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Veröffentlicht von Redaktion "Klimawandel & Investments" am 10.12.2009

G20 haben laufendes Jahrzehnt verschwendet

G20 haben laufendes Jahrzehnt verschwendet

Zwar konnte die Mehrzahl der G20-Staaten seit dem Jahr 2000 ihre CO2-Emissionen relativ zur Wirtschaftsleistung senken. Absolut betrachtet habe sich die Welt in den vergangenen zehn Jahren jedoch weiter von einem nachhaltigen Emissionsniveau entfernt, teilt die Wirtschafts - prüfungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers bei der Vorstellung einer Studie über den CO2- Verbrauch mit.

Ein Blick auf die Vergangenheit zeigt laut der Studie, dass ein klimaneutralen Wachstumspfad hätte erreicht werden können, wenn die „Carbon Intensity" zwischen 2000 und 2008 um jährlich zwei Prozent gesunken wäre. Erreicht worden sei jedoch nur ein Rückgang um 0,8 Prozent. Kumuliert liege die „Carbon Intensity" in der G20 derzeit um zehn Prozent über dem Zielwert. Diese Abweichung entspreche in etwa der Summe der CO2-Emissionen, die in den USA innerhalb von sechs Monaten anfallen. Um die Erderwärmung langfristig zu begrenzen, muss die „Carbon Intensity" bis 2020 global um 35 Prozent sinken, wie es weiter heißt. Diese Marke sei jedoch nur erreichbar, wenn sich die führenden Industrienationen - USA, China, Indien und die EU - schnell auf verbindliche Emissionsziele einigten. Um die Veränderungen bei den Emissionen zu messen, hat Price Water - houseCoopers zwei Indizes kreiert. Der „Low Carbon Achievement Index“ zeigt demnach auf, welche Fortschritte die G20-Staaten seit 2000 bei der Absenkung ihrer Treibhausgasemissionen gemacht hat. Der „Low Carbon Challenge Index“ veranschaulicht, wie weit die Wegstrecke bis zu einem nachhaltigen Emissionsniveau noch ist. Während Deutschland im Achievement-Index besser abschneidet als die meisten anderen Staaten, liegt es im Challenge-Index zurück. Russland habe 2008 in Relation zur Wirtschafts - leistung weniger CO2-Emissionen freigesetzt als erwartet. Damit führe Russland gefolgt von Indien den „Low Carbon Achievement Index" (LCA) an. Deutschland erreicht dort den sechsten Platz.


In Deutschland sank die „Carbon Intensity" zwischen 2000 und 2008 von 0,32 Kilogramm CO2 je erwirtschaftetem US-Dollar auf 0,28 Kilogramm. Der Zielwert wurde damit um gut sechs Prozent verfehlt. Am unteren Ende der Rangliste liegen Saudi-Arabien und China. In diesen Ländern ist die „Carbon Intensity" um annähernd 30 Prozent beziehungsweise gut 15 Prozent zu hoch. So sind in China derzeit 0,83 Kilogramm CO2 erforderlich, um einen USDollar zu erwirtschaften - im Jahr 2000 waren es 0,88 Kilogramm. In Saudi-Arabien hat sich die Energieeffizienz sogar verschlechtert. Hier stieg die „Carbon Intensity" von 0,68 auf 0,77 Kilogramm.


Nach verschiedenen Klimamodellen sei eine globale Erwärmung über den Schwellenwert von zwei Grad Celsius hinaus nur zu vermeiden, wenn eine Stabilisierung der steigenden Kohlenstoffkonzentration auf einem Niveau von 450 parts per millionen (ppm) erreicht wird. „Um dieses Ziel zu erreichen, müssten die jährlichen Treibhausgasemissionen bis 2050 halbiert werden - bei einer um voraussichtlich 50 Prozent größeren Weltbevölkerung und um 150 Prozent höheren Wirtschaftsleistung. Pro Kopf entspräche dies einem Rückgang der CO2-Emissionen zwischen 2000 und 2050 von vier Tonnen auf weniger als zwei Tonnen. Tatsächlich stiegen jedoch die Emissionen bis 2008 auf 4,5 Tonnen pro Kopf", erläutert Dr. Moritz Nill, Emissionsexperte von PriceWaterhouseCoopers.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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