Die PORSCHE-Spekulation geht in eine neue Runde

Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 25.11.2010
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Actien-Börse

Der Kurs zog soeben auf 49 € an. Es ist einer der ungewöhnlichsten Fälle, die es in den letzten Jahren in Deutschland gab. In einem Interview hat der Finanzchef Hans-Dieter Pötsch die Situation dargestellt. Ist das eine Spekulation wert?


PORSCHE benötigt 5 Mrd € Eigenkapital, um mit VW fusionsfähig zu werden und anschließend doppelt so viel wert zu sein. Nur dann lässt sich die Verschmelzung finanztechnisch lösen. Denn PORSCHE hält 50,7 % der Stammaktien an VW, aber kann nur auf die Tochter VW verschmolzen werden, wenn man nachweisen kann, dass das Nettovermögen von PORSCHE positiv ist. Komplizierter geht es nicht. Im Klartext: PORSCHE muss dieses EK über eine Kapitalerhöhung erreichen/erhöhen, um anschließend den riesigen Wert von 50 % an VW irgendwie auf den Wert der Aktie umgelegt zu erhalten. Ein ähnlicher Fall wurde vor über 30 Jahren im Falle MAN GHH realisiert, nämlich der Umwandlung einer Mutter auf die Tochter. 50 % an VW haben einen Wert von 27,5 Mrd €. Börsenwert von PORSCHE jetzt 8,5 Mrd € (St. + VA) + 5 Mrd € ergäbe einen PORSCHE-Wert von 13,5 Mrd €, dem dann der Wert von VW gegenüberstünde abzüglich 5 Mrd € Bankschulden. Bis 2012 soll dieses Thema gelöst sein. Wird es nicht gelöst, haben die Banken Zugriff auf die VW-Aktien. Und schließlich: Die steuerlichen Folgen der Umwandlung sind gleichfalls noch nicht verbindlich gelöst. Mithin: Der Hintergrund einer PORSCHE-Spekulation ist sehr komplex. Am Ende schaut jedoch ein Ergebnis heraus, über das sich nachdenken lässt. Der geschätzte innere Wert, der in der aktuellen PORSCHE-Aktie steckt, muss mit ca. 80 bis 95 € je Aktie angesetzt werden. Dafür braucht man aber Nerven. In Auto- und Autozulieferer bleiben wir ausdrücklich abstinent. Wer engagiert ist und hohe Gewinne erreichte, sichert entweder über Stopp ab oder realisiert einen Teil dieser Bestände. Das Potenzial der Kurse reicht für neue Investments z. Zt. nicht aus. Die Absatzzahlen der Autobauer für das laufende Quartal sind abzuwarten. Nach einer technischen Korrektur geht es sodann um die nächsten Investments.

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