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Veröffentlicht von Performaxx-Anlegermedien GmbH am 20.07.2009

ElringKlinger: Automobiler Tausendsassa mit Potenzial

ElringKlinger: Automobiler Tausendsassa mit Potenzial

Der MDax-Titel war bis ins Jahr 2005 hinein einer der innigsten Favoriten des Performaxx-Anlegerbriefs und bescherte als solcher unserem langfristigen Musterdepot beachtliche Zuwächse. Im Zuge der Krise ist auch der baden-württembergische Entwicklungspartner und Zulieferer der internationalen Automobilindustrie ins Schlingern geraten – befindet sich allerdings alles andere als in einer Sackgasse.

Warum der Blick über das aktuelle Geschehen innerhalb der globalen Absatzkrise und den Tellerrand hinaus nicht vernachlässigt werden darf, zeigen wir Ihnen im Folgenden.

Wandlungsfähigkeit

Die Kernkompetenz waren seit jeher Zylinderkopf- und Spezialdichtungen für Pkws und Nutzfahrzeuge. Seit neuestem haben Gehäusemodule und Abschirmteile für Motor, Getriebe und Abgasanlagen sowie Hochleistungs-Kunststoffe massiv an Bedeutung gewonnen. Die Kühlung der Abgasstränge in Antrieben von Verbrennungsmotoren wurde in den vergangenen ein, zwei Jahrzehnten zunehmend wichtiger: mehr Leistung, höhere Temperaturen – bessere Kühlung, mehr Leistungsausbeute. Das ist der Wirkungskreislauf heutiger Antriebe, bei denen auch jetzt noch umfangreiche Optimierungspotenziale gehoben werden können. Eine übergeordnete Bedeutung hat für ElringKlinger der US-Markt, da dessen Anteil von V-Motoren mit je zwei Zylinderkopfdichtungen deutlich höher ist als in Europa. Aber auch ElringKlinger spürt die aktuelle Automobilkrise nur zu deutlich. So gingen im ersten Quartal die Erlöse um 20 % auf 129,7 Mio. Euro zurück. Die geringeren Werksauslastungen und Abschreibungen haben den Gewinn um 90 % auf nur noch 2 Mio. Euro einbrechen lassen.

Worst Case? – nur konservative Prognose

Als Worst Case bezeichnet ElringKlinger in diesem Jahr eine EBIT-Marge von 5 bis 8 % (bei einem Jahresumsatz von nur noch rund 500 Mio. Euro) – immerhin, das Unternehmen könnte selbst dann noch profitabel arbeiten, und das, obwohl in den USA, einem der wichtigsten Märkte für die Gesellschaft, die Neuwagenzulassungen um 20 % und mehr im Fallen begriffen sind – ein Ende ist noch nicht wirklich absehbar. In den USA werden jetzt eher 4- und 6-Zylinder-Motoren nachgefragt, der V8 ist etwas aus der Mode gekommen, seitdem die Kraftstoffpreise im vergangenen Jahr einen Vorgeschmack auf kommende Zeiten geboten haben könnten. Nichtsdestotrotz: Die Benzinpreise sind gegenwärtig ja bereits wieder stark rückläufig (in den USA), so dass sich die guten Vorsätze abermals in Grenzen halten könnten. Betriebsmargen von 15 % und mehr sind derzeit so weit entfernt wie eine Dominanz von Elektromotoren in modernen Pkws, die Vorstandschef Wolf auf sehr viele Jahre in die Zukunft hinaus nicht erkennen mag. Erst recht nicht, wenn die Antriebe von Verbrennungsmotoren noch so viel Optimierungsmöglichkeiten böten wie es der Fall ist. Ganz vorne mit dabei in punkto Innovation: ElringKlinger.

Rekordzahlen derzeit außer Reichweite

So konzentriert sich das in Dettingen, südlich von Stuttgart angesiedelte Unternehmen auf verbrauchs- und emissionsarme Motoren. Gleichzeitig profitiert ElringKlinger aktuell von niedrigeren Rohstoffpreisen als 2007 und 2008. Ein möglicherweise zweistelliger Millionenbetrag dürfte da den Unterschied machen. So lautet das wahrscheinlichere Szenario auf einen Umsatz von rund 570 Mio. Euro, nach 658 Mio. Euro im Jahr 2008. Ohne Akquisitionen (z.B. der Schweizer SEVEX-Gruppe) allerdings wäre der Erlös schon 2008 um ca. 10 Mio. Euro zurück gegangen. Das lässt sich auch am EBIT ablesen: Nach einem Höchststand von 121 Mio. Euro fiel es 2008 bereits stark auf nur noch 71,5 Mio. Euro ab. Das Ergebnis je Aktie 2008 lautete 0,69 Euro, nach 1,32 Euro im Jahr davor.

Ergebnisverdopplung 2010?

Die Schätzungen für 2009 sehen 0,35 bis 0,40 Euro je Aktie und 0,70 Euro für 2010. Mit letzterem kommt ElringKlinger aktuell auf ein KGV von 15,5. Mittlerweile fährt rund ein Drittel der europäischen Länder eine Art Abwrackprämie, so dass die Aussichten kurzfristig gar nicht so schlecht stehen. Gut möglich auch, dass die Abwrackprämie irgendwie dauerhaft verankert wird, da die Regierungen der (Auto-)Konjunktur nicht einen abrupten, weiteren Schlag werden versetzen können. Zugegeben, sämtliche Prognosen für 2010 – nicht nur bei ElringKlinger – sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt kaum mehr als reine Spekulation.

Fazit

Wer antizyklisch ein Investment im krisengeprüften Automobilbereich in Erwägung zieht, sollte ElringKlinger ganz oben auf seiner Watchlist haben. Das Qualitätsunternehmen hat in der Vergangenheit seinen Weg gemacht und wird dies dank seiner Innovationsfreude und Wandlungsfähigkeit auch in der Zukunft tun. Im Bereich 8 bis 10 Euro bieten sich Abstauberkäufe an. Die Aktien eignen sich als spekulative Depotbeimischung im Rahmen eines ausgeglichenen Portfolios. Unser Kursziel auf Sicht von 12 Monaten liegt bei 15 Euro.

Für den Inhalt dieses Artikels ist die Redaktion des Performaxx-Anlegerbriefs verantwortlich. Der Performaxx-Anlegerbrief zählt mit einer Musterdepotperformance von über 651 % seit 1.1.2001 zu Deutschlands erfolgreichsten Börsenbriefen.

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