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Veröffentlicht von Redaktion "Aktien-Newsletter" am 21.01.2009

Intel: Gestärkt aus der Krise

Intel: Gestärkt aus der Krise

Nach einer herben Gewinnwarnung geriet die Intel-Aktie zuletzt erneut unter Druck. Die Tiefs vom November 2008 wurden dabei jedoch nicht unterschritten. Für Anleger mit Weitsicht bietet sich auf dem aktuellen Niveau eine günstige Einstiegsgelegenheit. Denn eines ist sicher: Als unangefochtener Branchenprimus im Chipbereich wird Intel gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Heftiger Gewinneinbruch

Alles andere als erfreulich waren die Zahlen, die Intel am vergangenen Donnerstag präsentierte: Im vierten Quartal brach der Nettogewinn des Chipherstellers um 90% auf nur noch 234 Mio. US-Dollar oder 0,04 US-Dollar je Aktie ein. Der Umsatz sank um 23% auf 8,23 Mrd. US-Dollar. Vor allem die Abschreibung von mehr als 1 Mrd. US-Dollar für die Übernahme der Internetfirma Clearwire belastete das Ergebnis im Schlussquartal. Gleichzeitig rutschte die für Branchenkenner wichtige Bruttomarge von fast 59% im dritten Quartal auf knapp über 53% ab. Weil der Konzern den Markt bereits in der vorangegangenen Woche mit einer Umsatz- und Gewinnwarnung auf das schwache Ergebnis vorbereitet hatte, kam der Einbruch jedoch nicht mehr überraschend.

Sparmaßnahmen eingeleitet

Wegen des schwachen Schlussquartals musste Intel auch im Gesamtjahr 2008 Rückgänge bei Umsatz und Gewinn verkraften. Während die Erlöse mit 37,59 Mrd. US-Dollar nur um 2% unter dem Vorjahreswert lagen, sank der Nettogewinn gegenüber 2007 um 24% auf 5,29 Mrd. US-Dollar. Auf die jüngsten Umsatzeinbußen infolge der wirtschaftlichen Schwäche reagiert der US-Konzern mit Sparmaßnahmen. So will man sich mit Neuakquisitionen erst einmal zurückhalten. Zudem werden bis auf Weiteres keine neuen Mitarbeiter eingestellt.

Internet birgt Wachstumspotenzial

Probleme bereitet dem weltweit führenden Chip-Hersteller derzeit der stagnierende PC-Markt. Und dies trotz des Erfolgs der Mini-Notebooks, der so genannten Netbooks. In diesen kommt häufig der stromsparende Atom-Prozessor zum Einsatz, mit dem Intel neue Maßstäbe in Sachen Leistungsfähigkeit und Größe gesetzt hat. Großen Wert legt Intel trotz Finanz- und Wirtschaftskrise auch weiterhin auf Forschung und Entwicklung, um künftig noch leistungsfähigere Chips auf den Markt bringen zu können. Wachstumspotenzial sieht das Unternehmen insbesondere im weiteren Siegeszug des World Wide Web. Während heute erst ungefähr 1,5 Mrd. Menschen das Internet nutzen, sollen es Schätzungen zufolge im Jahr 2020 bereits rund 5 Mrd. sein.

Intel geht neue Wege

Derzeit erzielt Intel noch rund 90% seiner Erlöse im Computerbereich. Diese Abhängigkeit vom PC-Markt will der Chipgigant künftig verringern. Unter anderem sollen die Produkte von Intel verstärkt in der Bordelektronik von Autos zum Einsatz kommen. Daneben hat der Konzern den Bereich Unterhaltungselektronik ins Visier genommen und will vermehrt Halbleiter für multimediale TV-Geräte oder Satellitenboxen produzieren. Rückenwind könnte dieses Ansinnen von der Allianz bekommen, die der Internetkonzern Yahoo! mit Samsung, Sony, YouTube und der New York Times geschmiedet hat. Dabei sollen die Elektronikkonzerne Sony und Samsung die TV-Geräte herstellen, Yahoo! und YouTube liefern die Inhalte für die Verbindung von Fernsehen und Internet. Und Intel dürfte als Lieferant von Chips für die neuen Geräte profitieren.

Gestärkt aus der Krise

Keine Frage, das Halbleitergeschäft ist derzeit schwierig und wird es wohl auch erst einmal bleiben. Die Umsätze der Chiphersteller werden voraussichtlich noch bis ins dritte Quartal hinein rückläufig sein. Das große Plus von Intel: Der unangefochtene Branchenprimus hat im Gegensatz zu Konkurrenten wie AMD keinerlei finanzielle Probleme und wird diese Durststrecke somit problemlos überstehen. Mehr noch: Weil der Konzern in der Lage ist, weiterhin viel Geld in Forschung und Entwicklung zu stecken, wird Intel gestärkt aus der Krise hervorgehen und seinen Marktanteil sogar noch ausweiten können.

Erholung im zweiten Halbjahr in Sicht


Nach dem Gewinnrückgang im vergangenen Jahr wird Intel voraussichtlich auch im Jahr 2009 nochmals deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Analysten prognostizieren derzeit einen Umsatzrückgang um 19%. Der Gewinn soll sogar um gut 40% einbrechen. Intel selbst rechnet aber bereits für das zweite Halbjahr wieder mit einer Erholung der Gewinnmargen. Ab dem nächsten Jahr dürfte der Profit dann wieder deutlich wachsen. Analysten prognostizieren für 2010 derzeit ein Ergebnis von 0,85 US-Dollar je Aktie, woraus sich ein KGV von 16 errechnet.

Fazit

Das schwache vierte Quartal sowie die zu erwartenden Einbußen in den ersten beiden Quartalen 2009 dürften in den aktuellen Kursen bereits eingepreist sein. Vor dem Hintergrund der zu erwartenden Erholung im zweiten Halbjahr verfügt die Aktie des weltweit führenden Chipherstellers über deutliches Aufwärtspotenzial. Interessant ist auch die charttechnische Situation, denn der Kurs hat in den vergangenen Wochen sein altes Tief vom Oktober 2002 gleich mehrfach erfolgreich getestet. Anleger können deshalb auf eine Erholung setzen, sollten Engagements aber mit einem Stop unter den Tiefstkursen vom November absichern.

Derivate-Trading

Investoren, die sich der Risiken bewusst sind, können versuchen, mögliche Kurssteigerungen mit Derivaten zu hebeln. Auf den Basiswert Intel gibt es dazu auch eine gute Auswahl an Hebelzertifikaten. Interessant ist davon beispielsweise der Unlimited Turbo Bull der Commerzbank ( WKN: CM5NFA ). Ausgestattet mit einer theoretisch unbegrenzten Laufzeit liegt die Knockoutschwelle aktuell bei 9,94 US-Dollar und damit ein gutes Stück unter unserem bevorzugten Stop-Loss auf Aktienkursbasis im Bereich von 11,50 US-Dollar. Der Hebel beträgt aktuell rund 3,7.

Anleger sollten sich generell über die erhöhten Risiken beim Handel mit Optionsscheinen bzw. Knockout- Produkten bewusst sein und eine adäquate Limittechnik verfolgen. Sie sollten verstehen, dass der Handel mit Derivaten unter anderem durch die höhere Reagibilität wesentlich risikoreicher ist als der physische Aktienhandel und vornehmlich der gezielten Nutzung von zeitlich fest definierten Marktchancen dient. Aufgrund der Hebelwirkung ist im Vergleich zum physischen Erwerb der Aktie ferner lediglich ein wesentlich geringerer Kapitaleinsatz erforderlich.

Angesichts der unverändert hohen Volatilität an den Börsen könnten neben Hebelprodukten auch Discount-Zertifikate als interessante Alternative zu einem Direktinvestment infrage kommen. Ein Beispiel ist das Produkt der Commerzbank ( WKN: CM2ELD ). Es bietet gegenüber der Aktie derzeit einen Abschlag von rund 15%. Notiert der Kurs der Intel-Aktie zum Laufzeitende am 22.12.2009 am oder über dem Cap von 15 US-Dollar, erzielen Zertifikate-Anleger den maximalen Ertrag von rund 35%.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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