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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 06.10.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 06.10.2011:

Börsenbrief Actien-Börse
Actien-Börse

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1963

Für alle Autos hatten wir die technischen Böden in unserer Tabelle ausdrücklich offen gelassen.

Jede leicht zurückgenommene Zahl oder Erwartung, insbesondere aus China, schlägt in diesem Sektor überproportional durch, wie am Dienstag zu erkennen war. Alle bisherigen Autofans werden erschreckt das Weite suchen. Dafür gilt die Erfahrung: In Autoaktien wird nach oben ebenso übertrieben wie nach unten. Denn jeder hat seine eigene Meinung über Autos, Modelle etc., und diese ist von Gefühlen, aber nicht von Realitäten geprägt.

 

Wir rechnen jetzt mit negativen Übertreibungen. Wenn zum Beispiel für den China-Absatz eine Zahl wie 3 % oder 6 % gegenüber dem Vormonat gemeldet wird, aber im Jahresvergleich immer noch ein Plus von 15 % herauskommt. Beide Zahlen sind richtig, aber wirken unterschiedlich. Dann reagiert eine BMWoder VW-Aktie innerhalb weniger Minuten um 10 bis 15 %. Ein genauer Tiefstpunkt für die optimalen Limits lässt sich dafür nicht angeben, aber wir werden es in der AB-Daily versuchen, möglichst zeitnah zu interpretieren. Die VW-Staffel reicht z.B. bis 80 € herunter, die für BMW bis 36 €.

Kennzahlen wie KGV, Buchwert, etc. sind für Autoaktien im Moment kein Thema. Ebenso wie Stories zur langfristigen Perspektive bzw. von Nachrichten über technische Fortschritte im Sektor Hybridoder Elektroantrieb. Allein die Veränderungen im Absatz sind die psychologische Begleitmusik.

Sieben Autozulieferer im MDAX stehen in einer vergleichbaren Lage. Bis zum Sommer überwogen sehr positive und teils euphorische Erwartungen des Managements für den Jahresverlauf. Dies dürfte sich in den nächsten Wochen deutlich ändern. Für 2012 wird die Mehrheit zumindest sehr vorsichtig formulieren, wenn es Umsätze und Gewinne betrifft. Die Kursziele werden mithin ebenfalls zu überdenken sein.

LEONI, CONTI und RHEINMETALL wurden rund halbiert. Die beiden ersten sind fast reinrassige Autozulieferer, RHEINMETALL etwa zur Hälfte. ELRINGKLINGER konnte sich noch am Besten halten und verlor nur 35 %. KUKA hat einen Autoanteil von etwa 60 % und verlor gleichfalls 35 %. DEUTZ ist ein eigenständiger Motorenhersteller und ist dem Autobau eigentlich nicht zuzurechnen. Schließlich SGL CARBON: Inzwischen haben sich fünf Kernaktionäre in Position gebracht, um die Carbontechnik für den Autobau zu nutzen. Das Stammgeschäft von SGL CARBON ist bislang nicht autolastig.

Halbierte Kurse sind Investmentkurse, aber: Gibt es einen falschen Zungenschlag des Chefs bei der Interpretation seiner Ergebnisse und seines Ausblicks, sackt eine solche Aktie glatt um 10 bis 15 % in zwei Tagen ab. Erst dann ist der Zeitpunkt zum Handeln gegeben. Sollte eine sehr positive Sicht vorgegeben werden, wird der Markt relativ ruhig reagieren. Dafür geben wir Ihnen in der ABDaily noch den entsprechenden Hinweis. In der Zwischenzeit sind Gold, der German Bund und der Wechselkurs Euro/Dollar wie Seismographen zu beurteilen. Auch sie schwanken seit ca. drei Wochen in einer engen Bandbreite und reflektieren damit die aktuelle Stimmung gut. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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