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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 26.10.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 26.10.2011:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Die Normalisierung der Aktienmärkte schreitet voran

Während die europäischen Regierungen noch um die letzten Details zur Griechenland-Frage ringen, gelingt es den Aktienmärkten zunehmend, sich an neuen Themen zu orientieren. Dieser Prozess läuft schon seit drei Wochen und wir sind zuversichtlich, dass sich daraus die Tendenz bis Ende des Jahres formulieren wird. Das Erholungspotenzial hatten wir bereits skizziert.

 

Die Volatilität sinkt. Jeden Tag schwanken die Kurse in normalen Bandbreiten und nicht mehr in den extremen Größenordnungen wie noch vor vier Wochen. So wie der VDAX (s. Grafik) wieder fällt, sinkt die Angst im Markt und die Rationalität kommt zurück. Dann fängt ein Markt wieder an, Aktien zu bewerten und nicht einfach Stimmungen zu folgen. Das ist Grundvoraussetzung für eine stabile Markttendenz. Bitte achten Sie in den kommenden Tagen auf den VDAX, weil er ein wichtiger Seismograph für die Stimmung im Markt sein wird.

Die bisher vorgelegten Quartalszahlen liefern ein gemischtes Bild. Man merkt aber auch, dass sich die Analysten in ihrer Einschätzung nicht wirklich festlegen wollen. Zu sehr sind sie noch von der vermeintlichen Eurokrise abgelenkt. Wahrscheinlich ist der Pessimismus noch zu hoch, als dass auch positive Quartalszahlen von den Märkten bereitwillig in die Zukunft fortgeschrieben werden. Auch hier muss man Geduld haben, denn die Belastung durch das Griechenland-Thema war so lange und so groß, dass sich die Skepsis nicht willkürlich abstellen lässt. Im gleichen Sinne:

Jede Konjunktureinschätzung ist im Moment verzerrt. Die vorliegenden Daten sind gar nicht so schlecht, zeigen jedenfalls keine überproportionale Schwäche. Aber auch hier steckt den Analysten die Angst in den Knochen. Keiner will sich jetzt mit einer optimistischen Prognose heraushängen, um sich hinterher zu blamieren. Auch dies ist nicht ungewöhnlich und wird sicherlich ein Quartal brauchen, bis ein ausgewogenes Meinungsbild entsteht. Ungeachtet dessen:

Das klügste Geld der Straße ist schon unterwegs. Dadurch entstehen die Kurssteigerungen der letzten Wochen. Diese Investoren realisieren, dass die Griechenland-Thematik in der Sache gelöst ist und der Super-Gau ausbleibt. Sie kaufen sich strategisch ein, wie im Frühjahr nach der Lehman Brothers-Krise. Das ist eine richtige Einschätzung, der wir auch folgen, denn wer wartet, bis sich das Stimmungsbild verbessert, der verpasst die nächsten 1.000 Punkte im DAX. Immerhin liegen schon 1.000 Punkte hinter uns, die sich in der Nachrichtenlage auf den ersten Blick kaum erklären lassen.

Fazit: Was kommt nach Griechenland? Aus Sicht der Kapitalmärkte beginnt die völlige Neuverteilung von Kapital. Gelder werden die Fluchthäfen weiter verlassen und rentablere, aber auch risikoreichere Anlagen suchen. Davon wird der Aktienmarkt wesentlich stärker profitieren als der Anleihenmarkt, und mit Sicherheit wird auch die Spekulation in Rohstoffen und in die Schwellenländer weiter kritisch hinterfragt werden. Auch der Devisenmarkt wird sich normalisieren, wobei wir an der grundsätzlichen Einschätzung bezüglich Dollar/Euro nichts ändern. Eine große Rolle in der künftigen Kapitalverteilung wird der Grad der Regulierung der Banken spielen. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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