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Veröffentlicht von Redaktion "BÖRSE am Sonntag" am 09.08.2009

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 09.08.2009:

Börsenbrief BÖRSE am Sonntag
BÖRSE am Sonntag

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

Fresenius: auch in der Krise gesund

Auch im ersten Halbjahr 2009 präsentierte sich der Anbieter von Medizintechnik und Betreiber von Krankenhäusern relativ immun gegenüber der Wirtschaftskrise. Angesichts steigender Ergebnisse in den ersten sechs Monaten sieht sich Fresenius damit auf bestem Weg zu neuen Rekorden im Gesamtjahr.

Firmenlenker Ulf Schneider rechnet für das Jahr 2009 somit weiterhin mit einem währungsbereinigten Umsatzplus von mehr als 10%. Organisch, also ohne Zukäufe und Desinvestitionen, wird ein Zuwachs von 6% bis 8% angepeilt. Beim Nachsteuergewinn geht der Vorstand von einem währungsbereinigten Anstieg um rund 10% aus. Im vergangenen Jahr hatte Fresenius bei Umsätzen von 12,34 Mrd. Euro einen Profit von 450 Mio. US-Dollar erzielt, der um Sondereinflüsse aus der Akquisition der US-Firma APP Pharmaceuticals bereinigt war.


Gute Geschäfte im ersten Halbjahr

Grundlage für die bestätigten Prognosen 2009 ist laut Konzernchef die sehr gute Geschäftsentwicklung in den ersten sechs Monaten. Beim Umsatz verbuchte Fresenius ein währungsbereinigtes Plus von 15% auf 6,9 Mrd. Euro. Die Steigerung setzt sich zusammen aus 8% organischem Wachstum und 7% aus Zukäufen. Inklusive positiver Währungseffekte aufgrund des gegenüber dem Euro stärkeren US-Dollars legten die Einnahmen im ersten Halbjahr sogar um 21% zu. Fresenius erzielt etwa 44% der Umsätze in Nordamerika, beispielsweise durch die börsennotierte Tochter Fresenius Medical Care (FMC), an der man zu 36,3% beteiligt ist. FMC ist der weltweit führende Dialysespezialist, der Produkte und Dienstleistungen für Patienten mit chronischem Nierenversagen in mehr als 2.450 Dialysekliniken in Nordamerika, Europa, Asien, Lateinamerika und Afrika anbietet. Aber nicht nur auf der Einnahmenseite gab es Steigerungen, sondern auch bei den Erträgen. Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 26% auf 1,26 Mrd. Euro. Selbst nach Abzug positiver Währungseffekte waren es noch 21% Zuwachs. Ähnlich sah es beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) aus, das um 26% (währungsbereinigt 20%) auf 985 Mio. Euro zulegte. Die EBIT-Marge erhöhte sich von 13,7% auf 14,3%. Unter dem Strich erwirtschaftete Fresenius einen Konzerngewinn von 274 Mio. Euro und damit 29,2% mehr als im Vorjahreszeitraum mit 212 Mio. Euro. Bereinigt um nicht liquiditätswirksame Sondereffekte stieg der Profit um 13%, währungsbereinigt um 10% auf 240 Mio. Euro.


Zuwachs in allen Bereichen

Beim Blick auf die einzelnen Segmente verzeichneten alle vier Geschäftsfelder Umsatzzuwachs. In der Sparte FMC kletterten die Erlöse absolut um 18% auf umgerechnet 3,99 Mrd. Euro und trugen damit 58% zu den Konzerneinnahmen bei. Organisch sowie um Währungseffekte bereinigt waren es 8% Plus. Mit einem EBIT von 813 Mio. US-Dollar (-1%) und einem auf Fresenius entfallenden Anteil am Nachsteuergewinn von 419 Mio. US-Dollar (+6%) liefert FMC nach wie vor die größten Beiträge zum Konzernprofit. Fresenius Medical Care bestätigt ferner den Ausblick 2009 für die Sparte: Das Unternehmen rechnet weiterhin mit einem währungsbereinigten Umsatzplus von mehr als 8% auf mehr als 11,1 Mrd. US-Dollar. Der auf die Mutter entfallende Profit soll zwischen 850 und 890 Mio. US-Dollar liegen.


Profitabler Zukauf

Bestätigt wurde ferner der Ausblick für die zweitgrößte Sparte: Fresenius Kabi. Hier soll der Umsatz währungsbereinigt um 25% bis 30% steigen. In den ersten sechs Monaten waren es 36%. Absolut kletterten die Erlöse um 34% auf 1,5 Mrd. Euro. Dazu haben vor allem Zukäufe (APP und Dabur), die etwa 29 Prozentpunkte beisteuerten, beigetragen. Organisch und ohne Währungseffekte erreichte die Sparte ein Umsatzplus von 7%. Unter anderem dank der hohen Profitabilität von APP verbesserte sich auch das EBIT kräftig um 60% auf 290 Mio. Euro. Ein höherer Zinsaufwand wegen der Kosten zur Finanzierung der Akquisition von APP drückte jedoch den Überschuss der Sparte um 12% auf 85 Mio. Euro. Fresenius Kabi ist spezialisiert auf Infusionstherapien, intravenös verabreichte generische Arzneimittel sowie klinische Ernährung für schwer und chronisch kranke Menschen im Krankenhaus und im ambulanten Bereich. Abgerundet wird das Sortiment mit medizintechnischen Geräten und Produkten der Transfusionstechnologie.


Helios mit höherer EBIT-Prognose

Im dritten Geschäftsfeld Fresenius Helios verbesserte sich der Umsatz um 12% auf 1,164 Mrd. Euro, wovon 5% auf organisches Wachstum zurückzuführen sind. Das EBIT stieg um 20% auf 100 Mio. Euro dank der sehr guten Entwicklung in den etablierten Kliniken. Der Nachsteuergewinn verbesserte sich um 43% auf 53 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern den Umsatzausblick von mehr als 2,3 Mrd. Euro und erhöhte die EBITPrognose von 180 bis 200 auf 190 bis 200 Mio. Euro. In der Sparte ist die HELIOS Kliniken Gruppe angesiedelt, einer der größten deutschen Krankenhausbetreiber mit 62 eigenen Kliniken. Und auch in der vierten Säule des Konzerns, Fresenius Vamed, stiegen die Erlöse im ersten Halbjahr. Sie kletterten um 40% auf 247 Mio. Euro. Organisch waren es stolze 34% mehr. Das EBIT blieb unverändert bei 9 Mio. Euro. Der kleinste Konzernbereich ist weltweit im Projekt- und Managementgeschäft von Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäusern, Gesundheitszentren sowie Thermen- und Wellnesszentren tätig. Angefangen bei der Planung, über die Errichtung und Ausstattung bis hin zur Wartung und Betriebsführung bietet das in Wien ansässige Unternehmen sämtliche Leistungen aus einer Hand. Aufgrund eines Großauftrags im deutschen Projektgeschäft wurde der Ausblick für die Sparte erhöht, man erwartet nun bei Umsatz und EBIT Zuwächse von rund 10% nach bislang 5% bis 10%.


Fazit

Die Halbjahreszahlen von Fresenius können sich sehen lassen. Nicht nur durch Zukäufe, sondern auch organisch schaffte der Konzern erneut solide Zuwächse bei Umsatz und Ertrag. Gleichzeitig konnte die Profitabilität, gemessen an der EBIT-Marge, erneut gesteigert sowie auch der operative Cashflow deutlich verbessert werden. Für das Gesamtjahr 2009 ist der Konzern zudem wohl auf einem guten Weg zu neuen Rekordergebnissen, wie die bestätigten Prognosen unterfüttern. Damit scheint Fresenius auch nach wie vor von der allgemeinen Wirtschaftsflaute nicht zu stark betroffen. Weil Gesundheitsdienstleister im Allgemeinen wegen des steigenden Bedarfs an medizinischer Versorgung in den Industrie- und Entwicklungsländern zu den stabileren Wirtschaftszweigen auch während einer Rezession gehören, ist die Aktie aus fundamentaler Sicht insgesamt interessant. Aus technischer Sicht spräche ein Sprung über 41,70 Euro für weitere Zuwächse. Die nächsten Hürden liegen dann bei 42,97, 43,52, 45,29 und 47,35 Euro.  


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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