Düngemittel, Kali, Phosphor, Stickstoff - behalten Sie den Überblick

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH
Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 28.11.2012
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Aktionärsbrief

Die Welt braucht Düngemittel. Düngemittel sind eine langfristige Wachstumsgeschichte. Immer mehr Menschen müssen ernährt werden. Da die Anbauflächen begrenzt sind, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Zum einen muss das Saatgut ertragreicher werden, zum anderen müssen die Böden durch Düngung nährstoffreicher werden. Das ist soweit bekannt. Die wichtigsten Nährstoffe für Böden sind Stickstoff, Phosphor und Kalium. Sie werden als primäre Nährstoffe bezeichnet, auf deren Grundlage die Düngersorten entwickelt werden.


Das Anlageuniversum in diesem Sektor ist sehr breit. Zum einen sind da die Allrounder, die das ganze Spektrum über Kali, Phosphor und Stickstoff abdecken. Dazu gehören Titel wie Mosaic oder Agrium. Dann gibt es die reinen Kaliumproduzenten wie Potash Corp, K+S oder Uralkali. Und schließlich nicht zu vergessen sind die Stickstoffproduzenten. Hier sind die wichtigsten Player CVR Partners, Yara oder CF Industries.


Kalium: Kali steuert die Photosynthese und macht in erster Linie die Ernte widerstandsfähiger gegen Lagerung, Krankheiten und Dürren. Es wird unter Tage abgebaut. Marktführer ist hier Uralkali (Uralkali deckt mit der staatlichen weißrussischen Belaruskali rund ein Drittel des gesamten Marktes ab), gefolgt von Potash (ebenfalls ein Drittel Marktanteil im Kartell mit Mosaic und Agrium). K+S steht hier außen vor und hat keinen Einfl uss auf die Preisgestaltung. Derzeit versuchen afrikanische, asiatische und australische Gesellschaften mit neuen Projekten die Macht des Kali-Oligopols zu brechen. So beabsichtigt Element Minerals im Kongo ab 2015 jährlich 2 Mio. Tonnen zu 99 $ je Tonne Produktionskosten abzubauen. Zum Vergleich: Die Produktionskosten bei K+S betragen je Tonne 350 $. In vielen Ländern wird der Kauf von Düngemitteln subventioniert. Indien hatte im Frühjahr die Subventionen gekürzt. Darunter litt besonders die Nachfrage nach teurerem Kali. Die Zahlen von Potash und K+S waren zum dritten Quartal eher bescheiden. Immerhin: 2013 rechnet die Branche mit einem Absatzplus von rund 10 %.

Phosphor: Dieser Nährstoff bestimmt die Entwicklung der Wurzeln und hilft der Pflanze, Dürren zu überstehen. Nach der Jahrhundertdürre in Amerika dürfte dieser Nährstoff 2013 stark nachgefragt werden. Allerdings sind die börsennotierten Phosphorproduzenten überschaubar. Zu nennen ist die kanadische MBAC Fertilizer mit einem geschätzten Umsatz von rund 100 Mio. $ in 2013 und einem KGV von 22.


Stickstoff: Wichtigster Nährstoff für Böden mit einem Anteil von 60 % an der Weltproduktion ist Stickstoff. Er ist notwendig für das Wachstum und die Entwicklung der Pflanze und muss im Gegensatz zu Kalium jedes Jahr neu auf den Feldern ausgebracht bzw. dem Dünger beigemischt werden. Die Größten sind hier die norwegische Yara und CF Industries.


Wie wichtig der Input von Stickstoff für die Landwirtschaft ist, zeigt folgendes aktuelles Beispiel: Der Input von 192 Kilogramm Stickstoff pro Hektar ermöglicht bei Winterweizen einen Output von 9,3 Tonnen Getreide je Hektar, was im Verkauf rund 2.232 $ einbringt. Die Düngerkosten liegen bei 157 $ je Hektar, was einem Reinertrag von ca. 2.075 $ entspricht. Ohne Dünger würde der Bauer nur rund 2 Tonnen ernten können. Das wären Einnahmen von nur 480 $.


Der größte Anteil der variablen Kosten bei der Stickstoffproduktion entfällt auf Erdgas (ca. 80 %). Während die Gaspreise in Europa weiterhin auf hohem Niveau verharren, ist der Preis für Natural Gas in den USA in den letzten Jahren aufgrund der Schiefergasschwemme von 14 $ auf aktuell 4 $ gesunken. Damit gibt es für die US-Produzenten erhebliche Kostenvorteile. CF Industries (WKN: A0E S9N; 210 $) ist der größte nordamerikanische Stickstoffhersteller. Die Nachfrage nach der Jahrhundertdürre brummt. Mais ist das meistangebaute Getreide der Welt und ist besonders auf Stickstoff angewiesen. Gleichzeitig haben sich die Margen aufgrund der Kostenvorteile stark ausgeweitet. Die Aktie gibt es mit einem KGV von 8. Die Analystenprognosen für 2013 sind noch konservativ.


Fazit: Die größten Chancen Richtung 2013 liegen bei den Stickstoffherstellern. Der Favorit ist hier CF Industries, gefolgt von Yara International (WKN: A0B L7F; 37,15 €). Der Kaliproduzent K+S ist zwar langfristig aussichtsreich, muss aber bis 2015 auf das Legacy-Projekt in Kanada warten. Erst dann werden die Produktionskosten signifi kant sinken und K+S damit auf eine deutliche höhere Profitbasis heben.

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