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Veröffentlicht von Redaktion "BÖRSE am Sonntag" am 25.01.2009

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 25.01.2009:

Börsenbrief BÖRSE am Sonntag
BÖRSE am Sonntag

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

IBM: Peilt auch 2009 Rekordprofit an

Der US-amerikanische IT-Spezialist und Beratungskonzern bleibt trotz Wirtschaftskrise auf Rekordkurs. IBM konnte nicht nur im vergangenen Geschäftsjahr neue Spitzenwerte beim Profit erreichen, auch für das laufende stellte das Unternehmen weitere Höchstwerte beim Gewinn in Aussicht. Angesichts der glänzenden fundamentalen Fakten bestehen gute Chancen, dass sich die seit November 2008 auszumachende Erholung fortsetzt.

Big Blue , wie der IT-Riese auch liebevoll genannt wird, zeigt wieder einmal, wie es geht, und lässt gleichzeitig auch die gesamte Technologiebranche hoffen. Kein Wunder, die jüngst vorgelegten Ergebnisse sind beeindruckend. Im Schlussquartal 2008, also mitten in der Konjunkturkrise, verringerte sich der Umsatz zwar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,4% auf 27 Mrd. US-Dollar, dies lag jedoch vor allem an negativen Währungseffekten. Darum bereinigt lag das Minus bei 1%. Zudem gelang es dem Unternehmen nach eigenen Angaben, das Geschäft zunehmend in profitablere Bereiche, wie Software und Service, zu verlagern, was sich deutlich in der Gewinnentwicklung widerspiegelt. Die Gesellschaft konnte ihre Bruttogewinnspanne von 44,9% auf 47,9% verbessern. Außerdem kletterte der Nachsteuergewinn um 12% auf 4,43 Mrd. US-Dollar und das Ergebnis je Aktie (EPS) legte von 2,80 auf 3,28 US-Dollar zu.


Herausragendes Jahr

Firmenlenker Samuel J. Palmisano sprach mit Blick auf das vierte Quartal von einem starken Abschluss eines herausragenden Jahres und betonte, dass sich die Performance von IBM im Jahr 2008 trotz des extrem schwierigen wirtschaftlichen Umfelds sehen lassen kann. Dem können wir angesichts der vorliegenden Ergebnisse nur beipflichten. Der Konzern steigerte seinen Umsatz um 4,9% (währungsbereinigt 2%) auf 103,63 Mrd. US-Dollar und erreichte damit einen neuen Rekord. Die Bruttomarge verbesserte sich von 42,2% auf 44,1%. Einen neuen Spitzenwert gab es auch beim Nachsteuergewinn, der um 18,4% auf 12,33 Mrd. US-Dollar anschwoll. Das EPS kletterte von 7,18 auf 8,93 US-Dollar. Laut Vorstand zeigen die Ergebnisse deutlich, dass sich der strategische Wandel hin zu profitableren Branchensegmenten, die Investition in Wachstumsregionen sowie eine höhere Produktivität durch die globale Integration weiterhin auszahlen.


Steigende Profite

Daran will IBM auch 2009 anknüpfen. Angesichts einer stabilen Finanzlage, solide beständig wiederkehrender Umsätze und Gewinne sowie der weltweiten Präsenz zeigt sich das Management auch für das laufende Jahr zuversichtlich. Der Konzern geht davon aus, dass der Jahresprofit 2009 bei mindestens 9,20 US-Dollar pro Aktie liegen wird. Basierend auf der Performance 2008 ist der Konzern eigenen Angaben zufolge zudem in dem selbst gesteckten Zeitplan voraus, der vorsieht, im Jahr 2010 einen Gewinn je Aktie von 10 bis 11 US-Dollar zu erreichen. Der Konzern bleibt somit auf dem in den vergangenen Jahren eingeschlagenen Kurs stetiger Gewinnsteigerungen. Seit 2003 hat sich der Gewinn je Aktie von 3,76 US-Dollar auf nun 8,93 US-Dollar verbessert. Gleichzeitig legte die Rentabilität gemessen an der Bruttomarge von 36,5% auf 44,1% zu.


Starke Marktposition

Basis für die erfolgreiche Geschäftsentwicklung in der Vergangenheit und Zukunft ist einerseits die Konzentration auf profitable Bereiche. Vom klassischen Hardwaregeschäft abrückend hat IBM seinen Schwerpunkt auf das Software- und Servicegeschäft gelegt, das mittlerweile 80% der Gewinne generiert. Das Unternehmen profitiert dabei von der Nachfrage nach Outsourcing-Dienstleistungen. Weitere Erfolgsfaktoren sind andererseits die Expansion in Wachstumsmärkte, die Steigerung der Produktivität sowie auch Kosteneinsparungen. Hinzu kommt eine glänzende Marktposition. IBM ist einer der weltweit größten Anbieter von Informationstechnologie und bietet ein breit gefächertes Know-how. Angefangen bei Hardware wie Supercomputer, über Software, Services und Beratungsleistungen, bis zur Finanzierung von IT-Lösungen, der Konzern hat ein breites Leistungsportfolio. In seiner fast 100-jährigen Firmengeschichte hat sich die Gesellschaft dabei immer wieder neu definiert. Hauptzielgruppe sind heute Unternehmen, für die er Hardware, Software und Dienstleistungen wie Outsourcing anbietet.


Umfangreiches Sortiment

Die Palette an IT-Dienstleistungen reicht dabei von der Beratung über Projektleistungen bis hin zum Aufbau und dem kompletten Betrieb von IT-Infrastrukturen und Geschäftsprozessen. Daneben ist der Konzern das weltweit zweitgrößte Softwareunternehmen und bietet hier jede Menge branchenspezifische Daten-, Informations- und Content-Management- Lösungen. Ein weiteres Tätigkeitsfeld ist die Beratung von Unternehmen bei allen Fragen rund um deren gesamte Wertschöpfungskette. Angefangen bei der Verwaltung und Optimierung der Lieferkette, über das Kunden- bis hin zum Finanzmanagement, IBM kombiniert Strategie-, Prozess- und technologisches Knowhow und bietet seinen Kunden so Lösungen für Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen. Angesichts der Herausforderungen, wie hoher Wettbewerbsdruck und zunehmende Globalisierung, sind die Dienstleistungen gefragt, und der Konzern hat sich zu einem der weltweit führenden im Bereich Beratung gemausert. Spitzenpositionen nimmt IBM auch auf den Gebieten Server und Speicherprodukte ein. Abgerundet wird das Leistungsspektrum durch individuelle Leasing- und Finanzierungslösungen für Hardware, Software und Services von IBM und anderen Herstellern, und der Konzern ist eigenen Angaben zufolge der weltweit größte IT-Finanzdienstleister.


Langfristiger Kauf

Mit seinen jüngst vorgelegten Ergebnissen und Prognosen konnte IBM die Analysten und den Markt positiv überraschen. Nach zuletzt vielen Enttäuschungen durch andere Firmen in der laufenden Berichtssaison, zeigte sich Big Blue somit einmal mehr in bester Verfassung. Nicht nur die Zahlen für 2008, auch der zuversichtliche Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr sind dabei klare Pluspunkte. Zwar wird sich auch der IT-Spezialist nicht dem weltweit schwachen konjunkturellen Umfeld entziehen können, er sollte die aktuelle Wirtschaftskrise dank der in vielen Bereichen führenden Marktposition sowie eines strikten Kostenmanagements besser meistern können als andere Unternehmen. Die Aktie ist daher unserer Meinung nach ein langfristiger Kauf. Charttechnisch betrachtet zeigt das Papier seit dem Mehrjahrestief im November 2008 bei 69,50 US-Dollar eine Aufwärtsbewegung. Die nächsten Widerstände liegen nun bei 97,04, 99,10 und 100,90 US-Dollar. Ein Ausbruch darüber würde den Weg freimachen bis zum Jahreshoch 2008 von knapp 131 USDollar. Eine Absicherung mittels Stop-Loss sollte auf Tagesschlusskursbasis spätestens knapp unter dem Tief der vergangenen Woche bei 81,76 US-Dollar erfolgen.


OPTIONSSCHEIN-TRADING

Investoren, die sich der Risiken bewusst sind, können versuchen, mögliche Kurssteigerungen mit Derivaten zu hebeln. Auf den Basiswert IBM gibt es dazu auch einige Hebelzertifikate. Interessant davon ist beispielsweise der Unlimited Turbo Bull der Commerzbank. Ausgestattet mit einer theoretisch unbegrenzten Laufzeit liegt die Knockout- Schwelle aktuell bei 72,89 US-Dollar und damit unter unserem bevorzugten Stop-Loss auf Aktienkursbasis von 81,50 US-Dollar. Der Hebel beträgt aktuell etwas mehr als vier.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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