETFS-Metal-Securities Ltd.) belief sich der Gewinn auf 64.47 %, mit dem X-pert-Zertifikat auf Gold der Deutschen Bank auf 65.87 % und mit dem Xetra-Gold ETC der Deutschen Börse verdiente man seither 65.02 %. Hingegen konnten mit dem Index-Zertifikat auf Gold der Société Générale nur 37.2 % verdient werden. Immerhin noch. Denn wer damals auf das Index-Zertifikat von Superfund setzte, der kann aktuell so gerade noch bescheidene 13.51 % Gewinn verbuchen. Alle Gewinne jeweils in Euro. Gewaltige Unterschiede also, aber alles erklärbar: Goldminen-Titel sind in erster Linie unternehmerische Beteiligungen und hängen daher nur bedingt an der Entwicklung des Basiswerts Gold. Anglo American ist gut gelaufen, Barrick Gold ist schlecht gelaufen. So ist das nun einmal mit Einzelaktien. Xetra-Gold, der Gold-ETC und das Index-Zertifikat auf Gold der Deutschen Bank sind mit ca. 65 % im Wesentlichen analog zum Basiswert Gold gelaufen - das konnte und durfte man erwarten. Das Index-Zertifikat der Société Générale ist ein sog. Quanto-Zertifikat (Währungsabsicherung). Währungsabsicherung kostet Geld, wie der Kurs zeigt. Verbleibt noch das Zertifikat von Superfund. Hier war für uns schon damals die extrem schlechte Performance vorprogrammiert: „Wer das alles noch 'super' findet, mag dieses Zertifikat gerne zeichnen. Wir nicht.“: So lautete bereits im Geldbrief 10/2008 unsere Quintessenz über das Super- Fund-Gold-A-Zertifikat vom nach eigenen Aussagen erfolgreichsten Anbieter von Managed-Future-Fonds (Superfund). Bei diesem Zertifikat waren von vorne herein die Konditionen für den Anleger so gräuslich (über 6 % p. a. Managementgebühr, Gewinnbeteiligung von 25 % / und das alles für ein „einfaches“ Gold-Zertifikat!), dass man mit diesem Zertifikat schlicht und einfach kaum vom Fleck kommen konnte - wie nunmehr die obigen Zahlen auch schwarz auf weiss belegen. Nur am Rande: Die Kursentwicklung dieses Zertifikats ist ohnehin eine Wundertüte gewesen. Wer bei Tiefstkursen (ca. 77 Euro) Anfang September 2008 einstieg, konnte auf wundersame Weise binnen weniger Monate bei einem Höchstkurs von 145 Euro (16.02.2009) nahezu 100 % Gewinn verbuchen. Schade nur für alle, die damals (im Februar 2009 mitten in der Finanzkrise) Gold als sicheren Hafen sahen und eingestiegen sind. Bei diesem Zertifikat hat man die Kurse von damals nie wieder gesehen. Anleger, die damals eingestiegen sind, schreiben noch immer je nach Einstiegszeitpunkt satte Verluste, obwohl Gold seither per Saldo nur gestiegen ist. Ok, dazu ist alles gesagt - Managed-Futures lassen grüssen! Risiko und Steuern: Im übrigen sind Zertifikate auf Gold schlicht und einfach nur „Papiergold“. Wenn der Emittent pleite geht, gibt’s gar nichts. Von daher präferieren wir ohnehin seit jeher physisches Gold (Barren- oder Münzgold) zur Risikomischung mit dem Ziel des Kapitalerhalts. Im übrigen immer so aufbewahren, dass jegliche staatliche Konfiszierung (alles schon einmal da gewesen) möglichst schwer fällt. Auch steuerlich ist physisches Gold empfehlenswert: Nach (deutschem) Steuerrecht ist es noch immer so, dass Gold in physischer Form ein sonstiges Wirtschaftsgut i. S. v. § 23 EStG darstellt. Liegen zwischen Anschaffung und Veräusserung mehr als 12 Monate, geht der deutsche Fiskus (ganz legal) leer aus. Ist ja auch nicht schlecht. Last not least: Den ohnehin schmalen Gewinn beim Superfund-Zertifikat von 13.51 % müssen deutsche Anleger in jedem Falle mit dem Fiskus teilen, da bei diesem Zertifikat in jedem Falle Abgeltungssteuer anfällt. Ärgerlich, aber von vornherein vermeidbar. jur. Muc 2011©

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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