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Veröffentlicht von Redaktion "Frankfurter Tagesdienst" am 26.07.2010

Die neue Woche beginnt, wie die letzte beendet wurde

Die neue Woche beginnt, wie die letzte beendet wurde

Reichlich neue Erkenntnisse, aber wenige Impul- se und eine weitgehend lustlose Börse. Das Sommerloch ist spürbar, obwohl die Quartalszahlen der Unternehmen ein ziemlich abgerundetes Bild über die Ertragskraft liefern. Der Eindruck ist insgesamt positiv, aber es gelingt den Märkten nicht, etwas daraus zu machen. Noch andere Impulse verpuffen, zum Beispiel:

Der ifo-Geschäftsklima-Index war der Hammer. Im Juli sprang er von 101,8 auf 106,2 und legte damit den steilsten Anstieg seit der Wiedervereinigung auf den Tisch. Die 7.000 befragten Unternehmen sind wesentlich optimistischer für die Entwicklung der Zukunft, fahren deutlich ihre Kurzarbeit zurück und haben mitunter Probleme, der Nachfrage Herr zu werden. Fast zu gut, um wahr zu sein und darin liegt wohl auch das Problem des Marktes. Insgesamt fällt es den Analysten schwer, in diesen Zahlen eine nachhaltige Tendenz zu erkennen, auf die sie bauen wollen. Im europäischen Kontext sind diese Zahlen nicht unproblematisch. Sie heben die Differenz zwischen den einzelnen Teilnehmern der Eurozone hervor. Unterschiedliche Wirtschaftsleistungen erschweren somit aber auch den geldpolitischen Kurs der EZB. Sie war es jahrelang gewohnt, dass durch die Konvergenz der Zinsen eine einheitliche Zinspolitik gestaltbar war. Nun sind die Zinsdifferenzen eklatant und die EZB weiß nicht, an wem sie sich orientieren muss. Der Stresstest ist gelaufen, aber keiner weiß, wie weit er geht. Getestet wurden alle möglichen Szenarien, bis auf den Totalausfall von Staatsanleihen, wobei einzelne Länder unterschiedlich streng vorgingen. Die Schweizer waren am strengsten, um wohl auch ein bisschen zu kokettieren, und die Deutschen hielten mit ein paar Aussagen et- was verlegen hinter dem Berg, was auch heftige Kritiken mit sich brachte. Ob dieser Stresstest vertrauensbildend für die Märkte ist oder nicht, ist offen, aber ein unmittelbarer Schaden ist nicht entstanden. Indes: Das zweite Quartal war für die Banken sehr schwierig. Gerade bei den grossen Adressen wird sich in dieser Woche fortsetzen, was wir schon bei Goldman Sachs und Morgan Stanley gesehen haben. Die hohe Ertragsdynamik durch das Investmentbanking fällt weg, ob dauerhaft oder als Einmaleffekt ist natürlich offen, aber wir vermuten schon, dass der Ergebnisbeitrag aus diesen Geschäftsbereichen dauerhaft erheblich schmaler ausfällt. Das ist die Folge der neuen Regulierung und Zurückhaltung der Kunden, aber auch die Schwierigkeit für die Einschätzung dieser Papiere.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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