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Veröffentlicht von Redaktion am 06.04.2015

Europäische Fußballvereine zieht es an die Börse

Europäische Fußballvereine zieht es an die Börse

Während es in Deutschland nicht üblich ist, dass Fußballvereine an der Börse gehandelt werden, erfreut sich diese Form der Kapitalbeschaffung bei europäischen Klubs großer Beliebtheit. Hierzulande ist Borussia Dortmund nach wie vor der einzige Verein, der sich für einen Gang an die Börse entschieden hat. Seit 2000 können Anleger und Fans mit den Aktien des Revier-Klubs handeln. Bei einem Blick auf die europäischen Nachbarn finden sich zahleiche kleinere und größere Klubs, welche die Chancen der Börse nutzen.

Voraussetzungen für einen Börsengang
 
Unter welchen Bedingungen ein Fußballklub an die Börse darf, wird von den nationalen Verbänden festgelegt. In Deutschland ist beispielsweise eine Ausgliederung der Fußballabteilung als Aktiengesellschaft erlaubt. Alledings müssen 50 Prozent plus ein Anteil der Stimmrechte beim Klub verbleiben. Für eine Kommanditgesellschaft auf Aktien gelten besondere Regeln. Da dies bei Borussia Dortmund der Fall ist, darf der Stimmenanteil auch unter 50 Prozent sinken.
 
Kursentwicklung hängt von sportlichen Erfolgen ab
 
In den ersten Jahren nach dem Börsengang verlief die Entwicklung der BVB Aktie eher enttäuschend. Von 9 Euro fiel der Kurs innerhalb kurzer Zeit auf unter einen Euro. Erst mit den sportlichen Erfolgen ging es dann wieder aufwärts. Aktionäre durften sich zwischenzeitlich über einen Kurs von 5 Euro freuen. Der schlechte Saisonverlauf hat sich dann auch auf die Aktienentwicklung ausgewirkt. Während der Niederlagenserie hat das Papier rund ein Fünftel seines Werts verloren. Aktuell rechnen Fans und Anleger jedoch mit einer Aufholjagd, sodass sich der Kurs seit einiger Zeit wieder erholt. Analysten sehen auch in Zukunft positive Entwicklungschancen, was insbesondere an der wirtschaftlichen Stabilität des Vereins liegt.
 
Gutes Management ist jedoch nur ein Kriterium für den Kursverlauf. Dazu nehmen auch die sportlichen Erfolge großen Einfluss auf die Entwicklung des Aktienkurses. Wissenschaftler der TU-München haben bereits vor zwei Jahren die Auswirkungen von Sieg und Niederlage nachgewiesen. Danach legt die BVB Aktie am ersten Handelstag nach einem Sieg um durchschnittlich 1,3 Prozent zu. Dagegen geht es nach einer Niederlage mit 2,8 Prozent deutlich abwärts. Selbst ein Unentschieden reicht schon aus, um den Kurs mit 1,8 Prozent nach unten zu drücken. Gutes Management bringt am Ende nur wenig, wenn es mit dem Tore schießen einfach nicht klappen will. Dies gilt natürlich insbesondere auch bei Fußball Wetten.
 
Weitere europäische Vereine an der Börse
 
In Dänemark ist der Gang an die Börse bei Fußballvereinen sehr verbreitet. Hier versuchen auch kleinere Vereine, sich mit Aktien zu finanzieren. Zu den bekanntesten Vereinen gehört Bröndby Kopenhagen, dessen Aktien unter anderem auch an der Frankfurter Börse gehandelt werden.
 
Der niederländische Klub Ajax Amsterdam hat sich ebenfalls für einen Börsengang entschieden. Aus Anlegersicht ist der Klub durchaus interessant, da hier zahlreiche Talente ausgebildet und anschließend zu hohen Ablösesummen verkauft werden. Solche Verkäufe haben in der Regel positive Auswirkungen auf den Kursverlauf.
Bei den meisten börsennotierten Klubs zeigen die Kurse jedoch nach unten. So liegt der Aktienkurs für die Papiere des AS Rom derzeit bei etwa 0,50 Euro. Die Aktie von Juventus Turin sank kürzlich sogar auf 0,22 Euro. Wer Geld mit Fußballklubs verdienen möchte, sollte sich deshalb eher auf die Angebote der Online Buchmacher konzentrieren.

Bildquelle: © olegmalyshev - Fotolia

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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