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Veröffentlicht von Redaktion "Frankfurter Börsenbrief" am 29.04.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 29.04.2010:

Börsenbrief Frankfurter Börsenbrief
Frankfurter Börsenbrief

CURT L. SCHMITT Informationsdienste - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1954

Die Schere zwischen Fundamentals und Markttechnik läuft immer stärker auseinander

Für Sie ein Alarm- signal. Dieser Tage unterscheiden Sie bitte sorgfältig zwischen Chancen und Risiken am deutschen Aktien- markt. Wir betonen dies so sorgfältig, da sich die folgende Analyse in anderen Regionen der Erde, insbesondere in Asien, völlig anders darstellt. Im Einzelnen:

Die ökonomischen Aussichten sind nach wie vor exzel- lent. Allein der Blick auf die Entwicklung der Frühindikatoren verrät eine anhaltende Dynamik in den wichtigsten Volks- wirtschaften. Die Erholung nimmt ihren Gang. Bei Industrie- produktion, Auftragseingängen und Kapazitätsauslastung reiten die großen Volkswirtschaften der Erde nach wie vor in die Höhe. Natürlich ist das absolute Niveau nicht annähernd mit den Daten aus dem ersten Quartal 2008 zu vergleichen. In den allermeisten Bereichen liegt der Output noch 20 - 35 % unter diesen Niveaus. Der DAX ist diesbezüglich ein Spie- gel der Realwirtschaft. Prozentual ist er fast auf die Stelle hinter dem Komma genau von den Hochs gleichweit ent- fernt wie die deutsche Produktion von ihrem Maximal- Output 2008. Insofern gilt die These vom Antizipations- mechanismus der Börse. Handel bewegt sich nicht im luft- leeren Raum. Börsianer schauen stärker auf das Wachstum als auf die absoluten Niveaus. Hier können wir immer noch ausrei- chend Dynamik konstatieren. In einigen Bereichen, wie be- stimmten Stahlsorten, aber auch bei einigen Maschinenbau- ern, wird bereits wieder an der Kapazitätsgrenze gefertigt. Viele Analysten sind hier auf dem falschen Fuß erwischt worden, wie auch die Zahl der positiven Gewinnüberraschun- gen zeigt. Inzwischen haben ein Drittel der im S&P 500 ver- tretenen Unternehmen ihre Quartalsbilanz vorgelegt. Bei 81,4 % lagen die Daten über den Konsensschätzungen. Rekord! Das ist noch über dem Niveau des dritten Quartals von 2009 als 79 % die Erwartungen der Auguren schlagen konnten. Gerade vor dem Hintergrund, dass nun schon seit vier Quar- talen ein hohes Überraschungsmoment die Berichterstattung prägt, wundert die Vorsicht der Analysten dennoch. Die Händler haben denTrend schneller erfasst. Der Opti- mismus an den Börsen weltweit ist nach wie vor hoch. Zu ersehen an den Kennziffern zur Investitionsquote von unter 4 %. Wir messen dieser Zahl allerdings noch keine größere Bedeutung bei. Denn sollte sich die Griechenland Thematik weiter verschärfen, werden die Notenbanken wieder die Gelddruckmaschinen anwerfen und neue Liquidität schaffen, die als neue Nachfrage den Markt stimuliert. Wir haben es in den letzten Monaten eindrucksvoll beobachten dürfen. Ein weiteres „Kapitalsilo“ schlummert in den Geldmarktfonds, die im ersten Quartal knapp zehnmal so viel Geld eingesammelt haben wie die Aktienfonds. In den letzten acht Monaten ist das Volumen stark angeschwollen. Wann sich dieses abbaut und in Asset Klassen mit besserer Rendite wandert, ist nicht seriös zu prognostizie- ren und spielt deshalb für die mittelfristigen Perspektiven eine nicht unerhebliche Rolle, ist aber für das aktuel- le Timing irrelevant.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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