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Veröffentlicht von Redaktion "Frankfurter Börsenbrief" am 07.10.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 07.10.2010:

Börsenbrief Frankfurter Börsenbrief
Frankfurter Börsenbrief

CURT L. SCHMITT Informationsdienste - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1954

Europäische Refinanzierungskrise entspannt sich

Bei einem Besuch in Griechen- land sagte Chinas Premier Wen Jiabao dem Staat Unterstützung bei neuen Bondemissi- onen zu. Das passt ins Bild. China hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, sich bei den Devisenreserven stärker diversifi- zieren zu wollen.

Die letzte Entscheidung war, den Yuan nicht länger allein an den Dollar, sondern an einen Währungskorb zu koppeln. Natürlich bleibt der Dollar bis auf Weiteres dominant übergewichtet, schlicht, weil US-Treasuries die liquideste Anlageform weltweit abgeben. Aber mit der Explosion der Staatsverschul- dung in Europa und dem damit im Zusammenhang stehenden Refinanzierungsbedarf wird der Euro-Bond- markt zu einer Alternative. Die Märkte reagieren planmäßig: Der Euro zeigt Stärke, Griechenland-Bonds waren die Outperformer des September. Natürlich kommt der Einheitswährung die gleichzeitig massive Dollar-Schwäche entgegen. Wir hatten berichtet und Spekulationen ge- gen Austral-Dollar und Schweden-Krone aufgelegt. Die Zuflüsse in den Euro-Raum kommen allerdings auch von kurzfristigen Finanzadressen. Was die Stärke der Bonds anbetrifft, so sehen wir darin eine Normalisierung gegen- über den „Angst-Kursen“ des Frühjahrs. Beachten Sie bitte: Das Risiko hat sich nur unwesentlich vermindert. Denken Sie nicht zu kompliziert! Wenn ein überschuldeter Konsument bei einem Kre- dithai noch Geld bekommt, ist noch nicht die Frage geklärt, wie er denn die Schulden zurückbezahlen soll. Ähnlich ist die Thematik in Griechenland. Die Regierung hat schon einige Sparpakete verabschie- det. Man ist inzwischen auf dem richtigen Weg. Das Vertrauen ist noch nicht vollständig zurückgekehrt. Die Kreditausfall-Versicherungen sind nach wie vor teuer. Wenn auch für Griechenland selbst zuletzt auf dem Rückzug. Wie Mikey Fritz vom „Anleihen Compass“ betont, ist der hohe Preis der CDS und die gleichzeitige Rally bei Griechenland- Bonds vor allem mit den unterschiedlichen Fristigkeiten erklärbar. Die Credit Default Swaps werden in der Regel für Laufzeiten von 3 - 10 Jahren aufgelegt. In diesen Bandbreiten ist die Erholung bei den Bondkursen entsprechend weniger ausgeprägt als bei den kürzeren Laufzeiten, die jetzt quasi unter einer „chinesischen Garantie“ stehen. Für die nächsten vier Jahre haben sich die Staaten der Euro-Zone ebenfalls zur Solidarität verpflichtet. Fazit: Griechenland-Anleihen sind nach wie vor sehr spekulativ. Deshalb bitte genau auf die Laufzeiten schauen!

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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